Bloggerleben Bücherwelt

Warum soll ich das lesen?

23. Februar 2017

Die Leseflaute ist zwar vorerst abgeflaut, aber ich merke, dass ich bezüglich meiner Lektüre sehr viel wählerischer wurde, als noch vor ein paar Jahren. Inzwischen frage ich mich bei Büchern oft, warum ich sie lesen soll. Warum soll ich meine wertvolle Lebenszeit mit genau diesem Buch verbringen, und nicht mit einem anderen? Wo doch so viele andere Bücher darauf warten, gelesen zu werden.

Vor zwanzig Jahren war ich noch eine Alles-Leserin. Was Buchstaben hatte wurde verschlungen, das war schon in meiner Jugend so. Die übersichtliche Dorfbibliothek hatte ich schnell zweimal durchgelesen. Eigene Bücher bekam ich im Normalfall zu Weihnachten, zum Geburtstag und vom Osterhasen, der eigene Bestand war also auch eher übersichtlich und deutlich mehr als nur zweimal gelesen. Kaum war ich alt genug die Bücher meines Vaters zu lesen, futterte ich mich durch sein Bücherregal. So kam ich dazu, recht früh recht viel Stephen King zu lesen, auch dicke Wälzer wie „The Stand“ konnten mich nicht schrecken. Die vielen Kriegsromane in diesem Regal waren nicht so meins, aber der erste Band von Diana Gabaldons High Land Saga fand ich dort zum Beispiel auch. Die Folgebände kaufte er dann nur mir zuliebe. Bücher waren so ziemlich das einzige, was uns verband. Für die vermittelte Bücherliebe bin ich ihm heute noch dankbar. Einen eigenen Büchergeschmack entwickelte ich allerdings erst später.

Dank der frühen Horror-Leseerfahrungen bin ich bis heute noch eine recht abgebrühte Leserin und nur schwer zu schocken, was mich diverse Schlachtenszenen in Fantasy-Romanen und später Schlachtszenen in Krimis relativ locker wegstecken lässt. In den Studienjahren entdeckte ich die Fantasy für mich, ein Genre das ich bis dahin nur von einigen Kinderbüchern wie „Momo“ oder „Die unendliche Geschichte“ kannte, die ich damals aber nicht einzuordnen wusste. Ich hatte wenig Geld aber einen großen Bücherhunger und ersteigerte mir im Internet buntgemischte Bücherpakete. Dank denen ich heute etliche Fantasy-Klassiker der 70er und 80er Jahre auch zu meinen Leseerfahrungen rechnen kann.

Damals las ich wirklich wahllos alles, bis zum bitteren Ende, ob es mir gefiel oder nicht. Ein Buch abzubrechen konnte ich mir damals nicht vorstellen, viel zu wertvoll war jede einzelne Seite. Wurde ich mit Büchern beschenkt, wünschte ich mir immer dicke Bücher, damit ich länger etwas daran hatte. Auch wenn ich damals vieles las, was ich heute als Zeitverschwendung werten würde, bereue ich die Zeit nicht. Die vielen unterschiedlichen Lektüren gaben mir das Werkzeug mit, meine Lektüre heute bewusster auszuwählen und zu bewerten.

Inzwischen habe ich mehr Geld für Bücher zur Verfügung, aber weniger Lesezeit. Ein Umstand, den die meisten Vielleser im Laufe ihres Lebens erleben. Deshalb wähle ich bewusster aus, was ich lesen möchte. Breche Bücher nach spätestens 150 Seiten ab, wenn sie nicht zu mir passen. Ich bin anspruchsvoller geworden, ohne deswegen nur noch anspruchsvolle Lektüre lesen zu wollen. Ganz im Gegenteil, ich lese sehr gerne Unterhaltungsromane. Aber auch die müssen mir dann schon etwas bieten.

Ein und denselben Plot zum hundertsten Mal aufgewärmt oder zu großzügig in die Klischee-Kiste gegriffen? Nein danke, das kenne ich schon und muss ich nicht noch mal lesen. Ich will überrascht werden, besondere Bücher finden, spezielle Charaktere treffen, neues erleben. Umso mehr man liest, umso schwieriger wird das. Ich verschlinge Bücher bergeweise, seit ich lesen kann. In meiner Zeit als Buchhändlerin habe ich sehr viel quergelesen, so viele Geschichten kennengelernt, Jahr für Jahr mehr als 100 Bücher gelesen. Da kommt einiges zusammen, ich mache es Autoren wirklich nicht leicht, mich noch zu begeistern.

Immer häufiger langweilen mich Bücher, nicht weil sie schlecht wären, sondern weil ich nichts mit ihnen anfangen kann. Mal ist es schlicht der falsche Zeitpunkt für ein Buch, mal liegt es aber auch daran, dass einem alles so bekannt vorkommt. Manchmal schafft es ein Buch, eine an sich gewöhnliche Geschichte so ungewöhnlich zu erzählen, dass ich sie trotzdem gerne lese. Oder eine ganz besondere Sprach fesselt mich.

Aber das geschieht immer seltener. Immer öfter breche ich Bücher ab, oder lese sie zu Ende um mich dann zu fragen, was mir das jetzt eigentlich gebracht hat. War es die Lesezeit und Lebenszeit wirklich wert? Ich gehe in die Buchhandlung, stehe vor den Bergen an Neuerscheinungen und frage mich, wie ich diese wenigen Bücher finden soll, die es wert sind, dass ich ihnen meine Zeit schenke. Wie geht es euch, kennt ihr dieses Gefühl auch? Wie findet man diese besonderen Bücher, die einen noch wirklich begeistern?

36 Kommentare

  • Antworten Silvia 23. Februar 2017 von 19:27

    Wir haben eine ähnliche Leser-Karriere hinter uns. Früher habe ich schon mal Bücher aus Mitleid gelesen, weil es sonst niemand tat.
    Jetzt habe ich nur noch wenige Fehlgriffe. Mit Abbruch tue ich mich aber immer noch sehr schwer. Etwas, was ich noch lernen muss.
    Doch Bücher die mich richtig begeistern gibt es auch immer weniger. Liegt es daran, dass ich vielleicht übersättigt bin? Habe ich alles schon mal so ähnlich gelesen?
    Manchmal gibt es sie aber noch: ein Buch, dass ich kaum aus der Hand legen kann, das mich überrascht und das lange nachhallt. Letztes Jahr war das “Nach einer wahren Geschichte” von Delphine de Vigan. Und tatsächlich habe ich es nicht lange erwählt, es lag in einer Goodiebag eines Bloggertreffens…

    • Antworten Papiergeflüster 23. Februar 2017 von 19:56

      @Silvia: ja, manchmal gibt es diese wunderbaren Zufälle, dass einen das Buch findet statt umgekehrt. Ist mir tatsächlich auch schon passiert. 🙂

  • Antworten Leila. 23. Februar 2017 von 20:35

    Es geht mir ähnlich wie dir, auch wenn mein Zeitraum nur ca. fünf statt zwanzig Jahre beträgt. In meiner Kindheit und Jugend habe ich jedes Buch verschlungen, das mir in die Hände gelangt ist. Inzwischen studiere ich Literaturwissenschaften. Während des Semesters lese ich so viel an Fachlektüre und/oder Lektüre für die Seminare, dass ich kaum noch privat lese. In der frei verfügbaren Zeit greife ich immer häufiger auf kürzere Geschichten (wie Alice Munro) zurück oder breche Romane ab. Auch während des Lesens bin ich nicht mehr so “gefesselt” von der Story oder habe im Hinterkopf, dass ich genau jetzt auch ein für das Studium relevantes Buch lesen könnte.
    Von dem Gedanken habe ich Abstand genommen: Freizeit ist Freizeit, für den Kanon bleibt während des Semesters genug Zeit. Mir hilft es dann, durch Buchhandlungen zu gehen und in Bücher aus ganz unterschiedlichen Genres hineinzulesen. Finde ich eines, das mich packt, bleibe ich dabei ohne es weiter zu hinterfragen wieso ich exakt dieses Buch lese:)
    Das hilft mir sehr.

    • Antworten Papiergeflüster 24. Februar 2017 von 12:11

      @Leila. Lesen müssen ist leider oft tödlich für die Lust am Lesen. In Buchhandlungen in Bücher hineinlesen habe ich noch nie gekonnt, die ersten Seiten sagen mir oft zu wenig über den Rest des Buches. Vor kurzem hatte ich mir den neuen Boyle in der Bib ausgeliehen, angelesen und dann gekauft, weil mir der Anfang gut gefiel. Nach 300 Seiten musste ich dann doch aufgeben, weil es nicht wirklich meins war. Das lässt mich inzwischen auch immer vorsichtiger beim kaufen werden. Aber ich mag Deine Vorgehensweise, vielleicht sollte ich das mal testen. 🙂

  • Antworten Thomas 23. Februar 2017 von 22:21

    “Momo”, “Die unendliche Geschichte” und sehr viel Stephen King, das sind auch Bücher, die mein frühes Leserleben geprägt haben (und natürlich die Kinderklassiker von Blyton bis Nöstlinger). Über die Jahre meine ich ein relativ gutes Gespür entwickelt zu haben für Bücher, die mich interessieren. Tatsächlich werde ich wirklich selten enttäuscht dank der vielen Tipps und Anregungen von Bloggern, Zeitungen und vielen tollen Buchmenschen im Netz. Und ab und zu gibt es dann diese besonderen Bücher, die dann länger im Gedächtnis als andere bleiben. So ging es mir letztes Jahr mit “Alles Licht das wir nicht sehen”, mit Murakami oder Klassikern wie “Kaltblütig” oder “Jeder stirbt für sich allein”. Ein besonderes Klassiker-Highlight habe ich dank einer privat organisierten Leserunde auf lovelybooks entdeckt. “Bleak House” von Charles Dickens hat mich begeistert und überrascht, ein absolutes Lieblingsbuch, in Deutschland merkwürdigerweise nicht so bekannt wie Copperfield und Twist.
    Ob diese Bücher wirklich eine gewisse Relevanz haben ist für mich unerheblich, denn alle sog. “wichtigen Bücher” zu lesen ist aufgrund der Anzahl schier unmöglich und da ich kein Literaturwissenschaftler bin muss ich mich auch an keinem Kanon orientieren (obwohl ich da wohl demnächst eine Ausnahme machen werde).

    • Antworten Papiergeflüster 24. Februar 2017 von 12:13

      @Thomas “Alles Licht das wir nicht sehen hat mich auch begeistert. Relevant ist für mich bei einem Buch, dass es mir etwas gibt. Sei es Entspannung oder neue Erfahrungen. Ich bin auch sehr froh darüber, jetzt nicht mehr lesen zu müssen, dabei muss man ja leider auch vieles lesen, was man sonst nicht gelesen hätte. Das kann einem auch die Lust nehmen. 😉

  • Antworten -Leselust- 24. Februar 2017 von 00:18

    Ein sehr interessanter Beitrag. Danke, dass du uns einen Einblick in deine Lese- Karriere gegeben hast.
    Ich glaube, ich bin gerade noch in meiner “alles-lese- Phase” und springe fröhlich zwischen den Genre. Bücher abbrechen fällt mir sehr schwer. Das habe ich früher nie getan. Aber gerade überlege ich, ob ich das nicht mal lernen sollte. Denn für so richtige Fehlgriffe ist mit meine Lesezeit eigentlich doch zu schade. Aber ich denke dann immer “vielleicht wird das Buch ja noch besser”. Hast du da vielleicht einen Tipp?

    • Antworten Papiergeflüster 24. Februar 2017 von 12:16

      @-Leselust- Lernen sollen sollte man das gar nicht, das kommt mit der Zeit ganz von selbst. 🙂 Bei mir war das ein fließender Übergang, bevor ich Bücher abbrach legte ich sie erst einmal beiseite. Mit dem Hintergedanken, sie irgendwann weiter zu lesen. Der Stapel angefangener Bücher wurde immer größer, irgendwann habe ich sie alle entsorgt, weil ich sie doch nicht weiterlesen würde. Inzwischen überspringe ich diesen Zwischenschritt. Mein Tipp ist: folge Deinem Gefühl und mach Dir keine Druck. Weder beim weiterlesen, noch beim abbrechen.

  • Antworten HoldenCaulfield 24. Februar 2017 von 00:32

    Ich kann es soo gut nachvollziehen. Mir geht es momentan auch immer öfter so, das ich nicht mehr weiß, was genau ich lesen soll und/möchte. Einerseits sprechen mich bestimmte Bücher nach wie vor nicht an – solche, die mich auch schon früher nicht angesprochen haben. Andererseits finde ich in den Genres, die ich bisher gerne gelesen habe, immer weniger Bücher, die mich überraschen können. Ich habe oft das Gefühl jede Wendung, alle Überraschung mir immer öfter fehlt. Ich durchschaue fast alle Krimis – und oftmals, wenn das nicht der Fall ist, liegt das eher an schlechter überzogener Konstruktion als an einer guten Story. Fantasy finde ich noch schwieriger als noch vor ein paar Jahren und auch sonst, stehe ich z.B in der Bibliothek vor dem Regal und komme ohne Buch nach Hause- das wäre mir früher nie passiert. Manchmal glaube ich, liegt es bei mir auch daran, das ich das Stöbern etwas verlernt habe. Durch meine ganzen Wunschlisten, wähle ich zwar gezielter aus, aber auch etwas un-neugierig. Ich lasse mich nicht mehr so auf das Buchregal ein. Sehr seltsame Mischung bei mir, meine Wunschliste ist manchmal auch mainstreamiger geworden, ich denke auch das ist ein Grund, weshalb ich schwieriger mit meinen Büchern werde. Genau weil ich so viel lese und gelesen habe, passen diese Bücher dann erst Recht nicht in mein Schema. Ich vermute bei mir immer das ich einen Lese-tapetenwechsel brauche, weiß aber noch nicht so recht, wo die Reise genau hingehen soll.

    • Antworten Papiergeflüster 24. Februar 2017 von 12:19

      @HoldenCaulfield Bei den Krimis geht es mir genauso und ich hasse es, wenn ich am Ende feststelle, dass ich recht hatte. Auch in der Fantasy finde ich immer weniger überzeugendes, zu oft wird hier das Standard-Schema bedient. Mein Tapetenwechsel waren die Comics und Graphic Novels, da entdecke ich immer noch vieles großartiges. Weil es eine ganz neue Welt ist, mit wesentlich mehr Facetten als nur der Geschichte und der Sprache. Bei Romanen fehlt mir dieses Gefühl etwas tolles zu entdecken momentan meistens.

  • Antworten Ascari 24. Februar 2017 von 10:13

    Hey 🙂

    Ich weiß gar nicht, wie oft ich beim Lesen deines Texts genickt habe … Dieses Gefühl, dass alles schon mal in der einen oder anderen Form da war, hat vor gut zehn Jahren dazu geführt, dass ich pro Jahr sicher nicht mehr als fünf bis zehn Bücher gelesen habe – mein Lesen war also fast nicht mehr existent. Angefangen hat es erst wieder vor zwei Jahren ca., als ich angefangen habe zu bloggen und den Kontakt zu anderen Buchbloggern zu suchen.

    Diese Gefühl des “Schon mal da gewesens” hab ich zwar immer noch, aber ich habe es aufgegeben, krampfhaft nach den neuen und umwerfenden Büchern zu suchen. Es bringt einfach nichts. Man macht sich einfach nur unglücklich damit. Einfacher ist es, mit weniger Erwartungen ans Lesen heranzugehen und sich dann über den einen Ausreißer zu freuen, der vielleicht zehn andere durchschnittliche Bücher aufwiegt, mit dem man aber gar nicht gerechnet hat :).

    Solange ich dieses Gefühl wenigstens gelegentlich haben darf, bin ich zufrieden. Und ich habe mir deswegen auch vorgenommen, mich wieder mehr Bücher zu widmen, die vielleicht älter sind, die ich nur noch in der Bücherei bekomme, die mich aber genauso interessieren wie Neuerscheinungen. Dieses Hamsterrad, in das wir Buchblogger uns da freiwillig begeben haben, finde ich nicht sehr motivierend, um mir die Freude am Lesen zu erhalten. In meinen Augen erscheint nämlich gefühlt immer mehr, was ich nur noch als Geldmacherei empfinde – aber nicht als gutes Buch.

    Liebe Grüße
    Ascari

    • Antworten Papiergeflüster 24. Februar 2017 von 12:23

      @Ascari: ich möchte meine Zeit aber nicht mit den Büchern verbringen, die nur durchschnittlich sind. Vielleicht fehlt mir da noch ein wichtiger Entwicklungsschritt. 🙂 Ältere Bücher lese ich auch bewusst mehr als früher, aus diesem Hamsterrad der Buchblogger habe ich mich schon vor einer Weile befreit, in dem ich keine Rezensionsexemplare annehme und nur lesen, wonach mir gerade ist.
      Deinem Gefühl, dass immer mehr erscheint um Geld zu machen, stimme ich zu, empfinde ich genauso. Ist ein Buch erfolgreich, erscheinen sofort 20 Klone davon. Statt ein weiteres gutes Buch, das die Lesezeit wert wäre.

  • Antworten monerl 24. Februar 2017 von 10:35

    Unsere Lese-Karriere ist quasi die gleiche. Irgendwann hatte ich als Kind unseren Bücherbus mehrfach durch und es gab zu selten neue Bücher. Da war es ein großes Erlebnis für mich, als ich alt genug war, um alleine mit dem Bus in die Stadt zu fahren und dort Bücher aus der Stadtbibliothek auszuleihen. Das war ein Fest für mich!

    Heute breche ich Bücher auch nach ca. 100- 120 Seiten ab, wenn mich die Geschichte bis dahin nicht packen konnte. Früher war ich ein eingefleischter Krimi- und Thrillerfan. Heute lese ich Bücher aus diesem Genre nur augewählt, weil ich das Gefühl habe, das meiste irgendwie schon einmal gehört / gelesen zu haben.

    Meine ganz besonderen Bücher kommen aus meinem Nieschenschwerpunkt “Arabische / Orientalische / Islamische” Literatur. Es werden glücklicherweise immer mehr Bücher aus dem arabischen Raum ins Deutsche übersetzt und da finde ich sehr oft ganz, ganz tolle Bücher! Auch aus dem asiatischen Raum beglücken mich die Bücher regelmäßig. Somit kann ich so langsam feststellen, dass mir die ausländischen Autoren zur Zeit sehr gut liegen, und damit meine ich nicht die amerikanischen und britischen oder französischen, sondern eher die nicht europäischen oder präziser, die nicht west-europäischen. Ich beziehe das darauf, dass die Menschen aus dem arabischen Raum und aus Asien als auch aus Osteuropa eben noch einen anderen Alltag, andere Wünsche und Ziele haben, andere Kämpfe ausfechten müssen als wir. Somit schreiben sie anders, da sie sich mit anderen Sachen beschäftigen (müssen). Das spiegelt sich in der Literatur wieder. So finde ich meine Perlen! 🙂

    Dir wünsche ich für die Zukunft ein glücklicheres Händchen für die Bücherauswahl, damit du kaum noch Leseflauten erleiden musst.

    GlG vom monerl

    • Antworten Papiergeflüster 24. Februar 2017 von 12:25

      @monerl Bei den Krimis/Thrillern geht es mir genauso, ich liebe dieses Genre, werde gerade aber reihenweise davon enttäuscht. In den asiatischen Raum wage ich mich gerade erst ganz langsam, den orientalischen habe ich nur ab und an mal eher zufällig besucht. Ich werde mal bei Dir stöbern, vielleicht finde ich da auch noch ein paar Perlen für mich. 🙂

  • Antworten wortsonate 24. Februar 2017 von 13:33

    Ja, diese Gefühl kenne ich. Irgendwie bin ich mit jedem Buch gewachsen.

  • Antworten booknapping.de 25. Februar 2017 von 08:32

    Ja, auch ich kenne dieses Gefühl. Zwar habe ich immer Bücher geliebt und auch gelesen, jedoch war es keine solch große Anzahl. Aber trotzdem kenne ich diese Übersättigung. Den Eindruck, die Autoren können mich nicht mehr überraschen. Oder wollen sie es womöglich gar nicht? Gefällt vielen Lesern vielleicht sogar, immer wieder ähnliche Dinge zu lesen – die unter anderem auch deshalb mit fast gleichen Titelbildern geschmückt werden? Ein Grund, weshalb ich mich übrigens oft von Bestsellerlisten fern halte. Zu groß sind die Zweifel, dass sich dort wirklich gute Bücher “verstecken”. Ich weiß noch, wieviele Jahre ich gewartet habe, bis ich mich an Harry Potter rangetraut habe …
    Viel lieber verlasse ich mich auf Empfehlungen und Leseberichten von Menschen, deren Lesegusto ich einschätzen kann, im besten Falle über Jahre kennengelernt habe. Darunter bist beispielsweise du, liebe Papiergeflüster, das weißt du sicher auch 🙂

    Im Übrigen ist dieses “Gefühl” nicht auf Bücher beschränkt. So kenne ich es ausgeprägt auch von “Musikmenschen”, denen der Mainstreambrei im Radio nichts geben kann, während ich lustig mit dem Fuß mitwippe. Oder der Film- und Serienfan, der sich über neue Ideen freut, aber den von Millionen geliebten und doch immer wieder gleichen Krimiprodktionen nichts abgewinnen kann.

    Ich habe mich damit abgefunden und versuche es gerne immer wieder mit Neuem. Und wenn mir ein Roman, eine Comicreihe oder ein Sachbuch nichts gibt. Mich weder die Sprache, noch der Inhalt oder die Bilder faszinieren kann. Dann breche ich ab. Das kann nach 150 oder auch nach nur 5 Seiten passieren. Und mit dem Grad an Anspruch oder Trivialität hat das nichts zu tun. Manchmal lasse ich den Titel dann liegen, wenn ich denke, dass gerade einfach ein schlechter Zeitpunkt dafür ist. Andere Male sortiere ich das Buch aber gleich aus. Es wartet schließlich immer wieder was Neues irgendwo. Nur dieses besondere Buch, diesen besonderen Comic zu finden – das wird in der Tat von Mal zu Mal schwieriger.

    • Antworten Papiergeflüster 25. Februar 2017 von 13:55

      @booknapping.de Gehypte Bücher meide ich meistens auch, Harry Potter habe ich bis Band 4 komplett ignoriert 😉 Deshalb auch noch keinen Ferrante gelesen, was zu vielen gefällt, gefällt mir oft nicht. Danke für das Kompliment, dass ich zurückgeben kann. Dank Dir habe ich mir heute Paper Girls beim Comic Dealer gekauft. 🙂
      Wahrscheinlich geht das wirklich schlicht allen so, die sich intensiv mit etwas beschäftigen.
      Comics lese ich ja noch nicht so lange, da begeistert mich noch wesentlich mehr, aber auch da fängt es langsam schon an. Gestern habe ich einen ganz besonderen entdeckt, kennst Du “Holmes” bei Jacoby & Stuart schon?

      • Antworten booknapping.de 26. Februar 2017 von 10:16

        @papiergeflüster “Holmes” kenne ich noch nicht. Meiner Erfahrung nach hat Jacoby & Stuart aber ein sehr gutes Händchen für illustrierte Bücher und Comics. Ich bin kein großer Sherlock Holmes-Fan, daher bin ich vermutlich auch nicht drauf aufmerksam geworden.
        Paper Girls! Ich bin sehr neugierig, wie es dir gefällt. Mit meiner Empfehlung meine ich deinen Geschmack eigentlich treffen zu können 😀 Die Serie ist wirklich klasse und ich wünsche dir ganz viel Spaß damit!

        • Antworten Papiergeflüster 28. Februar 2017 von 11:15

          @booknapping.de Paper Girls ist großartig! Zum Glück fängt morgen der neue Monat an, das Comic-Budget war erschöpft. 😉 Brauche dringend den zweiten Band!

          • booknapping.de 28. Februar 2017 von 21:02

            @papiergeflüster Ha! Sehr gut 😀 Ich freue mich wirklich sehr, dass du es so magst.

  • Antworten Tanjuschkina 26. Februar 2017 von 15:09

    Wie man ja hier in den Kommentaren merkt, schreibst Du vielen leidenschaftlichen Viellesern, die sich nicht einem bestimmten Genre versprochen haben, aus der Seele. Und es ist ja auch natürlich – je mehr man bereits gelesen hat, desto häufiger kommen einem Bücher unter, deren Geschichten oder Strukturen man in anderen Büchern schon mehrfach kennengelernt hat. Originelles zu finden wird damit immer schwieriger und die Enttäuschungen häufiger.
    Als Kind hatte ich ein einziges Buch, dass ich nicht mochte, alles andere wurde mit Begeisterung gelesen. Lieblingsbücher – klar. Aber es wurde halt “verschlungen”, was zu kriegen war. Als Teenager war dann auch wieder alles irgendwie neu, weil die Welt und Themen der “Erwachsenenbüchern” sich neu öffnete. Also wieder: Kaum Wiederholungen. Von Hera Lind über Christa Wolf bis Friedrich Schiller – das Spektrum war groß uns wurde goutiert. Inzwischen lese ich immer noch quer durch fast alle Genres, aber diese massiven Ermüdungszustände kenne ich auch. Besonders, wenn dann auf einmal überraschend wieder ein großartiges, packendes, besonderes Buch dabei ist, dass einem wieder das Lesegefühl vermittelt, wie man es von früher noch kennt. Ohne ständig den kleinen Kritiker im Hinterkopf zu haben – einfach nur begeistert genießen.
    Ja, es ist normal; und ja, es ist schade. Die Rezensions-/Leseexemplare sind da Fluch und Segen zugleich und ich ziehe meinen imaginären Hut vor Deiner Entscheidung, gänzlich darauf zu verzichten.

    • Antworten Papiergeflüster 28. Februar 2017 von 11:19

      @Tanjuschkina stimmt, wenn man dann doch mal wieder so ein ganz besonderes Buch erwischt, haben alle danach es gleich noch einmal viel schwerer.
      So schwierig ist es gar nicht, auf Rezensionsexemplare zu verzichten, wenn man erst einmal so wählerisch ist. 😉 Meine Lesezeit ist knapp bemessen und mir wertvoll, deshalb wähle ich lieber ganz bewusst aus, was ich lesen möchte. Auch eher spontan, weil das ja oft von der aktuellen Stimmung abhängt. Dank eBooks kann ich mir spontan besorgen, wonach mir gerade ist. Bis ich das Rezensionsexemplar angefragt hätte und es bei mir ankommt, habe ich ja schon längst wieder Lust auf ein ganz anderes Buch. 😉 Außerdem fällt mir abbrechen viel leichter, wenn ich das nicht jemandem erklären muss, der mir das Buch geschickt hat.

  • Antworten Moyas Buchgewimmel 27. Februar 2017 von 18:13

    “Ein und denselben Plot zum hundertsten Mal aufgewärmt oder zu großzügig in die Klischee-Kiste gegriffen? Nein danke, das kenne ich schon und muss ich nicht noch mal lesen.”

    Du sprichst mir aus der Seele! Von solchen generischen Geschichten kann ich mir zwei geben, dann hört der Spaß auf und wird langweilig. Deswegen lese ich so gut wie nie Rezensionsexemplare, weil das in der Regel diese gehypten Bücher im Sinne von “für Fans von…” sind, und schon hat man wieder ein leicht abgeändertes Klonbuch in der Hand. Nein danke. Für sowas habe ich weder die Geduld, noch weiß ich wofür es sich lohnen sollte eine aufgewärmte Geschichte zu Ende zu lesen.

    LG Sam

    • Antworten Papiergeflüster 28. Februar 2017 von 11:22

      @Moyas Buchgewimmel wenn überhaupt, dann hatte ich mir früher meine Rezensionsexemplare selbst ausgesucht und angefragt. Damals war das aber auch noch nicht so üblich, dass Blogger einfach irgendwelche Bücher geschickt bekamen, die Marketingschwerpunkt sind. Egal ob der Blogger so etwas liest oder nicht. 😉 Aber diese Klonbücher finde ich auch furchtbar, jedes erfolgreiche Konzept wird zu Tode kopiert…

      • Antworten booknapping.de 28. Februar 2017 von 21:07

        Ich halte es so, wie du damals @papiergeflüster. Ich suche selbst aus und frage an. Da wähle ich aber wirklich ganz genau aus. Ich mag diesen ganz leichten Druck tatsächlich sogar ganz gerne. Bei Exemplaren, die einfach so zu mir kommen, schreibe ich nur etwas, wenn ich wirklich Lust drauf habe.

    • Antworten Tanjuschkina 28. Februar 2017 von 22:57

      Also im Buchhandel landen oft auch Leseexemplare, die nicht in die gängigen “Me-too”-Schemata passen. So manche Schätze habe ich dadurch schon entdeckt (Dorothy Baker, Margaret Forster und aktuell Ada Dorian fallen mir da gerade spontan ein) – sooo verkehrt ist das manchmal nicht, was der Verlag da macht. Aber vielleicht läuft die Auswahl für Buchhandlungen auch anders als bei Presse- und Blog-Rezensionexemplare.
      “Klonbücher” ist ein hübsches Stichwort. davon gibt es definitiv zu viele.

      • Antworten Moyas Buchgewimmel 1. März 2017 von 10:25

        Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr oft in die Buchhandlung gehe. Bei uns gibt es nur noch Thalia und da werden normalerweise, zumindest nach meinen letzten Erfahrungen, nur die großen Bestseller gelagert. Mit denen kann ich meistens nicht viel anfangen. Ich stöbere inzwischen nur noch im Netz auf der Suche nach neuem Lesestoff und klappere die Blogs ab, die sich für mich als gute “Ratgeber” erwiesen haben. Und wenn es das nicht ist, dann verfalle ich einem schönen Cover… 😀

        LG Sam

        • Antworten Papiergeflüster 1. März 2017 von 20:00

          @Moyas Buchgewimmel das ist schade. 🙁 Auch bei den Ketten kann man auf solche Schätze stoßen, wenn dort entsprechend motivierte Buchhändler arbeiten. Das ist wirklich Glückssache.

      • Antworten Papiergeflüster 1. März 2017 von 19:58

        @Tanjuschkina mit den Leseexemplaren im Buchhandel ging es mir auch so, dass ich den einen oder anderen Schatz fand, den ich sonst nie gelesen hatte. Aber die Buchhandels-Leseexemplare habe ich oft auch nur quer gelesen und hatte keine Verpflichtung, sie zu lesen und etwas darüber zu schreiben. Dorothy Baker mit “Zwei Schwestern” war tatsächlich auch bei mir so ein Schatz.
        Wenn ich Rezensionsexemplare fürs Blog anfordere sind die für mich verbindlicher, als die Leseexe aus dem Buchhandel. 🙂

  • Antworten Mariki 2. März 2017 von 16:32

    Ich finde mich in deinem Beitrag absolut wieder! Und hab erst gestern wieder einige ungelesene Bücher aussortiert …

    • Antworten Papiergeflüster 2. März 2017 von 20:30

      @Mariki ich denke in letzter Zeit sehr oft an Dich und Dein Regal, das ist mein insgeheimes Ziel. Aber es wird wohl noch ein wenig dauern, bis ich da ankomme. 🙂

  • Antworten M.T. Mellor 3. März 2017 von 05:33

    Kann jedes Wort unterschreiben! Gerade deswegen sind gute Buchblogs wie dieser hier für mich so wichtig. 500 begeisterte Rezensionen bei Amazon sagen mir ausschließlich, dass ein Buch wahrscheinlich handwerklich gut gemacht ist (und selbst da kann man immer wieder überrascht werden). Aber für echte Entdeckungen brauchen wir die Empfehlungen von Leuten wie dir – die auf der Suche nach den Geschichten sind, die es wert sind zu lesen. Da benötigt es noch nicht einmal eine höchst ausführliche Rezension, ein simples „Gefällt mir“ genügt 🙂 In diesem Sinne auch noch mal ein großes Danke von meiner Seite.

    • Antworten Papiergeflüster 3. März 2017 von 19:46

      @M.T.Mellor vielen Dank für das Kompliment 🙂 Demnächst gibt es auch wieder Buchtipps hier, ein paar habe ich schon geschrieben. 😉 Danke an Dich und jeden Leser, ohne euch würde es nur halb so viel Spaß machen!

    • Antworten frederica987 10. März 2017 von 01:04

      AS Byatt hat mal gesagt oder besser geschrieben, dass sie erfreut ist, dass auf Amazon richtige “Literaturkritik” stattfindet, dass die Leute durchaus kritisch über das Buch, seine Bedeutung, interessante Absätze etc. diskutieren. Und oft kann man schon aus Rezensionen erfassen, ob es sich umbezahlte Lobhudeleien, eingefleischte Fans oder Lob aufgrund bestimmter Erwartungen handelt. Oft gibt es ja auch die negativen Rezis zum gleichen Buch und man kann abschätzen, ob man selbst eher die Kriterien der glühenden Verfechter oder der angeödeten Buchabbrecher teilt. Ein sehr schöner Lesestoff waren für mich übrigens die negativen Rezensionen Zu “Shades of Grey”. Ich habe die Bücher selbst nicht gelesen, wollte aber mal wissen, ob sich das evtl. lohnt. Und habe dann bei einigen der Ein-Sterne-Rezensioenn herzhaft gelacht!

  • Antworten frederica987 10. März 2017 von 00:59

    100 Bücher finde ich schon viel. Also ca. alle drei Tage ein neues Buch angefangen?
    Ich lese eher wenig. Wenn mich ein Buch fesselt, verbringe ich viel Zeit mit dem Buch, suche nach weiteren Büchern des Autors oder Genres oder nach Hintergrundinfos, denke über die Geschichte bzw. den Inhalt nach, lese das Buch (mehrfach) noch mal. Da komme ich im Extrem auf 40 Bücher pro Jahr, oft auch auf weniger.

    Manchmal hat man Phasen, in denen einen ein Buch wochen- oder sogar monatelang verfolgt, in denen man sehr wenig liest oder sich auch von dem einen Buch nicht trennen kann. Und manchmal hat man Phasen, in denen man querbeet sehr viel liest; dann in meinem Fall oft eher aus bzw. in der Bücherei oder Unibib (Sachbücher, Fachbücher, auch “fachfremd”).
    Ich persönlich sehr für mich persönlich Bücher nicht als Nahrungsmittel an: Eines gerade verdaut, schon wartet die nächste Mahlzeit. Das schaffe ich nicht. Ich habe halt diese intensiven Phasen, in denen ich verschiedene Bücher parallel über ein Thema oder von einem Autoren lese und die “Trockenphasen”. Schwierig finde ich es, sehr viele unterschiedliche Bücher hintereinander weg zu lesen, also Biografie, Krimi, heitere Unterhaltung, Sachbuch, Thriller, Romanze. Dazwischen brauche ich doch Zeit zum “Verdauen”. Deshalb kann ich die meisten Bücher, die ich gelesen habe und die einen Eindruck hinterlassen haben, heute noch zusammenfassen, Zitate und manchmal Seitenzahlen nennen. Deshalb schaffe ich aber nicht so viele Bücher im Jahr.

    Inspirationen gibt es oft auf Literaturschock (Forum), wenn andere begeistert ein Buch rezensieren, manchmal durch Bücherblogs, oft durch Freunde, die begeistert von einem Buch reden, manchmal einfach durchs Stöbern im Laden oder auch, ja, bei Amazon. Im Bereich Kochbücher finde ich da die Empfehlungen oft treffend; im Bereich Literatur ist das schwieriger. Sehr oft gehe ich von einem Roman, der mich begeistert zur Biografie des Autors und dann zu Sachbüchern zu dem Thema. Z.B. “Das Seelenhaus”/ “Burial rites” von Hannah Kent brachte mich zur Suche nach Büchern über Island (Reiseführer, Geschichte; einen guten Bildband habe ich noch nicht gefunden). Damit ist man dann erst mal eine Weile beschäftigt. Eine Weile habe ich überlegt, nur wegen der Aussprache verschiedener Höfe etc., die ich sehr interessant fand, die Hörbuchausgabe zu bestellen, fand das dann aber doch zu teurer für nur diesen Zweck. Die Sprache würde mich, irgendwann später, aber doch mal interessieren.
    Dann entdeckte ich im Literaturschockforum eine Rezension zu Helen Russels Buch “The year of living Danishly”. Das führte wieder zu Reiseführern, Bildbänden, Geschichtsbüchern über Dänemark und diversen Hygge-Büchern. Auf der Liste stehen noch ein paar Erfahrungsberichte über das Land von Touris und Einwanderern, die ich aber noch nicht gekauft habe. Über das Interesse und ein Bücher über Innenarchitektur in Dänemark fand ich dann einen interessanten Blog über Ferienhäuser, Einkäufe, Land, Leute und Deko von einer deutschen Auswanderin. Man sieht, in dieser Zeit habe ich dann weniger Elan für Romane!

    Ich möchte auch nicht zu viele Romane kaufen, weil ich dann viele davon einfach schnell wieder vergesse. Mein letzter gelesener Roman war im Herbst letzten Jahres Margaret Atwoods “The heart goes last”. Das war ein Spontankauf in der Buchhandlung beim Stöbern. Das Buch war auch spannend, ich habe es an einem Nachmittag gelesen, aber es hat mich nicht groß hinterher beschäftigt und es gab mMn ein paar Logiklöcher, die störten, so dass ich es eher als Restaurant-Pizza klassifizieren würde. Lecker, kann man mal machen, muss man aber nicht sofort wiederholen.
    Auf der anderen Seite habe ich mich sehr lange mit dem Sachbuch “Plate to pixel” über Foodfotografie befasst – superschöne Fotos, interessante Anleitungen, die nicht so techniklastig sind, Anleitungen, wie man normales Essen mit einfacher Ausrüstung ohne Tricksen in Poesie verwandelt/ verwandeln könnte, wenn man sich reinkniet. Das Buch hat mich lange begleitet und auch zu diversen anderen Anleitungsbüchern über Foodfotografie, Foodblogging sowie diversen Kochbüchern mit ähnlichen Fotos geführt. In der Zeit standen die Romane wieder hinten an.
    Ich denke, der Funke muss überspringen. Man muss ein Buch nicht einfach so lesen wollen, sondern brennende Fragen haben: Was steckt dahinter? Was ist passiert? Was kann ich über das Hauptthema lernen?
    Oder auch: Diese Sprache oder Beschreibung ist mir total fremd, davon will ich erst mal mehr erfahren. “Lies mal das Buch” reicht nicht, es muss einen dringenden Grund geben, dann halte ich auch durch und möchte mehr zum Thema (Thema kann auch die Sprache oder Atmosphäre etc. sein) erfahren.
    Schön finde ich immer wieder Bücher über Bücher, übers Lesen, über Büchereien oder Buchhandlungen, sowohl fiktiv als auch in Form von Sachbüchern oder Bildbänden. Auch das kann wieder zum Lesen anregen.
    Nicht zuletzt gibt es zahlreiche Romane, die selbst von Büchern oder Buchhändlern, Bibliotheken etc. handeln und oft eine umfangreiche Liste an möglicher Literatur enthalten.
    Zwei Bücher, die mich zu einiger Lektüre angeregt haben, war eine Biografie über Stephen King – sowohl seine eigene “Das Leben und das Schreiben”/ “On writing” als auch die von George Beahm “Stephen King. Leben und Werk” als auch – ganz anderes Genre – eine Essaysammlung von A.S.Byatt “On histories and stories”. Beide Bücher enthalten viele Literatur-“Ideen” (Empfehlungen sind es ja nicht direkt).
    Eine Liebeserklärung ans langsame Lesen mit wenigen Empfehlungen, die man dann aber durchgehen möchte, ist mMn Jeanette Wintersons “Art objects” (wonach man unbedingt Virginia Woolf liest).
    Etwas älter: “The comlete polysyllabic spree” von Nick Hornby: Welche Bücher hat er pro Monat gekauft, welche hat er gelesen, was stand drin, was war interessant, was langweilig, zu welchen Aktivitäten haben die Bücher geführt, welche Aktivitäten haben die Lesezeit eingeschränkt? Danach möchte man unbedingt “Housekeeping” lesen von Marilynne Robinson und evtl. Bücher von Dickens.
    Schön fand ich auch von AS Byatt und Ignez Sodre “Imagining characters: Six conversations about women writers”, in denen 5 verschiedene Klassiker einfach von den beiden Frauen diskutiert werden (und wenn man sie nicht schon hat, kauft man sich parallel die Klassiker oder liest sie noch mal). Am Ende gibt es übrigens eine sechste Diskussion, die kein Buch bespricht, sondern über die Bedeutung von Büchereien für Kinder und die eigene Kindheit sinniert. Finde ich im Hinblick auf diesen Blog ganz interessant!

  • Antworten Naanie 12. März 2017 von 17:49

    Oh, wie gut ich dieses Gefühl kenne! Früher auch Vielleser und jetzt vielleicht 10-20 Bücher im Jahr (da gibt es auch noch so viel andere, neue Ablenkung). Krimis interessieren mich nicht, Liebesgeschichten sind immer das gleiche und ich will doch das Besondere, ohne, dass es anstrengend wird. Manchmal habe ich auch Glück und finde so ein Buch. So wie das Ende der Einsamkeit oder Wo ein bisschen Zeit ist…
    Vielleicht muss ich mich aber auch wieder etwas mehr mit Büchern und Bücherrecherche befassen. ?

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