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Horror

Besprechungen Gezeichnetes

Ein niederländischer Comic: “In the Pines – 5 Murder Ballads” von Erik Kriek

7. Oktober 2016

inthepines

„Murder Ballads“ sind die Klassiker der amerikanischen Folkmusik. Düstere Geschichten, rund um Liebe, Verrat und Rache. Sie erzählen Geschichten und werden immer wieder von verschiedenen Musikern neu interpretiert. Jetzt hat auch ein niederländischer Comiczeichner sich der Geschichten angenommen und fünf davon in kurzen Horror-Comic-Geschichten verarbeitet. Weiterlesen

Besprechungen Krimis und Thriller

Thomas Finn – Dark Wood

25. September 2016

darkwood

Um ihre insolvente Werbefirma zu retten, nehmen sechs der Angestellten an einer Reality Show teil. Sie werden in der norwegischen Wildnis ausgesetzt, müssen Aufgaben erfüllen und dabei die Zuschauer gut unterhalten. Der leichte Nervenkitzel wird allerdings schnell zu einem realen Kampf um Leben und Tod. Im Wald gehen seltsame Dinge vor, Menschen verschwinden spurlos. War an den Gerüchten im Dorf vielleicht doch etwas dran? Lebt in diesen Wäldern etwas, das seit Jahren immer wieder neue Opfer findet? Weiterlesen

Besprechungen Krimis und Thriller

Sonja Rüther – Eine Spur aus Frost und Blut

12. November 2015

SpurFrostBlut

Frau Holle ist ungehalten. Jahrhunderte lang hielten sich die Menschen an ihre Abmachung und schickten ihr jedes Jahr ein Mädchen, um ihr zur Hand zu gehen. Denn die Unsterblichkeit hat Frau Holle nicht vor dem Altern bewahrt, ihre Aufgaben wurden zu anstrengend. Doch jetzt kommen keine Mädchen mehr. Wohl oder übel muss sie sich auf die Erde begeben um zu erfahren, was passiert ist. Ohne Hilfe wird es nicht schneien, ohne Schnee kommt es zur Katastrophe. Auf der Erde wird sie allerdings schon erwartet. Von all den Pechmaries, die sie im Laufe der Zeit mit Unsterblichkeit „gesegnet“ hat. Weiterlesen

Besprechungen Phantastik

Sonja Rüther (Hrsg.) – Aus dunklen Federn

4. Dezember 2014

AusdunklenFedern

„Aus dunklen Federn“ ist eine Horror-Anthologie, mit Geschichten von Thomas Finn, Markus Heitz, Boris Koch, Lena Falkenhagen und ein paar anderen. Wer diese Geschichten lesen möchte, sollte nicht zart besaitet sein. Hinterhältige Mumien, alles andere als harmlose Spiegelbilder und ein Tannenbaum, nachdem man Weihnachten lieber ohne Baum verbringen möchte, geben sich hier ein Stelldichein. Aber ein eher ungemütliches, dafür umso spannenderes, das mir mehr als eine Nacht verkürzt hat. Weiterlesen

Besprechungen Phantastik

Christoph Hardebusch – Die Werwölfe

3. Dezember 2009

Werwoelfe

Der junge Niccolo Viviani begibt sich auf die Grand Tour, er soll die Welt kennen lernen und in die Gesellschaft eingeführt werden. Am Genfer See begegnet er dabei Lord Byron und seinen Freunden, die einen sehr zweifelhaften Ruf haben. Nicht zu unrecht, wie sich bald heraus stellt. Ein dunkles Geheimnis umgibt ihre kleine Gruppe, in das auch Niccolo eingeweiht wird, das Geheimnis der Wolfsmenschen. Doch bevor sie ihn in ihre Gemeinschaft aufnehmen können, kommt ihnen die Inquisition auf die Spur und ist ihnen von nun an ständig auf den Fersen. Das Geheimnis der Wolfsmenschen lässt Niccolo nicht mehr los. Wenn es sie tatsächlich gibt, warum dann nicht auch andere vermeintliche Sagengestalten?

Die Werwölfe geben sich hier ein Stelldichein mit Vampiren. Doch Hardebusch hat es geschafft, die Handlung über den schon oft beschriebenen uralten Krieg zwischen Blutsaugern und Lykantrophen hinausgehen zu lassen. Auch die Inquisition darf in solch illustrer Gesellschaft natürlich nicht fehlen, wobei auch sie das ein oder andere dunkle Geheimnis birgt.

Wer einen Roman über das blutige Treiben von Werwölfen in Vollmondnächten erwartet, wird enttäuscht sein. Natürlich gibt es den ein oder anderen Zusammenstoß, wer „Die Trolle“ gelesen hat weiß auch, dass Christoph Hardebusch bei solchen Szenen nicht zimperlich ist. Aber es hält sich im Rahmen. Im Vordergrund steht die Suche Niccolos nach dem alten Wissen über Werwölfe, das die Kirche vor allen anderen versteckt. Wobei die Suche nach diesem Wissen einen guten Grund hat und natürlich alles andere als ungefährlich ist. Immer wieder Thema ist auch die Frage, ob und wie man Beziehungen zu „normalen“ Menschen führen kann, wenn man selbst ein Werwolf oder auch ein Vampir ist.

Wer fürchtet einen der gerade so verbreiteten Liebesschinken im Horrorgewand vor zu finden, kann beruhigt sein. Es handelt sich hier um einen klassischen Horror- oder auch Dark Fantasy- Roman, und zwar einen der empfehlenswerten Sorte. Hardebusch schafft es, den Leser in die vorviktorianische Zeit zu entführen und die Gesellschaft der Salons und Theater erleben zu lassen.

Mir hat das Buch wieder richtig Lust auf Horrorlektüre gemacht, wobei es gerade nicht einfach ist, ein Vampir- oder Werwolfbuch zu finden, dass kein getarnter Nackenbeißer ist. (Wer den Ausdruck nicht kennt: Liebesromane, auf denen schmachtende Damen im Arm ihrer Liebsten vergehen, während diese aussehen, als würden sie gleich in den Nacken der Angebeteten beißen, werden als „Nackenbeißer“ bezeichnet. Das jetzt Vampire gerne die Hauptrolle des holden Recken übernommen haben, hängt sicher nicht mit dieser schon länger gebräuchlichen Bezeichnung zusammen.)

Die Werwölfe – Christoph Hardebusch
512 Seiten, Heyne
ISBN 9783453533165, 14,00 €