Besprechungen Historischer Roman

Rebecca Gablé – Die fremde Königin

13. Mai 2017

Gaidemar ist ein Bastard ohne Land und ohne Namen, er hat nur sein Schwert und seine Lanze. Die führt er allerdings meisterhaft und wird zum Panzerreiter. Eines Tages wird er mit einem besonderen Auftrag nach Italien geschickt, er soll die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft befreien. Es gelingt ihm und die gemeinsame Flucht verbindet die beiden von da an, auch wenn Adelheid schon wenige Tage später Otto den Großen heiraten muss. Gaidemar bleibt Soldat und macht Karriere im Haushalt des Bastards von König Otto, der Königsfamilie näher als ihm selbst oft lieb ist. Aber seine Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen.

Wenn ich das so lese, wäre das auch großartiger Stoff für einen vor Kitsch triefenden historischen Roman mit viel Liebe und Drama gewesen. Dann hätte ich ihn aber niemals zu Ende gelesen und erst recht nicht so verschlungen, wie ich es tat. Rebecca Gablé schafft es immer wieder, zu zeigen, dass historische Romane so viel mehr können, als vor Schmalz zu triefen. Historische Ereignisse und ganze Epochen verarbeitet sie zu Romanen, die nicht nur historisch korrekt sind, sondern auch anspruchsvollere Leser zu begeistern wissen. Ohne übertriebene Dramatik, die Geschichte bringt selbst schon genügend Drama mit sich, fesselt sie ihre Leser. Von den über 700 Seiten war nicht eine einzige langweilig. Otto der Große war mir dato eher ein grober Begriff, dank „Das Haupt der Welt“ und „Die fremde Königin“ habe ich mehr über diese Zeit der deutschen Geschichte gelernt als in jeder Unterrichtsstunde. Und mich dabei gut unterhalten. Eine Leseempfehlung für alle, die mit historischen Schmonzetten nichts anfangen können, aber trotzdem gerne mal in der Vergangenheit abtauchen möchten.

Die fremde Königin – Rebecca Gablé
Bastei Lübbe Verlag

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