Belletristik Besprechungen

Emanuel Bergmann – Der Trick

5. Juni 2016

DerTrick

Der 15jährige Mosche verliebt sich in die Magie. Er läuft von Zuhause weg um sich einem Zirkus anzuschließen und das Zauberhandwerk zu lernen. Nebenbei lernt er auch noch die Liebe kennen, und die Härten des Lebens, wenn man als Jude in Zeiten des Nationalsozialismus unterwegs ist.
Der zehnjährige Max ist überzeugt, dass der Zauberspruch der ewigen Liebe, den er auf der Schallplatte des Großen Zabbatinis fand, die Ehe seiner Eltern retten kann. Dummerweise hat die Platte an genau dieser Stelle einen Kratzer. Er setzt alles daran, den Zauberer zu finden, um von ihm diesen Spruch zu lernen.

Siebzig Jahre trennen Mosche und Max voneinander und doch eint sie mehr, als sie ahnen. Den alternden Zauberer, der das KZ überlebte und versucht seine eigene Geschichte zu vergessen. Und den kleinen Jungen, der die Geschichten seiner Großmutter nicht mehr hören möchte, die durch Erzählen zu verarbeiten versucht, was sie während der Shoa erlebte und überlebte.

„Der Trick“ ist eine zauberhafte Geschichte, was man wörtlich nehmen darf. Sie besticht durch ihren ganz besonderen Humor, der feinsinnig immer wieder an unerwarteten Stellen auftaucht. Gleichzeitig aber auch durch ihre Tiefe, „Der Trick“ berührt seine Leser auf vielen Ebenen und prägt sich ein. Mit seinen wunderbar schrulligen Charakteren und der einen oder anderen Überraschung, bis zum Ende.

Ein ganz besonderes Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der Unterhaltung mit Niveau mag. Platte Phrasen sucht man hier vergebens, stattdessen findet man ein Kleinod, dem ich viele Leser wünsche.

"buchhandel.de/

Der Trick – Emanuel Bergmann
400 Seiten, Diogenes Verlag
ISBN 9783257069556, 22,00 €
Gebunden

Online kaufen beim Buchhändler um die Ecke:
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eBook
ISBN 9783257607093, 18,99 €

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2 Kommentare

  • Antworten Jessica 9. Juni 2016 von 00:36

    Vielen Dank für die vielversprechende Rezension! 🙂 “Der Trick” ist direkt auf meinem Wunschzettel gelandet. Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert von den literarischen Schätzen, die der Diogenes Verlag herausgibt.

    • Antworten Papiergeflüster 9. Juni 2016 von 06:27

      Oh ja, da hat Diogenes wirklich ein Händchen für. 🙂

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