Bloggerleben

Blogtour Agatha Christie

7. September 2015

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Agatha Christie hat Geburtstag und es gibt Geschenke, aber um da dran zu kommen muss präzise, ganz wie ein Hercule Poirot ermittelt werden! Anlässlich des 125. Geburtstags der Queen of Crime laden sechs Blogger gemeinsam mit dem Atlantik Verlag zur Blogtour ein und Papiergeflüster macht den Anfang.

Vom 7. bis 12. September 2015 präsentieren wir euch täglich einen Teil der Hercule-Poirot-Geschichte “Die Pralinenschachtel” auf je einem der teilnehmenden Blogs, verbunden mit einer Rätselfrage. Wer alle Fragen gelöst hat, dem winken am Ende tolle Preise!

Das könnt ihr gewinnen:

1. Platz: Bahnhofsuhr + XXL-Christie-Bücherpaket

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2. – 10. Platz: Ein kleines Buchpaket, bestehend aus „Das große Hercule Poirot-Buch“und einem Christie-Buch eigener Wahl.

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Was müsst ihr dafür tun?

Löst die Rätselfragen, die ihr jeden Tag unter einem weiteren Teil der Geschichte “Die Pralinenschachtel” auf einem der teilnehmenden Blogs findet, fügt die Buchstaben der Lösung zusammen und schickt das Lösungswort bis zum 20. September 2015 an gewinnspiel@hoca.de. Die vollständigen Teilnahmebedingungen findet ihr hier.

Hier kommt der erste Teil der Geschichte, zusammen mit dem ersten Rätsel:

Die Pralinenschachtel

Es war eine wilde Nacht. Der Wind heulte wütend, und der Regen peitschte in heftigen Böen gegen die Fenster.
Poirot und ich saßen vor dem Kamin, die Beine den fröhlich knisternden Flammen entgegengestreckt. Zwischen uns stand ein kleiner Tisch. Auf meiner Seite dampfte ein sorgfältig zubereiteter Grog, neben Poirot eine Tasse dicker, kräftiger Schokolade, die ich nicht einmal für hundert Pfund getrunken hätte! Poirot nippte an dem dickflüssigen, braunen Modder in der rosafarbenen Porzellantasse und seufzte vor Zufriedenheit.
»Quelle belle vie!«, murmelte er.
»Ja, ja, wir leben schon in einer guten Welt«, pflichtete ich ihm bei. »Ich sitze hier, habe Arbeit, und sogar eine gute Arbeit! Und dort sitzen Sie, berühmt …«
»Ach, mon ami!«, protestierte Poirot.
»Aber das sind Sie doch. Und völlig zu Recht! Wenn ich an die lange Reihe Ihrer Erfolge zurückdenke, komme ich aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. Ich glaube, ›scheitern‹ ist für Sie ein Fremdwort!«
»So etwas kann wirklich nur ein drolliger Kauz behaupten!«
»Nein, im Ernst, sind Sie jemals gescheitert?«
»Unzählige Male, wo denken Sie hin! La bonne chance, man kann es nicht immer auf seiner Seite haben. Ich bin zu spät zurate gezogen worden. Sehr oft war jemand anders vor mir am Ziel. Zweimal wurde ich, als ich bereits dicht vor dem Erfolg stand, von einer Krankheit heimgesucht. Man muss die Höhen und Tiefen nehmen, wie sie kommen, mon ami.«
»So habe ich das nicht gemeint«, sagte ich. »Ich meinte, sind Sie jemals in einem Fall durch eigenes Verschulden komplett auf die Nase gefallen?«
»Ah, ich verstehe! Sie wollen wissen, ob ich mich jemals zu einem ausgewachsenen Esel gemacht habe, wie man hierzulande sagt? Einmal, mon ami …« Ein leises, nachdenkliches Lächeln huschte über sein Gesicht. »Ja, einmal habe ich mich zum Narren gemacht.«
Plötzlich richtete er sich in seinem Sessel auf.
»Sehen Sie, mon ami, Sie haben, wie ich weiß, Buch über meine kleinen Erfolge geführt. Jetzt können Sie Ihrer Sammlung eine weitere Geschichte hinzufügen, die Geschichte eines Scheiterns!«
Er beugte sich vor und legte ein Scheit ins Feuer. Nachdem er sich die Hände sorgfältig an einem kleinen, neben dem Kamin an einem Nagel hängenden Tuch abgewischt hatte, lehnte er sich zurück und begann mit seiner Erzählung.
»Was ich Ihnen jetzt erzähle«, so Monsieur Poirot, »spielte sich vor vielen Jahren in Belgien ab, und zwar genau zu der Zeit, als in Frankreich dieser furchtbare Kampf zwischen Kirche und Staat tobte. Monsieur Paul Déroulard war damals ein bedeutender französischer Abgeordneter. Es war ein offenes Geheimnis, dass ein Ministerposten auf ihn wartete. Da er zu den erbittertsten Gegnern der Katholiken gehörte, war klar, dass er sich nach seinem Machtantritt heftigen Feindseligkeiten ausgesetzt sehen würde. Er war in vielerlei Hinsicht ein eigenartiger Mensch. Obwohl er weder trank noch rauchte, war er in anderen Dingen längst nicht so pingelig. Verstehen Sie, Hastings, c’était des femmes – toujours des femmes!
Einige Jahre zuvor hatte er eine junge Dame aus Brüssel geheiratet, die eine erhebliche dot in die Ehe eingebracht hatte. Diese Mitgift war ihm bei seiner Karriere zweifelsohne nützlich, denn seine Familie war nicht reich, obwohl er das Recht hatte, sich, wenn er wollte, Monsieur le Baron zu nennen. Aus der Ehe gingen keine Kinder hervor, und nach zwei Jahren starb seine Frau – an den Folgen eines Treppensturzes. Unter den Gütern, die sie ihm hinterließ, war auch ein Haus in der Avenue Louise in Brüssel.
In diesem Haus ereilte ihn auch sein plötzlicher Tod, der mit dem Rücktritt des Ministers zusammenfiel, dessen Amt er erben sollte. Sämtliche Zeitungen druckten ausführliche Würdigungen seiner Laufbahn. Seinen Tod, der recht überraschend nach einem Abendessen eingetreten war, hatte man einem Herzversagen zugeschrieben.
Zu jener Zeit, mon ami, arbeitete ich, wie Sie wissen, bei der belgischen Kriminalpolizei. Monsieur Paul Déroulards Tod interessierte mich nicht besonders. Ich bin, wie Sie ebenfalls wissen, ein bon catholique, und sein Ableben schien mir ein Glücksfall.
Etwa drei Tage später, mein Urlaub hatte gerade begonnen, erhielt ich bei mir zu Hause Besuch – von einer tief verschleierten, aber offensichtlich recht jungen Dame, die ich sofort als ein jeune fille tout à fait comme il faut erkannte.
›Sie sind Monsieur Hercule Poirot?‹, fragte sie mit einer leisen, weichen Stimme.
Ich verbeugte mich.
›Von der Kriminalpolizei?‹
Erneut verbeugte ich mich. ›Bitte nehmen Sie doch Platz, Mademoiselle‹, sagte ich.
Sie setzte sich in den angebotenen Sessel und schlug den Schleier zurück. Ihr Gesicht war bezaubernd, allerdings von Tränen gezeichnet und wie von quälender Angst gepeinigt.
›Monsieur‹, sagte sie, ›ich weiß, Sie haben Urlaub. Es steht Ihnen also frei, einen privaten Auftrag zu übernehmen. Sie werden verstehen, dass ich nicht die Polizei hinzuziehen möchte.‹

 Agatha Christie
Das große Hercule-Poirot-Buch
Die besten Kriminalgeschichten
ISBN 978-3-455-60032-2
Copyright © 1999 Agatha Christie Limited. All rights reserved.
AGATHA CHRISTIE® POIROT® and the Agatha Christie Signature are registered trade marks of Agatha Christie Limited in the UK and/or elsewhere. All rights reserved.
Für die deutschsprachige Ausgabe
Copyright © 2015 by Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg
Aus dem Englischen von Michael Mundhenk

Die 1. Frage: Hastings bezeichnet Poirots Getränk als braunen…? Der zweite Buchstabe des Wortes gehört an die 5. Stelle des Lösungsworts.

Wie die Geschichte weitergeht, lest ihr morgen auf KrimiLese und danach auf den anderen teilnehmenden Blogs:

8. September: krimilese.wordpress.com
9. September: kielfeder-blog.de
10. September: readpack.de
11. September: lesestunden.de
12. September: frauhauptsachebunt.de

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7 Kommentare

  • Antworten Gerd D. 7. September 2015 von 16:25

    Ah, “Es war eine dunkle, stürmische Nacht”, immer ein guter Anfang für eine Geschichte.

    • Antworten Papiergeflüster 8. September 2015 von 20:12

      Der Klassiker 🙂

  • Antworten literatur-internet 8. September 2015 von 12:34

    Hi,

    Das ist eine klasse Idee! Ich bin leider erst vor 10 Minuten auf die wunderschöne Agatha-Christie-Reihe von Atalntik gekommen, weil eine andere Bloggerin Der Tod auf dem Nil besprochen hat und ich das auf meine Leseliste geschrieben habe. Bin dabei, fange gleich an, das Lösungswort zu notieren.

    Viele Grüße,
    Ulrike

    • Antworten Papiergeflüster 8. September 2015 von 20:12

      Für das Rätsel hast Du ja noch Zeit bis zum 20. September. 🙂 Und die Bücher sind wirklich wunderschön, ich bin auch ganz verliebt!

  • Antworten Blogtour Agatha Christie mit Hercule Poirot | Kielfeder 9. September 2015 von 00:10

    […] Papiergeflüster 08.09. Krimilese 09.09. Kielfeder 10.09. ReadPack 11.09. Lesestunden 12.09. […]

  • Antworten [Blogtour] Agatha Christie 12. September 2015 von 07:33

    […] 07.09.15 Papiergeflüster […]

  • Antworten thebookshelf 15. November 2015 von 20:13

    Meine Güte was für eine tolle Idee 😀 Ich bin großer Agatha Christie Fan, vor allem jetzt im Herbst/Winter verschlinge ich die Romane nur so. Tolle Aktion und schade, dass ich erst jetzt darauf gestoßen bin.

    liebste Grüße

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