Gewinnt “Das Buch ohne Staben” wenn ihr euch traut

Gewinnspiele gibt es auf diesem Blog normalerweise kaum. Doch diesmal ist durch eine kleine Verwirrung “Das Buch ohne Staben” von Anonymous zweimal als Rezensionsexemplar bei mir angekommen. Mit Erlaubnis des Bastei Lübbe Verlages verlose ich das zweite Exemplar an euch, wenn ihr euch denn traut.

Denn jeder, der den ersten Band “Das Buch ohne Namen” las, ist tot. Für den Rest kommt nun der zweite Band, “Das Buch ohne Staben”. Zusammen mit einer Warnung von Bourbon-Kid höchstpersönlich:

“Jeder der dieses Buch liest stirbt – andererseits – was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut etwas zu riskieren?”

gezeichnet: Bourbon Kid

Für empfindliche Leser ist dieses Buch die falsche Wahl. Es ist brutal und blutig, ein richtig schöner Splatter-Roman inklusive Vampiren und Werwölfen. Wer nichts gegen ein kleines Gemetzel zwischendurch einzuwenden hat und sich bei Filmen von Quentin Tarantino nicht die Augen zuhält, sollte es versuchen. Sofern er bereit ist, sein Leben zu riskieren.

Wollt ihr es wagen? Wollt ihr “Das Buch ohne Staben” gewinnen?

Nichts einfacher als das: berichtet in den Kommentaren, wann ihr schon mal den Mut hattet etwas zu tun, von dem ihr wusstet, dass ihr es eigentlich besser lassen würdet. Was war es? Unter allen Kommentaren, die bis zum 10.10.2010 um 24:00 Uhr eingehen, wird das Buch verlost.

Viel Erfolg, ich freue mich schon auf eure Kommentare.

Meine Rezension zum Buch findet ihr hier.

11 Kommentare

  1. Lariel sagt:

    Eine Freundin und ich sind früher immer nachts in den Wälder rumgestreunt und haben dort unseren “Spaß” gehabt. Nachts sieht es dort jedoch immer gruselig aus…
    Eines Abends kamen wir dann wirklich mal auf die Idee, über den zun eines kleinen Grundstücks zu klettern. Das Grundstück lag am Rand des Waldes, an einem Fußweg. Wir wissen bis heute nicht, wem es gehört, aber es sah schon immer von außen sehr schön aus: ein kleiner Teich id er Mitte, rundherum Bäume, Sträucher und Blumen und eine kleine Hütte am Rand.
    Also sind wir da über den Zaun geklettert und haben uns das mal angesehen, das ging auch 10 Minuten lang gut. Die Bäume sahen unheimlich aus, nur beleuchtet vom Mondlicht, aber wäre da am Rand des Teichs eine bank gewesen, wär das sicher alles total romantisch gewesen. Aber wir haben natürlich rumgealbert und so und auf einmal ging in der Hütte das Licht an. Wir haben uns so erschrocken und sind erstmal wieder zum Zaun zurück gelaufen und drüber geklettert.
    Ob uns da jemand gesehen hat, weiß ich bis heute noch nicht… *lach*

  2. Sternenwanderer-01 sagt:

    Früher waren wir furchtlos. Unsere Gang (ich, mein Bruder, ein paar Nachbarskinder) hatte vor nichts Angst. Wir gingen nachts auf den Friedhof, in den Wald. Schön gruselig oder…

    So, aber wir hatten in unserer Nachbarschaft ein kleines Holzhäuschen, mit so einem alten, halb verfaulten Zaun rundherum. Wir bildeten uns immer ein, daß sie eine Hexe war, und uns in Mäuse verwandelte (heute wissen wir es besser). Irgendwann kamen wir auf die Idee, eine Mutprobe daraus zu machen. Wer sich traute, nachts an ihrer Tür zu läuten, der wird Anführer der Gang. Natürlich hat sich keiner getraut, also wurde es ausgeknobbelt. Und wen traf die Wahl?
    Natürlich mich. Wenn sonst? Ich hatte bei solchen Sachen immer Pech. Also kurz nachdem es dunkel war, an einem Freitag abend, sollte ich mich der Mutprobe stellen.
    Ich schleiche mich also durchs Gartentor zur Haustür und wollte gerade die Klingel betätigen, da….
    geht doch tatsächlich die Haustür auf und vor mir steht die “Hexe”, mit einem spitzen Hut auf dem Kopf, einem Besen in der Hand, eine riesige Warze im Gesicht und streckt die Hand nach mir aus. “Ahh, noch ein Kind für meine Sammlung.” Und dann hat sie so komisch gekichert.
    Da kriegte ich den Schreck meines Lebens, ich lief laut schreiend davon, sie lachte mir hinterher und rundherum gingen die Lichter in der Nachbarschaft an.
    Tja was soll ich sagen, heute sitze ich mindestens zweimal in der Woche bei Cilli, “der Hexe”, und trinke Tee mit ihr. Sie hat uns damals ganz schön zum Narren gehalten. Aber ich muß zugeben zu Recht. Kein Mensch hat das Recht einen anderen als “Hexe” oder sonstwas zu bezeichnen, ohne ihn vorher kennengelernt zu haben. Sie lebt alleine, da ihr Mann schon früh starb, sie hat keine Kinder und lebt halt zurückgezogen. Aber über netten Besuch freut sie sich immer und sie erzählt tolle Geschichten.

  3. Tanja sagt:

    Huhu!
    Es gibt mehrere Dinge die ich machen musste oder gemacht habe, hätte es aber lieber sein lassen sollen. Hier nun ein Erlebnis aus meinem Leben.

    Ich fang einfach mal an….
    1995 bei Oldenburg – Es war ein zauberhafter Morgen und ich war gerade im Begriff mich für die Berufsschule startklar zu machen, als ein riesiges krabbelndes Etwas quer durch meine 35 qm große Einzimmerwohnung huschte. “Aaaaah…!” Mit meinem Gekreische hatte ich wahrscheinlich alle meine Nachbarn geweckt. Ich saß nicht – ich stand auf meinem Bett.
    - Kreidebleich und total geschockt -
    Meine Hände waren nass vom kalten Schweiß und ein Schauer nach dem anderen jagte mir den Rücken hinunter. Schlimm, wenn man eine Phobie gegen Spinnen hat, einem so ein schwarzes behaartes Ding in einem Affenzahn entgegen kommt, man sonst immer einen Bruder oder einen Freund zur Seite hatte, der sich bestens mit der Beseitigung von diesem Getier auskannte. Aber ich war allein! Leider! Und ich war kein Profi!

    Wie ein Kängeruh sprang ich vom Bett auf meinen schönen Esszimmertisch – noch bevor diese eklige Riesenspinne sich hinter mein Bett verkroch. Ich war fix und fertig, mit den Nerven total am Ende und eigentlich hätte ich mich längst zur Schule aufmachen müssen. Es musste ein Plan her. Was machte Tanja? Sie atmete tief ein und sprang vom Tisch, rannte zum Kleiderschrank, riss sich ihr Project Pitchfork Kapuzensweatshirt und die Lieblingsjeans raus, die ich mit ins Bad nahm, um mich in Windeseile fertig zu machen. Ich duschte mich ab, doch für Schminke war keine Zeit. Ich war eh schon viel zu spät dran. Dann bist du heute mal ganz sportlich, dachte ich mir und setzte mir meinen schwarzen Cappie auf, in dem ich meinen Zopf am Hinterkopf durch die Lasche zwirbelte. Ein Blick in den Spiegel sagte mir:
    “Tanja, du siehst verdammt Sch… aus.”
    Egal! Mit meiner Tasche um die Schulter schwang ich mich draußen auf mein Rad und tritt wie noch nie zuvor in die Pedalen. Noch während der Fahrt, die Gedanken an diese Spinne und wie ich sie am besten vernichten könnte.
    Und dann mein Lehrer:
    “Frau …. wir haben es jetzt genau 10:15 Uhr, was für eine Ausrede haben Sie mir heute zu berichten? Das ist jetzt schon das dritte Mal, das Sie zu spät zum Unterricht erscheinen.”
    Ich gebe zu, meine vorherigen Erklärungen schienen wohl weniger glaubhaft gewesen zu sein. Aber dieses Mal hatte mir Herr …. meine Geschichte abgenommen und nicht nur das, er zeigte sogar ein wenig Verständnis. Schon wieder ein Indiz dafür, dass ich Sch… aussah.
    Mein dicker fetter alter Atlas sollte für die Hinrichtung der Spinne hinhalten. Das Buch fiel eh schon fast auseinander. Als ich wieder daheim war, machte ich mich auf die Suche und fand sie auch hinter meinem Bett, dass ich ganz zaghaft und vorsichtig hervorzog. Als hätte die Spinne mein Vorhaben erahnt, rannte sie geschwind in die Mitte des Raums.
    Mit einem zischenden und knallenden Geräusch schlug ich mit diesem besagten zefledderten Buch wie eine Gaskranke auf das Vieh ein.
    Boom boom boom!
    Ihr müsst euch vorstellen, welches Ekelgefühl durch meinen Körper rauschte. Noch während dessen ich immerzu drauf einschlug, zitterte ich wie Espenlaub. Der merkwürdige orgelspielende Nachbar, der direkt neben mir wohnte dachte eh schon immer, ich sei vom anderen Stern. Nur wegen meines vorzüglichen Musikgeschmacks. Aber an dem Tag musste jeder gedacht haben, dass ich total verrückt geworden war. Was wohl auch an meinem Gekreische lag.
    So – die Tat war vollzogen und es sah so aus, als hätte diese Spinne ihren letzten Atemzug getan. Die Beine zuckten noch ein letztes Mal und ich beförderte sie in einem Glas auf meine schnuckelige Terasse nach draußen. Der Sicherheit halber beließ ich sie im Gläschen. Ich schwöre – eine Stunde später, nach dem ich meine Englisch Vokabeln gelernt hatte, ging ich hinaus um nach dem Rechten zu schauen.
    Es war widerlich. Und ich dachte ich schiele, als dieses verdammte behaarte Tier quitschlebendig im Glas herumrannte.

    Auch jetzt noch stellen sich bei mir – mit diesem schrecklichen Erlebnis – die Nackenhaare auf. Ein Erlebnis, was ich mir am Liebsten erspart hätte.

    Liebe Grüße
    Tanja

  4. NicoleJ sagt:

    Huhu, ein tolles Gewinnspiel! Und das erste Buch -das Buch ohne Namen- zu lesen war etwas, wovon mir dringendst abgeraten wurde, aber ich tat es trotzdem! Und, wie du siehst, ich lebe noch :) und bin natürlich super gespannt, wie die Story um Bourbonkid weitergeht… lg, Nicole

  5. Emily sagt:

    Danke für die ersten tollen Kommentare :) Ich bin gespannt, was noch folgen wird.

  6. Lisa sagt:

    Eigentlich sollte es mal ein feuchtfröhlicher Tag mit Freunden werden.
    Wir stiegen aus dem Zug aus und bemerkten schon einen stark alkoholisierten Jugendlichen, den wir entfernt kannten.
    Als wir dann vor dem Bahnhof auf weitere Freunde warteten, ging dieser Jugendliche auf einen Freund los. Er zückte ein Messer.
    Eigentlich habe ich da wirklich nicht geschaltet, ich habe einfach reagiert. Ich, meine Freundin und mein bester Freund.
    Meine Freundin schnappte sich unseren Freund und zog ihn weg. Mein bester Freund ging zwischen die Fronten. Ich riss den erstaunten und verwirrten Jugendlichen zu Boden und Gott sei Dank fiel das Messer aus seiner Hand, welches ich mir schnell schnappte. Ich weiß heute echt nicht mehr, was ich damals dachte. Ich war nur froh, dass irgendjemand die Polizei anrief und den Jungen verhaftete. Was mich aber bis heute ärgert und wirklich an manchen Menschen zweifeln lässt, ist, dass so viele Menschen um uns herum standen und die meisten einfach nur ihre Handy’s zückten und ein Filmchen drehten.

    Zum anderen war es leider ein ähnliches Erlebnis.
    Ich muss gestehen, dass ich früher vielleicht keinen so guten Umgang pflegte.

    Unsere Truppe wollte den Geburtstag eines Freundes feiern.
    In der Nähe einer Polizeistelle gibt es einen abgeschotteten und leicht verwilderten Spielplatz, den alle nur “Bullenspielplatz” nennen.
    Dort versammelten wir uns: Tobi, mein damaliger Freund, Caro, Sandra, Anni, Chris, der Geburtstag hatte, und ich.
    Wir hatten allerlei Alkohol dabei und wollten wirklich nur Spaß haben.
    Wir waren gut drauf, als plötzlich drei Ausländer auf den Spielplatz kamen. (Sie waren wohl auch schon gut betüdelt.)
    Sie hatten ein Auge auf Caro geworfen, die solche Wirkungen bei Männern öfter hervorrief.
    Irgendwann bedrängten sie uns Mädchen, was unsere Männer sich natürlich nicht gefallen ließen. Jedenfalls artete alles ziemlich aus, als einer der Ausländer Caro auf die Tisch-Tennisplatte drückte und unter ihren Rock griff, während wir mit den anderen in ein Handgemenge verwickelt waren. Als mein damaliger Freund schon niedergestreckt und verkrümmt am Boden lag, ging ich mit meiner ganzen Wut auf diesen Mann los – und bekam einen Kinnhaken, der sich gewaschen hatte. Wir konnten uns nur mit Mühe retten, in dem wir zur Polizeistelle flüchteten. Was bitter nötig war, denn die Ausländer gingen mit abgebrochenen Flaschen auf uns los. Als sie sahen, dass wir zur Polizei wollten, flüchteten sie – und leider wurden sie nie gefasst.

    Zuletzt möchte ich aber noch hinzufügen, dass ich nichts gegen Ausländer habe, ich möchte nur nicht ihre Nationalität offenbaren, um niemanden anzugreifen.

  7. mirjam sagt:

    Gemütlich schlendernd, näherten wir uns dem letzten Gleis im Hauptbahnhof Zürich. Wie immer hatten meine Schwester und ich genügend Zeit eingeplant, so dass wir uns gemeinsam noch Proviant für die Reise besorgen konnten, schließlich lag noch eine lange, lange Nacht vor uns.
    Der Zug war noch nicht mal eingefahren, die Verköstigung schon längst besorgt und in den Taschen verstaut, so beschlossen wir einen kurzen Zwischenstopp einzulegen und machten es uns auf der ersten freien Bank neben dem Gleis gemütlich. Überhaupt fiel uns auf, war der Bahnhof auffällig ruhig, der Perron menschenleer, nicht mal eine Taube flatterte durch die Luft. Okay, es war auch nicht mehr mitten am Tag, nur noch knappe zwei Stunden trennten uns von der Mitternachtsstunde.
    Uns beiden knurrte der Magen, da wir wie immer noch dies und das zu erledigen hatten, ehe wir endlich los konnten von zu Hause, – den Kindern schnell etwas zum essen zubereiten, noch rasch mit dem Hund Gassi gehen, am Ehemann noch letzte Anweisungen und Ratschläge für Notfälle mit auf den Weg geben, die letzte Maschine Wäsche obtun, ach ja, eine Katze gibt’s ja auch noch… – das übliche eben. Dann endlich, konnte es losgehen, zum ausgemachten Treffpunkt. Gut eine Stunde später grinsten sich zwei fast gleich aussehende, wuschellockenköpfige Frauen, aus ganzem Herzen freudig entgegen. Diese beiden sassen nun eben auf dem besagten ersten Bänkchen bei Gleis 15.
    Angeregt unterhaltend, verspeisen wir die erste Zwischenverpflegung und schlürften genüsslich einen leckeren, bereits etwas lauwarmen Kaffee, um auch sicherlich genug Koffein im Blut zu speichern, damit wir die restliche Nacht putzmunter durch stehen werden.
    Mit einem Mal registrierte ich am Blick meiner Zwillingsschwester, dass sie etwas beobachtete. Der Richtung ihres Blickfeldes folgend, erkannte ich, dass sich uns von rechts, langsam aus dem Dunkeln eine noch undefinierbare Silhouette näherte.
    Beide mucksmäuschenstill, starrten wir regungslos in diese Richtung, vergassen vor lauter Aufregung zu essen, ja sogar zu schlucken. Je näher die Gestalt kam, desto deutlicher wurde ihr Umriss. Es war ein Mann mittleren Alters, mit strähnigen, bereits grau schimmernden, langem, fettigem Haar, welches er offen über die Schultern trug. Er war in einen haselnussbraunen langen Ledermantel gehüllt. Sein Ziel war klar, er steuerte geradewegs auf uns beide zu. Gespannt darauf, was nun wohl kommen wird, warteten wir ab, bis er bei uns angelangt war. Er kam gleich zur Sache.
    ‘Morgen Abend ist das Treffen, ihr kommt doch auch?’
    Wir blickten uns beide ziemlich ratlos an, weil wir schlichtweg keine Ahnung hatten von was der gute Herr da sprach, was er auch gleich selber realisierte und erklärend weiter sprach:
    ‘Der Hexenmeister höchst persönlich hat alle eingeladen und wird dieses Jahr auch dabei sein.’ Seine Augen leuchteten förmlich vor Verehrung, und die Begeisterung war kaum zu überhören. Doch nun sassen wir erst recht sprachlos nebeneinander auf dem Bänkchen- zum Glück sassen wir bereits- … Hexenmeister? Eingeladen? Wir?
    Vielsagende Blicke wurden unter uns ausgetauscht, was jedoch seiner unglaublichen Leidenschaft und Verzückung für dieses Thema keinen Abbruch tat, im Gegenteil er sprach voller Enthusiasmus weiter.
    ‘Das Treffen findet am selben Ort statt wie jedes Jahr. Ihr kommt doch sicher auch? Ich meine, es ist doch klar, ihr zwei seid ja schließlich Hexen! ‘
    Wir konnten uns ein Lachen kaum mehr verkneifen. Wir Hexen? Der ungewöhnliche Mann war offensichtlich ziemlich betrunken. Mit Mühe und Not konnten wir uns zusammen reissen. Meine Schwester war die erste die ihre Fassung wieder fand. Und sagte ganz lässig und ruhig nickend:
    ‘Ja, da sind wir.’
    ‘Dann kommt ihr also auch zum Hexensabbat?’
    ‘Hm, das wissen wir noch nicht genau, wir sind eben heute noch lange unterwegs.’
    ‘Aber ihr müsst einfach kommen, der Hexenmeister höchst persönlich wird da sein!’
    ‘Okay, wir werden es versuchen.’
    ‘Toll, das ist wirklich klasse von euch….
    ‘Aber ziemlich sicher schaffen wir es nicht.’ hängten wir rasch noch an, um das Ganze zu beenden.
    Doch so schnell liess der gute Mann sich nicht abwimmeln. Aus unserer, übertriebener Höflichkeit, haben wir die Anwandlung viel zu lange zu zu hören. Genau wie heute.
    ‘Ihr müsst wissen…’ fing er von Neuem an zu reden ohne Unterbruch. Das Ganze fing an eine richtig mühsame Wende zu nehmen. Wir tauschten einen kurzen, aber aufschlussreichen Blick aus, woraufhin schnell klar war, wir müssen hier weg.
    Noch bevor er abermals eine lang ausschweifende Geschichte erzählen konnte, verabschiedeten wir uns höflich und erkoren die nächste Unterführung als Zielort um zu verschwinden. Gemütlich, mit den Armen beieinander eingehackt, marschierten wir davon.
    Doch irgendetwas, ein seltsames Geräusch, ein undefinierbares Schlurfen war dicht hinter uns. Wir, die in solchen Situationen wirklich die grössten Angsthasen sind die es gibt, wagten natürlich keines Falls hinter uns zu blicken.
    Immer mulmiger wurde es uns zu Mute, mit einemmal wirkte alles unheimlich, die ganze Stimmung schien bizarr, die Atmosphäre seltsam, keine Menschenseele war unterwegs, es war finster, dann kommt dieser eigenartige Mensch, beginnt von Hexen zu erzählen. Furcht einflössend. So beschlossen wir gemeinsam einen Blick zurück zu werfen, und realisierten mit Schrecken: wir werden tatsächlich verfolgt von unserem Hexenmeisteranhänger!
    Immer schneller wurden unsere Schritte, bis wir schließlich in einem Eiltempo, halb kichernd, halb kreischend, davon sausten zur nächst besten Unterführung. Und je schneller unser Schritttempo wurde, desto unheimlicher wurde uns auch zu Mute. Gegenseitig aufgehetzt vor Angst, steigerten wir uns regelrecht in eine Panik hinein. Endlich hatten wir es geschafft ihn abzuhängen.
    Wir mussten uns erstmal gründlich erholen von dem unerwarteten Zwischenfall. Dann, als wir uns zumindest einigermaßen normalisiert fühlten, beschlossen wir unseren ganzen Mut zu sammeln und zum Perron zurückzukehren. Doch jedes Mal, wenn wir zum Zug hinauf wollten, der unterdessen bereits eingetroffen war, erblickten wir unseren Hexenliebhaber eifrig Ausschau haltend nach uns beiden. Woraufhin wir schlagartig, kreischend, uns an der Hand fassend, die Flucht ergriffen.
    Wenn uns dabei jemand beobachtet hätte, der hätte bestimmt gedacht wir seinen zwei hysterische, verrückte Hühner.
    Aber nun hatten wir ein Problem, die Zeit wurde langsam knapp, der Zug würde schließlich nicht auf zwei solche Feiglinge, wie wir grad unabstreitbar waren, warten. Schon völlig außer Atem, schmiedeten wir einen Plan, wie wir nun endlich in diesen Zug rein kommen sollten. Wir beschlossen nicht bei unserem reservierten Wagon einzusteigen, sondern bei der erst besten Tür die wir erblickten, anschliessend im Zug selber die Strecke zurücklegen bis zu unserem reserviertem Platz.
    Gesagt getan.
    Wir schlichen vorsichtig auf der rechten Seite der Unterführung, ganz nah, beinahe klebend, der Mauer entlang hoch. Mit unzähligen Unterbrüchen, aufgeschreckt ab jedem kleinsten Zwischenfall, schrieen wir gleich drauf los.
    ’Psst!’ …
    ’Psst!’ ertönte es im Chor, abgelöst von einem Lachanfall.
    Da endlich erspähten wir am Ende der uns schier endlos wirkenden Unterführung, eine rettende Tür des Zuges, in dazu greifbarer Nähe.
    Langsam vorwärts gehend, beäugten wir kaum wagend das links Blickfeld.
    ‘Er koooooommmt!’
    ‘Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott… er kommt wirklich!’
    ‘Renn!!’
    ‘Schnell, mach doch die verdammte Tür auf!’
    ‘Ich versuchs doch… ich schaff es nicht.’
    ‘Du sollst ja auch nicht rumkichern! ‘
    ‘Wenn du doch die ganze Zeit so lachst… Hilf mir lieber…!’
    Da endlich, die Tür ging auf, wir schnurstracks rein.
    ‘Uff, das war jetzt aber knapp!’
    ‘Ach du meine Güte, ich dachte mir bleibt das Herz stehen!’
    Die Tür ging zu und endlich konnten wir durchatmen.
    Plötzlich bemerken wir, draußen vor der Tür war der besagte Herr. Er schrie wild gestikulierend, irgendwas das höchstwahrscheinlich uns ‘Hexenschwestern’ galt. Wir bekamen einen Riesenschrecken, fassten uns an den Händen und ergriffen erneut schlagartig die Flucht innerhalb des Zuges. Der setzte sich zu unserer Erleichterung, langsam in Bewegung und der Mann wurde immer kleiner am Horizont, bis er ganz aus unserer Sicht verschwand.

    …wurde etwas länger *g*

    lieber Gruss, mirjam

  8. moggadodde sagt:

    Was ich tat, was ich besser gelassen hätte? Ganz frisch aus dem Fundus: Eben 6 Nippon verdrückt, die ich wohl besser nicht aus dem schützenden, dunklen Süßigkeitenversteck befreit hätte.
    Mut gehört wohl dazu nicht. Reue aber wohl. Naja. Ein wenig, zumindest … obwohl: Nö.

  9. Hazamel sagt:

    Wenn man die Geschichten hier so durchliest, dann wird meine wohl sehr kurz und reichlich unspektakulär ;)

    War wohl in der 3. oder 4. Klasse (also schon eeeewig her) als ich mit einem Mitschüler gewettet habe, ob die Kugel in der Tintenpatrone es aushält, wenn man mit der Faust auf die Patrone schlägt…

    Überraschenderweise habe ich meine Wette verloren ;) Und eigentlich hätte ich es vorher schon wissen müssen. Habe ich aber nicht…

    Übrigens hat so eine Tintenpatrone eine ungefähre Reichweite von ca. 5m und ich habe damals noch vier andere Mitschüler erwischt ;)

  10. Andrea sagt:

    Früher (als ich noch nicht dort wohnte) bin ich ab und zu für ein Konzert mit dem Zug nach Berlin gefahren und nachts dann zurück. Da aber um diese Zeit keine Bahn mehr in unserer Stadt fuhr, hatte meine Mutter mir jedes Mal Geld für ein Taxi mitgegeben. Ich sah aber nicht ein, daß ich dieses Geld dafür verschwenden sollte, also ging ich immer zu Fuß, soooo weit wars ja schliesslich nicht!
    Etliche Male ist nix passiert, aber in einer Nacht haben mich unzählige Leute angequatscht und wollten mich im Auto mitnehmen, ein ganz krasser meinte sogar, ich sollte auf seinem Fahrrad mitfahren!
    War mir mehr als unheimlich, zumal die Strassen wie leergefegt waren. Ich glaube, so schnell wie in dieser Nacht, habe ich diese Strecke noch nie zurück gelegt ;-D

  11. Steph sagt:

    Ich finde das ganze Leben ist ein Riskio, und sterben müssen wir alle mal. Also würde es auf eine Gruselgeschichte mehr, wie “Das Buch ohne Staben” von Anonymous, auch nicht ankommen…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*