Lesungen auf der Role Play Convention 2010

Nun folgt auch endlich mein Bericht über die Lesungen, die ich auf der Role Play Convention besucht hatte. Die Bilder wurden mir von WerkZeugs zur Verfügung gestellt, mit freundlicher Genehmigung des Fotografen von Fotos der Nacht. Vielen Dank dafür.

Wie schon im allgemeinen Bericht über die Role Play Convention erwähnt, organisierte das Team von WerkZeugs eine ganze Reihe interessanter Lesungen. Am Samstag lasen gleich vier meiner Lieblings-Fantasyautoren hintereinander. Ein guter Grund, mal eben einen Kurztrip nach Köln zu unternehmen.

Insgesamt gab es am Samstag sogar sechs Lesungen, die erste war allerdings für mich zu früh, die letzte zu spät. Ich muss auch gestehen, die Autoren kannte ich bisher gar nicht. Da der Rest der Autorenauswahl aber so gut war, werde ich mir auch die Werke dieser Herren demnächst mal näher anschauen.

Am Samstag den 17. April 2010 fanden folgende Lesungen statt:

Alexander Lohmann – Gefährten des Zwielichts

Oliver Plaschka – Die Magier von Montparnasse

Bernhard Hennen – Elfenkönigin

Markus Heitz – Judassohn

Christoph Hardebusch – Die Werwölfe

Michael Siefener – Die Zeichen der Finsternis.

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Oliver Plaschka

Für mich begann die Lesungsrunde mit Oliver Plaschka, der aus „Die Magier von Montparnasse“ las. Dass noch einige Stühle frei blieben lag sicher an der Uhrzeit, auf der Con war allgemein noch weniger los als ein paar Stunden später. An der Lesung kann es auf jeden Fall nicht gelegen haben, die war nämlich sehr gelungen. Oliver Plaschka hat passende Stellen aus dem Roman gewählt, die neugierig auf mehr machten und doch nicht zuviel verrieten. Er las mit deutlicher Begeisterung, man merkte wie sehr er seine Charaktere mag und wie viel Leidenschaft er beim Schreiben in diesen Roman investiert haben muss. Es ist kein Roman von der Stange, nicht einer von vielen, weil man eine gewisse Anzahl pro Jahr schaffen muss. Wer schon mal etwas von Plaschka gelesen hat, weiß was ich meine. Er hatte 2008 zu Recht den Deutschen Phantastik Preis für „Fairwater oder die Spiegel des Herrn Bartholomew“ verliehen bekommen. „Die Magier von Montparnasse“ hatte ich kurz zuvor erst gelesen, trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht zu hören, wie der Autor selbst die Charaktere interpretiert und ihnen teilweise andere Züge verlieh, als ich das beim Lesen tat.

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Bernhard Hennen

Anschließend las Bernhard Hennen aus „Elfenkönigin“. Auch wenn ich die Elfen-Reihe sehr gerne lese, hatte ich beschlossen, diese Lesung ausfallen zu lassen. Mein Magen verlangte sein Recht, der Rest der Con wollte auch noch besichtigt werden. Zwischendurch habe ich mal vorbei geschaut, die Lesung war sehr gut besucht. Leider verstand man so gut wie nichts, wenn man hinten stand. Daher habe ich mich nicht länger dort aufgehalten. Aber was ich mitbekommen hatte machte Lust auf mehr, ich hoffe Herr Hennen demnächst vielleicht mal bei einer anderen Lesung hören zu können.

Eigentlich sollte dann Markus Heitz aus „Judassohn“ lesen. Als ich kurz vor Beginn der Lesung eintraf, saß allerdings immer noch Herr Hennen am Tisch und signierte. Er zog dann mit den anstehenden Fans im Entenmarsch (damit es keine Ungerechtigkeiten gibt) um an den Werkzeugs-Stand, wo weiter signiert wurde. Markus Heitz traf bald mit leichter Verspätung ein, das Bahnchaos hatte ihn erwischt, das an diesem Tag von einer fliegenden ICE-Tür ausgelöst wurde. Das war aber auch noch nicht das letzte Hindernis, dass es für ihn zu überwinden galt. Als er gerade eine recht dramatische Szene mit viel Blut und etlichen Leichen vortrug, erklang vor dem abgetrennten Lesungsbereich laut und deutlich eine fröhliche Spielmannsweise. Was der Szene doch einiges an Spannung nahm. Er machte eine kleine Pause, um sich dann im weiteren Verlauf der Lesung tapfer gegen die weiterhin erklingende Musik durch zu setzen. Die gewählten Szenen waren aber so spannend, dass ich nach einer kurzen Weile die Musik sowieso nicht mehr wahrnahm. Hätte ich das Buch nicht gerade erst gelesen, wäre es spätestens jetzt fällig gewesen.

Nach einer kurzen Pause ging es für mich zu guter Letzt mit Christoph Hardebusch weiter, der aus „Die Werwölfe“ las. Leider hatte er mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, sein Mikro fiel immer wieder aus. Das Publikum nahm es aber gelassen. Die Lesung war trotzdem toll, wie schon bei Oliver Plaschka fand ich auch hier interessant, wie er die Charaktere darstellte. Auch hier wurden alle Personen die eine größere Rolle spielen zumindest kurz vorgestellt. Was Werwölfe mit Lord Byron und einem seltsamen Ritual im Wald zu tun haben, verstanden  allerdings nur die Zuhörer, die das Buch schon gelesen hatten. Alle anderen dürften damit jetzt neugierig geworden sein, zumindest ging es meiner Begleitung so, die bisher noch nichts von Christoph Hardebusch gelesen hatte. Was sich nach dem Tag hoffentlich bald ändern wird. Den letzten Abschnitt durften wir dann auch ohne Unterbrechungen genießen, für mich ein gelungener Abschluss meines Con-Besuches.

Alles in allem waren es drei sehr interessante Lesungen, die zu hören mir viel Spaß gemacht hatten. Das sahen wohl auch viele andere so, am Nachmittag waren alle Lesungen sehr gut besucht. Nicht ganz perfekt war die Geräuschkulisse, der in der Nähe liegende RingCon Stand hat leider mit übertrieben lauter Musik etwas gestört. Die Autoren hörte man dank der Technik trotzdem gut, Fragen aus dem Publikum waren so aber nicht möglich, da der Autor schon die Fragen aus der ersten Reihe kaum noch verstand. Vom Rest der Zuhörer ganz zu schweigen.

Auch am Sonntag fanden noch einige Lesungen statt, die ich aber nicht mehr besuchen konnte. Markus Heitz las diesmal aus „Drachenkaiser“, Boris Koch aus „Der Drachenflüsterer – Der Schwur der Geächteten“, Wolfgang Hohlbein aus „Thor“ und Jens Schumacher und Jens Lossau lasen aus „Der Elbenschlächter“.

Es hatte sich gelohnt, den Weg nach Köln auf sich zu nehmen. Danke an die Damen und Herren von WerkZeugs, für die tolle Autorenmischung und Organisation.

Ein Kommentar

  1. Seychella sagt:

    Ein schöner Bericht, der bei mir Erinnerungen an andere Lesungen hervorgerufen hat. Vielen Dank! :-)

    “Die Magier von Montparnasse” habe ich ja noch vor mir, und meine Neugier wurde nach zwei Lesungen auch nicht weniger – im Gegenteil! Aber bald ist es ja soweit, die Leserunde ist nicht mehr soweit weg…

    Mich hat allerdings das Bild von Herrn Hennen leicht verwirrt. Da war etwas anders, ich habe es dann auch gefunden. Nicht das andere Elfenwelten-Poster war “schuld”, sondern die fehlende Brille. Rätsel gelöst! ;-)

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