Am 17. und 18. April fand in Köln die Role Play Convention (RPC) 2010 statt. Eine Con die sich um alles was irgendwie mit Rollenspiel zu tun hat dreht, aber auch so einiges für die anderweitigen Interessen des typischen Rollenspielers zu bieten hat, also Fantasy in verschiedensten Varianten oder auch das Mittelalter.
Im Mittelpunkt standen aber eindeutig Rollenspiele jeglicher Art. Ob Live Action Role Player, Table-Top-, Pen & Paper- oder Computerspieler, jeder konnte sich hier informieren, ausprobieren und auch gleich vor Ort ausrüsten. Es gab verschiedene Stände mit LARP-Ausrüstung, Rollenspiel-Utensilien, Büchern, Informationen über unterschiedliche Events wie zum Beispiel das Drachenfest oder die Ring-Con und noch vieles mehr.
Wer gerne Brett- oder Kartenspiele spielt, konnte auch einiges gleich live testen, zum Beispiel die neue Dominion Erweiterung „Die Alchemisten“. Natürlich gab es auch einen Stand mit sämtlichen Munchkin Varianten. Ich wurde beim Stand von Trollart schwach, ein putziger Schulterdrache ist in meiner kleinen Drachenherde eingezogen. Auf dem Mittelaltermarkt gab es neben einigen Metständen auch verschiedene Stände mit der üblichen Ausstattung und ein paar, zur Mittagszeit stark belagerte, Essenstände. Das wunderschöne Wetter mit viel Sonnenschein lud einen direkt dazu ein, es sich mit einer Portion Kartoffelecken in der Sonne gemütlich zu machen.
Wie eigentlich meist auf solchen Veranstaltungen, war das Publikum bunt gemischt. Auch wenn „bunt“ bei hauptsächlich dunkel gekleideten Menschen vielleicht eine etwas unpassende Beschreibung ist. Das war aber auch das einzige, was die meisten Besucher gemeinsam hatten. Vom unauffälligen Mittvierziger über den „typischen“ Computerzocker bis zum LARP-Spieler in Gewandung und dem ein oder anderen Charakter aus Fantasy- oder Science Fiction Werken war alles vertreten. Auch Steam-Punk-Charaktere begegneten einem, für mich noch etwas relativ neues.
Die musikalische Untermalung auf dem Mittelaltermarkt fand ich teilweise etwas unpassend. „Let it be“ hat einfach so gar nicht zur Stimmung der Con gepasst. Besser fand ich da schon die Vorführung einer mir bis dahin unbekannten Sportart namens „Jugger“. Die Spieler aus zwei gegnerischen Teams versuchen einen Hundeschädel im Feld des Gegners zu platzieren, wobei sie sich gegenseitig mit stabähnlichen „Pömpfen“ auszuschalten versuchen. Wer damit berührt wird, muss für eine vorgegebene Zeit aussetzen. Ein sehr actionreicher Sport mit kurzen aber spannenden Runden.
Als Leseratte lag mein Hauptinteresse natürlich bei den Lesungen. Es wäre zwar auch reizvoll gewesen, mal das ein oder andere Spiel zu testen, die Tische waren aber immer gut belegt. Am Stand von Werkzeugs gab es neben einer sehr gelungenen Auswahl an Büchern auch etliche interessante Autoren-Lesungen. Die für mich auch der Hauptgrund waren, auf der RPC vorbei zu schauen. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, gleich so viele Autoren der deutschen Fantasy, deren Bücher ich so schnell wie möglich nach Erscheinen lese, an einem Tag zu sehen? Ein Bericht über die Lesungen von Oliver Plaschka, Markus Heitz, Christoph Hardebusch und ein bisschen Bernhard Hennen folgt demnächst.

[...] „FeenCon“ ist um einiges kleiner als die RPC in Köln, damit aber auch viel gemütlicher. Man muss sich nicht durch Menschenmassen schlängeln [...]