Archiv für 7. November 2008

Jesus liebt mich

Der Titel dieses Buches löst so oft befremdliche Blicke aus, dass er gleich mal zum Beitragstitel wurde. ;) Wovon ich hier schreibe? David Safiers zweitem Buch mit dem Titel “Jesus liebt mich”. Hätte mir sein erstes Buch “Mieses Karma” nicht so gut gefallen, hätte ich dieses Buch dank des Titels und des Klappentextes sicher nicht gelesen. Zu “Mieses Karma” brachte mich damals das nette Cover mit der Ameise, zum Glück. Safiers Humor hat mir sehr gut gefallen, nette Lektüre zwischendurch. Deshalb lese ich seit heute “Jesus liebt mich”, und amüsiere mich wieder sehr gut dabei.

Aller guten Dinge sind drei, vier, fünf …

Wie so oft, ist der November mal wieder ein ganz gemeiner Monat. Es kommen soviele tolle neue Bücher heraus, ich weiß gar nicht mehr was ich zuerst lesen soll.

“Das Spiel des Engels” von Carlos Ruiz Zafón erscheint am 10.11.2008, scheinbar nicht wirklich eine Fortsetzung zu “Der Schatten des Windes”, aber wieder ein faszinierendes Buch. Da warte ich die ersten Rezensionen ab.

Von Anna Gavalda ist gerade “Alles Glück kommt nie” erschienen. Nachdem mir “Zusammen ist man weniger allein” so gut gefiel, freue ich mich schon sehr auf dieses Buch. Bekomme ich zum Glück ausgeliehen.

Ebenfalls vor kurzem erschienen ist “Jesus liebt mich” von David Safier. Nach dem Klappentext hätte ich das nie gelesen, aber “Mieses Karma” gefiel mir so gut, dass ich es unbedingt doch lesen möchte. Aber ebenfalls ausgeliehen.

Elizabeth Georges neuer Lynley Roman “Doch die Sünde ist scharlachrot” wird mir auf keinen Fall entkommen. Schon der letzte Lynley Band war viel besser als die vorhergehenden, dieser soll wieder die Qualität der ersten Bände der Krimireihe haben. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Lynley und Havers.

Zwei wunderbare Fantasyreihen werden ebenfalls endlich fortgesetzt, von Bernhard Hennens “Elfenritter” erscheint der dritte Teil “Fjordland”. Außerdem kommt endlich der vierte Band von Christoph Marzis Uralter Metropole, “Somnia”.

Jetzt bräuchte ich nur noch ein Hermiones Stundenglas, damit ich auch genügend Zeit finde, all diese Bücher zu lesen. Ganz zu schweigen von denen, die auf dem SUB (Stapel ungelesener Bücher) liegen und auch nicht weniger werden.

Robin Hobb – Die Schamanenbrücke

Schamanenbruecke

Die Schamanenbrücke ist der erste Teil der neuen Reihe „Nevare“, die in einer ganz anderen Welt spielt als die Weitseher und die Zauberschiffe zuvor. Die Reihe ist in einer Gegend angesiedelt, die an das junge Amerika erinnert. Es gibt ein Eingeborenenvolk, das sowohl von der Lebensart als auch vom Glauben (Schamanen) an Indianer erinnert. Der Bau einer großen Straße um neue Gegenden zu erschließen lässt einen an den Bau der Eisenbahn denken, auch hier gibt es zum Beispiel Sträflingskolonien die beim Bau eingesetzt werden.

Nevare wird als zweiter Sohn eines Adeligen geboren, damit ist seine Berufung zum Soldaten festgelegt. Der erste Sohn ist immer der Erbe, der zweite wird Soldat, der dritte Priester. Dies ist eine von vielen starren Regeln und Normen die in dieser Gesellschaft herrschen, ihr den Rücken stärken, sie aber auch einengen. Seit der König den „Neuen Adel“ aus verdienten Soldaten ernannt hat, gibt es viele Probleme mit diesen Regeln, da der „Alte Adel“ sich in seiner Macht beschränkt und vom König betrogen fühlt. Das bekommt Nevare auf der Kadettenakademie sehr deutlich zu spüren, wo zwischen den Söhnen des neuen und des alten Adels ein regelrechter Krieg herrscht.

Als hätte er damit nicht schon genug Sorgen, versucht eine Schamanin ihn als Werkzeug zur Rettung ihres Volkes einzusetzen.

Magie kommt in diesem Buch nur relativ wenig vor, noch weniger als in den Weitsehern. Robin Hobb hat es hier geschafft einen kompletten Endkampf mit nur zwei Zaubersprüchen zu gestalten, der trotzdem spannend ist. Und das sind keine effektvollen Feuerbälle oder ähnliches, sondern lediglich die Sprüche „Lass los“ und „Halte fest“. Solche Szenen sind es, weshalb ich ihre Bücher immer wieder gerne lese. Sie vermag es einen zu fesseln, ohne dass man sagen könnte warum. Die Handlung des Buches ist an sich nichts besonderes, die meiste Zeit begleitet man Nevare einfach auf seinem Weg, der oft relativ gleichtönig ist. Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, und wollte immer wissen wie es weiter geht.

Man sollte sich auf jeden Fall Zeit für dieses Buch nehmen, es liest sich nicht so schnell weg wie manch andere Fantasylektüre. Dafür hat es aber auch eine viel schönere Sprache zu bieten.

Ich habe es genossen, wieder ein Buch von Robin Hobb zu lesen. Aber es konnte ihre bisherigen Zyklen meiner Meinung nach nicht ganz erreichen. Die Weitseher, die Zauberschiffe und die zweiten Chroniken von Fitz dem Weitseher waren noch ein gutes Stück besser. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass dies der Auftakt zu einer neuen Reihe ist. Robin Hobb führt ihre Charaktere sehr genau ein, vielleicht ist der zweite Band wieder besser. Was mir allerdings gefehlt hat, war wirkliches Mitgefühl. Wie oft habe ich mit Fitz geweint, und das waren bisher die einzigen Fantasybücher, die bei mir solche Gefühlsregungen ausgelöst hatten. Mit Nevare konnte ich nicht wirklich mitleiden, eher hätte ich ihn lieber mal geschüttelt und gefragt, ob er denn wirklich so naiv ist.

Markus Heitz – Vampire! Vampire!

VampireVampire

Man mag es kaum glauben, aber es ist kein Roman der sich hinter diesem Titel verbirgt, sondern ein Sachbuch. Nachdem Markus Heitz während der Recherche für seine Bücher einiges an Informationen über Vampire gesammelt hatte, teilt er dieses Wissen nun mit uns. Aber auf gewohnt lockere Art und Weise, man hat ein wenig das Gefühl, einem Vortrag zu lauschen. Einem der Art, bei dem der Dozent es sich auf dem Tisch gemütlich gemacht hat, immer wieder einen gelungenen Scherz einbaut, und man gar nicht merkt wie die Zeit vergeht.

Er erläutert in diesem Buch die Wurzeln und vielen Variationen des Vampir Mythos. Dabei geht er besonders auf einen Vorfall ein, der 1732 in Medvegia stattfand und dazu führte, dass sich die Wissenschaft das erste Mal mit diesem Phänomen beschäftigte. Berichte über diesen und folgende Vorfälle verbreiteten sich anschließend auf dem ganzen Kontinent.

Das größte Kapitel beschreibt die verschiedenen Formen, Fähigkeiten und Abwehrmittel. Wobei schnell klar wird, dass es so viele verschieden Formen des Vampirglaubens wie böhmische Dörfer gibt. Wenn nicht noch mehr. Wer kann zum Beispiel alles zum Vampir werden? Wenn man diese Aufzählung der verschiedensten Vorstellungen gelesen hat, rechnet man sicher mit seinem eigenen Weiterleben nach dem Tod. Sollte auch nur die Hälfte stimmen, hat man mehr als große Chancen zum Vampir zu werden.

Nachdem die folkloristischen Grundlagen des Vampirismus erläutert wurden, geht Heitz auch auf verschiedene Erklärungsversuche der Wissenschaft ein. Ich finde die Seuchen- und Scheintotenerklärung sehr einleuchtend.

Wer „Die Kinder des Judas“ von Markus Heitz gelesen hat, bekommt mit diesem Buch den Hintergrund zu diesem Roman geliefert. Aber auch für Ulldart-Leser ist ein kleiner Aha! Effekt dabei. Wer noch keines dieser Bücher gelesen hat, wird trotzdem eine angenehm zu lesende Zusammenfassung über Vampire vorfinden, die nur an wenigen Stellen etwas trocken wirkt. Für ein Sachbuch gibt es aber auch viele Stelle die einen zumindest schmunzeln lassen, ab und an auch leise lachen. Oder wer könnte bei der Vorstellung ernst bleiben, dass man sich vor einem Vampir schützen kann, in dem man seine linke Socke nimmt, sie mit Graberde füllt und anschließend außerhalb der Dorfgrenze bringt. ;)

Monatsrückblick Oktober

Im Oktober wurden sechs Bücher gelesen, eines habe ich abgebrochen. Insgesamt waren es 2551 Seiten, mehr als ich gedacht hätte. Damit habe ich auf die Seite genau den Monatsdurchschnitt von 2007 erreicht.
Noch fehlende Rezensionen werden demnächst folgen.

Philip José Farmer – Die Flusswelt der Zeit +
Ein Klassiker der phantastischen Literatur, jetzt in neuer Auflage und auf jeden Fall lesenswert.

Stephenie Meyer – Eclipse -
Abgebrochen, ich habe die Anbeterei einfach nicht mehr ertragen.

Angie Sage – Magyk +
Ein fantastisches Jugendfantasybuch, perfekt für einen gemütlichen Nachmittag.

Christoph Hardebusch – Der Zorn der Trolle +

Der dritte Teil der Troll-Reihe, gefiel mir sogar besser als die ersten beiden.

Robin Hobb – Die Schamanenbrücke +
Eine neue Reihe meiner Lieblingsfantasyautorin, leider aber nicht ganz so überzeugend wie die Weitseher.

J. R. R. Tolkien – Die Kinder Húrins +
Auch wenn man die Geschichte teilweise schon kennt, war es schön wieder in Mittelerde sein zu dürfen. Die Illustrationen von Alan Lee sind sehr gelungen und machen das Buch zu einem kleinen Schatz.

Alan Benett – Die souveräne Leserin ++
Eine amüsantes Kleinod. Wer gerne liest, sollte sich diese Liebeserklärung an das Lesen nicht entgehen lassen.

Träumende Vampire in der Bar

Endlich ist mal wieder viel Zeit zum lesen an diesem Wochenende. Da “Tender Bar” von J. R. Moehringer zwar nicht schlecht ist, mich aber auch nicht restlos begeistern konnte, hatte ich zwischendurch noch “Träum weiter” von Stefan Rehberger gelesen. Roman wird mit Mitte dreißig unverhofft Vater, gleichzeitig wird sein Vater zum Pflegefall. Willkommen im Leben, dem er sich bis dahin nicht wirklich gestellt hatte. Rezension folgt demnächst.

Halloween war gestern, heute ist Grusellesewochenende auf Literaturschock angesagt. Dafür habe ich mir als Lektüre “Vampire! Vampire!” von Markus Heitz aufgehoben. Laut Klappentext “Die ganze Wahrheit über Vampire. Alles, was man über die unheimlichsten Geschöpfe der Menschheitsgeschichte wissen muss.”
Christoph Marzi meinte in seinem Journal dazu: “Wer sehen will, wie sich Rock`n Roll als Sachbuch anfühlt, sollte es lesen.” Ich bin schon sehr gespannt.

Ebenfalls gerade im Journal von Marzi entdeckt: “Somnia” von Christoph Marzi ist in der Auslieferung, der vierte Teil der Uralten Metropole (“Lycidas”, “Lilith” und “Lumen” sind die ersten drei Teile). Damit ist der Lesestoff für die nächste Woche geklärt, sobald ich das Buch in Händen halte, wird es verschlungen.

Nachtrag: ob das eine gute Idee war? Am Ende der Einführung schreibt Markus Heitz:

“Noch eine kleine Warnung: Menschen mit leichtem Hang zum Verfolgungswahn werden danach überall Vampire sehen. Pflöcke schnitzen, Messer wetzen und Benzin für ein lustiges Feuerchen suchen – es könnte gefährlich werden…”

Ich würde mir zwar keinen Verfolgungswahn attestieren, aber akute Feigheit. Würde mich nicht wundern, wenn ich am Ende des Abends meine Fruchtgummivampire mit Zahnstochern pfähle. Sicher ist sicher. ;)