Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur Krimis und Thriller

Ursula Poznanski – Saeculum

4. November 2011

Bastian hatte bisher wenig mit Mittelaltermärkten und Rollenspielen zu tun. Das ändert sich, als er Sandra kennen lernt. Und schon findet er sich für fünf Tage mitten im Wald wieder, ohne die Bequemlichkeiten des modernen Lebens. An sich gar nicht so verkehrt, mal ein paar Tage fern ab der Zivilisation. Wäre da nicht der Fluch, der über dem Waldstück liegen soll. Anfangs tun die meisten den noch als Hirngespinst ab. Aber schon in der ersten Nacht verschwinden Teammitglieder spurlos, geheimnisvolle Botschaften tauchen auf. Aus dem Live-Rollenspiel wird schnell bitterer Ernst, es geht um Leben und Tod. Können sie dem Fluch entkommen? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter?

Wenn ihr mit „Saeculum“ beginnt, nehmt euch Zeit, es wird euch nicht mehr loslassen. Man merkt deutlich, dass sich die Autorin intensiv mit der Welt des Rollenspiels auseinander gesetzt hat. Aber nicht nur Mittelalter-Freunde und Rollenspieler werden diesen Roman verschlingen. Die Situation wird schnell heikel und die Spannung steigt bis zum Ende immer weiter an. Nie kann man sich sicher sein, ob man nicht vielleicht doch an den Fluch glauben sollte. Er wäre die logischste Erklärung für viele Merkwürdigkeiten.

Wer schon „Erebos“ mochte wird von „Saeculum“ begeistert sein. Man spürt deutlich, dass die Autorin sich noch mal um einiges weiter entwickelt hat, obwohl „Erebos“ schon fantastisch war. Den Figuren wird zwar ein bestimmtes Alter zugeordnet, sie agieren allerdings relativ alterslos, so dass ich immer wieder vergas, wie alt sie eigentlich sein sollen. Das macht dieses Jugendbuch auch für etwas ältere Leser noch attraktiver. Man hat keinerlei Mühe, sich in die Charaktere hinein zu versetzen.

Genau das richtige Buch, um sich an einem stürmischen Herbsttag mal wieder so richtig zu gruseln! Ein Thriller mit hohem Gänsehautniveau.

Saeculum – Ursula Poznanski
493 Seiten, Loewe
ISBN 9783785570289, 14,95 €

1 Kommentar

  • Antworten Rollenspielerin 1. September 2018 von 21:47

    “Man merkt deutlich, dass sich die Autorin intensiv mit der Welt des Rollenspiels auseinander gesetzt hat. Aber nicht nur Mittelalter-Freunde und Rollenspieler werden diesen Roman verschlingen.”
    Tut mir Leid, aber hier muss ich heftig wiedersprechen. Die Art und Weise, wie Rollenspieler in diesem Buch als leichtgläubige Realitätsflüchtlinge dargestellt werden, ist einfach nur klischehaft und herablassend. Die Vorstellung, dass man auch ohne psychische und/oder reale Probleme Spaß an diesem Hobby haben kann, scheint der Autorin völlig fremd zu sein. Und man merkt deutlich, dass sie sich nur sehr oberflächlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat (allein schon über die Tatsache, dass die Spielteilnehmer Holzschwerter verwenden, ist einfach nur völlig absurd und lächerlich). Dafür spricht auch, dass das Spiel selbst nur sehr nebensächlich abgehandelt wird – spannende Szenen oder auch nur irgendein Ansatz von Spielatmosphäre, die das Ganze interessant und nachvollziehbart macht, fehlen vollkommen. Natürlich muss man LARP nicht mögen und kann sich damit kritisch auseinandersetzen. Aber Saeculum ist einfach nur plump und fast schon beleidigend.

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