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Werwölfe

Besprechungen Phantastik

Christoph Hardebusch – Die Werwölfe

3. Dezember 2009

Werwoelfe

Der junge Niccolo Viviani begibt sich auf die Grand Tour, er soll die Welt kennen lernen und in die Gesellschaft eingeführt werden. Am Genfer See begegnet er dabei Lord Byron und seinen Freunden, die einen sehr zweifelhaften Ruf haben. Nicht zu unrecht, wie sich bald heraus stellt. Ein dunkles Geheimnis umgibt ihre kleine Gruppe, in das auch Niccolo eingeweiht wird, das Geheimnis der Wolfsmenschen. Doch bevor sie ihn in ihre Gemeinschaft aufnehmen können, kommt ihnen die Inquisition auf die Spur und ist ihnen von nun an ständig auf den Fersen. Das Geheimnis der Wolfsmenschen lässt Niccolo nicht mehr los. Wenn es sie tatsächlich gibt, warum dann nicht auch andere vermeintliche Sagengestalten?

Die Werwölfe geben sich hier ein Stelldichein mit Vampiren. Doch Hardebusch hat es geschafft, die Handlung über den schon oft beschriebenen uralten Krieg zwischen Blutsaugern und Lykantrophen hinausgehen zu lassen. Auch die Inquisition darf in solch illustrer Gesellschaft natürlich nicht fehlen, wobei auch sie das ein oder andere dunkle Geheimnis birgt.

Wer einen Roman über das blutige Treiben von Werwölfen in Vollmondnächten erwartet, wird enttäuscht sein. Natürlich gibt es den ein oder anderen Zusammenstoß, wer „Die Trolle“ gelesen hat weiß auch, dass Christoph Hardebusch bei solchen Szenen nicht zimperlich ist. Aber es hält sich im Rahmen. Im Vordergrund steht die Suche Niccolos nach dem alten Wissen über Werwölfe, das die Kirche vor allen anderen versteckt. Wobei die Suche nach diesem Wissen einen guten Grund hat und natürlich alles andere als ungefährlich ist. Immer wieder Thema ist auch die Frage, ob und wie man Beziehungen zu „normalen“ Menschen führen kann, wenn man selbst ein Werwolf oder auch ein Vampir ist.

Wer fürchtet einen der gerade so verbreiteten Liebesschinken im Horrorgewand vor zu finden, kann beruhigt sein. Es handelt sich hier um einen klassischen Horror- oder auch Dark Fantasy- Roman, und zwar einen der empfehlenswerten Sorte. Hardebusch schafft es, den Leser in die vorviktorianische Zeit zu entführen und die Gesellschaft der Salons und Theater erleben zu lassen.

Mir hat das Buch wieder richtig Lust auf Horrorlektüre gemacht, wobei es gerade nicht einfach ist, ein Vampir- oder Werwolfbuch zu finden, dass kein getarnter Nackenbeißer ist. (Wer den Ausdruck nicht kennt: Liebesromane, auf denen schmachtende Damen im Arm ihrer Liebsten vergehen, während diese aussehen, als würden sie gleich in den Nacken der Angebeteten beißen, werden als „Nackenbeißer“ bezeichnet. Das jetzt Vampire gerne die Hauptrolle des holden Recken übernommen haben, hängt sicher nicht mit dieser schon länger gebräuchlichen Bezeichnung zusammen.)

Die Werwölfe – Christoph Hardebusch
512 Seiten, Heyne
ISBN 9783453533165, 14,00 €

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Ich lese gerade...

Fesselnde Werwölfe

5. Oktober 2009

Dass „Die Werwölfe“ von Christoph Hardebusch mich eben kaum mehr los ließen, lag sicher nicht nur daran, dass ich ein paar Tage auf Buchstabenentzug war. Die relativ kurzen Kapitel mit ständig wechselnden Hauptcharakteren lassen einen immer wieder „noch schnell das nächste Kapitel“ lesen.

Bisher gibt es vier Hauptcharaktere, ein junger und noch recht naiver Italiener, der sich auf die Grand Tour begibt um die Welt kennen zu lernen, ein Werwolf, eine Werwolfjägerin und ein Vampir. Ich bin schon sehr gespannt was los ist, wenn sie alle aufeinander treffen. Aber auch alleine sorgen sie für einiges an Spannung. Zum Glück stören mich durch die Gegend fliegende Eingeweide und aufgeschlitzte Kehlen schon lange nicht mehr beim Essen.

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