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Vampire

Besprechungen Krimis und Thriller Phantastik

Markus Heitz – Seelensterben, Exkarnation II

6. August 2015

ExkarnationII

Im zweiten Band von Exkarnation sind alle auf der Suche. Marlene von Bechstein sucht nach ihrem entführten Ehemann, unterstützt von ihrem Fitnesstrainer Ares Löwenstein und Konstantin Korff, dem Bestatter. Sia sucht nach ihrer entführten Tochter Elena und Eric, die von einer geheimnisvollen Organisation gefangen gehalten werden. Der Professor sucht nach Dubois, der scheinbar auch der Entführer von Marlenes Mann ist. Ebenso wie der Seelandwanderer Inverno, der sein Gedächtnis verlor und auch Dubois dafür verantwortlich macht. Allerhand Stoff für Action und immer mal wieder Überkreuzungen der verschiedenen Wege, was zu interessanten Konstellationen führt und stellenweise an ein Wettrennen erinnert. Wer wird zuerst am Ziel sein und seine Lieben retten, seine Geheimnisse enthüllen oder verlieren? Im schlimmsten Fall sogar sein Leben? Weiterlesen

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Ich lese gerade...

Vampire mal klassisch

21. März 2010

Über Vampire lese ich eigentlich ja sehr gerne ab und an mal ein Buch. Die Chroniken der Vampire von Anne Rice habe ich zum Teil zwei Mal gelesen, auch die eher an Blade erinnernden Vampire von Markus Heitz gefallen mir ganz gut. Momentan traue ich mich allerdings kaum, mir spontan ein Vampirbuch zu kaufen. Auch wenn der Klappentext etwas anderes verspricht, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, einen Nackenbeißer (Schnulzenroman) zu erwischen, in dem die (natürlich furchtbar gut aussehenden) männlichen Protagonisten einfach längere Eckzähne und eine spezielle Ernährungsweise verpasst bekamen. Oder man stößt auf eher für die jugendliche Zielgruppe gedachte Romane mit glitzernden Vampirboys.

Auf Empfehlung habe ich mich dann doch mal wieder an einen Vampirroman getraut, ich lese jetzt „Blutzoll“ von Tanya Huff. Es ist der erste Band einer mehrteiligen Reihe, die inzwischen auch zu der TV-Serie Blood-Ties verarbeitet wurde. Die ersten Seiten sind vielversprechend. Düster, die Hauptcharaktere alles andere als perfekt, Nebencharaktere haben bisher nie lange überlebt. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

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Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur Phantastik

P. C. + Kristin Cast – Gezeichnet (Marked)

24. Februar 2010

Gezeichnet

Zoey lebt ein ganz normales Teenagerleben. Ärger mit den Eltern, vor allem dem Stiefvater, Ärger mit dem Freund, der zuviel trinkt, aber eine tolle beste Freundin, mit der sich all das gut aushalten lässt. Doch dann geschieht, was doch eigentlich nur anderen passiert. Sie wird gezeichnet, auf ihrer Stirn erscheint ein halbmondförmiges Mal. Damit ist klar, sie wird zu einem Vampyr, daran führt nur ein Weg vorbei, der Tod. Ihre Ausbildung zum Vampyr erhält sie im House of Night, einem Internat für Vampire. Dort findet sie schnell neue Freunde, mit denen zusammen sie sich gegen die Oberschnepfe der Schule, natürlich die Schönste und Beste von allen, zur Wehr setzt. Nicht zu vergessen Erik, Ex-Freund der Obertussi und jetzt an Zoey interessiert. Das kann ja nur Ärger geben.

Gezeichnet begegnet einem in der Bücherwelt gerade überall, nicht nur auf der Bestsellerliste. Das hatte mich neugierig gemacht. Ob der Hype gerechtfertigt ist, will ich nicht beurteilen. Es muss ja Leute geben, denen es gefällt, sonst wäre es ruhiger um das Buch geblieben.

Die Handlung ist ganz nett, aber nichts Neues. Ein ganz normales Menschlein wird aus seinem nicht unbedingt glücklichen Leben gerissen, landet auf einer Schule für Wesen seiner Art und ist dort auch noch was ganz besonderes, mit einem auffälligen Zeichen auf der Stirn. Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder? Ändern wir einfach das Geschlecht, statt Zauberern werden es Vampyre, schon steht ein Großteil der Geschichte von „Gezeichnet“. Gut gefallen hat mir aber die Verbindung zu indianischen Traditionen. Die Charaktere waren zum Großteil auch ganz sympathisch und gut ausgearbeitet, ich hatte eine ganz gute Vorstellung von ihnen.

Allerdings hatte ich die ganze Zeit Bilder einer amerikanischen High-School-Serie mit Vampyrbesetzung vor Augen. Es glitzert zwar niemand im Sonnenlicht, besonders gut aussehend sind sie aber natürlich alle. Hauptproblem der werdenden Wesen der Nacht ist wer mit wem, Machtspielchen wohin man sieht. Das hatte schon ein bisschen was von Beverly Hills 90210.

Was mich wirklich gestört hat, war die extreme Jugendsprache auf äußerst niedrigem Niveau. Nicht nur, dass ein Blow Job in nicht gerade intimen Örtlichkeiten ganz normal zu sein scheint. Ständig werden intime Körperteile auf einem Niveau tituliert, dass ich hier nicht wiederholen will. Ich habe einige neue Vokabeln gelernt, auf die ich hätte verzichten können. Vielleicht bin ich einfach zu alt für dieses Buch.

Band zwei werde ich nicht mehr lesen, auch wenn die Handlung gegen Ende noch mal recht spannend wurde und einen kleinen Funken Neugier entfachte, wie es denn weiter gehen mag. Aber ich will mir keine weiteren Bücher in diesem Sprachstil mehr antun.

Marked – P. C. Cast + Kristin Cast
A House of Night Novel
Titel der deutschen Übersetzung: Gezeichnet
306 Seiten, St. Martin’s Griffin
ISBN: 9780312360269, ca. 6,75 €
Softcover

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Ich lese gerade...

Mal den neuen Vampir-Hype testen: „Gezeichnet“

30. Januar 2010

Auf der Bestsellerliste steht er auf Platz eins, wo immer man auch büchertechnisch unterweg ist, stolpert man über ihn. Den ersten Band der angeblich einzigen legitimen Nachfolge-Serie der Biss Romane. „Gezeichnet“ von P. C. und Kristin Cast, Beginn der Reihe „House of Night“.

Unverhofft erscheint auf Zoeys Stirn eine saphirblaue Mondsichel. Damit ist klar, sie ist gezeichnet, wird zu einem Vampyr werden. Im House of Night, einem Vampyrinternat, soll sie ausgebildet werden. Sofern sie den Wandlungsprozess überlebt.

Auch wenn mich die Biss-Reihe von Stephenie Meyer nicht wirklich begeistert hat (ich weiß bis heute nicht wie sie endet und will es auch gar nicht wissen), kam ich um „Gezeichnet“ nicht herum. Die Neugier hat mich gepackt, ich will wissen, warum es auf Platz eins der Bestsellerliste gelandet ist. Hat es den Platz verdient, oder waren das nur die nach Nachschub dürstenden Meyer-Fans? Da ich den englischen Band auf Tauschticket nagelneu und günstig bekam, werde ich es einfach testen. Gefällt es mir nicht, werde ich es dort auch gut wieder los. Mein Gewissen tröste ich mit der Fremdsprachenübung über das wahrscheinlich recht niedrige Niveau hinweg. Die ersten Seiten handelten schon mal nur von typisch amerikanischen Teenagerproblemen. Aber es kann ja noch besser werden.

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Besprechungen Phantastik

Christoph Hardebusch – Die Werwölfe

3. Dezember 2009

Werwoelfe

Der junge Niccolo Viviani begibt sich auf die Grand Tour, er soll die Welt kennen lernen und in die Gesellschaft eingeführt werden. Am Genfer See begegnet er dabei Lord Byron und seinen Freunden, die einen sehr zweifelhaften Ruf haben. Nicht zu unrecht, wie sich bald heraus stellt. Ein dunkles Geheimnis umgibt ihre kleine Gruppe, in das auch Niccolo eingeweiht wird, das Geheimnis der Wolfsmenschen. Doch bevor sie ihn in ihre Gemeinschaft aufnehmen können, kommt ihnen die Inquisition auf die Spur und ist ihnen von nun an ständig auf den Fersen. Das Geheimnis der Wolfsmenschen lässt Niccolo nicht mehr los. Wenn es sie tatsächlich gibt, warum dann nicht auch andere vermeintliche Sagengestalten?

Die Werwölfe geben sich hier ein Stelldichein mit Vampiren. Doch Hardebusch hat es geschafft, die Handlung über den schon oft beschriebenen uralten Krieg zwischen Blutsaugern und Lykantrophen hinausgehen zu lassen. Auch die Inquisition darf in solch illustrer Gesellschaft natürlich nicht fehlen, wobei auch sie das ein oder andere dunkle Geheimnis birgt.

Wer einen Roman über das blutige Treiben von Werwölfen in Vollmondnächten erwartet, wird enttäuscht sein. Natürlich gibt es den ein oder anderen Zusammenstoß, wer „Die Trolle“ gelesen hat weiß auch, dass Christoph Hardebusch bei solchen Szenen nicht zimperlich ist. Aber es hält sich im Rahmen. Im Vordergrund steht die Suche Niccolos nach dem alten Wissen über Werwölfe, das die Kirche vor allen anderen versteckt. Wobei die Suche nach diesem Wissen einen guten Grund hat und natürlich alles andere als ungefährlich ist. Immer wieder Thema ist auch die Frage, ob und wie man Beziehungen zu „normalen“ Menschen führen kann, wenn man selbst ein Werwolf oder auch ein Vampir ist.

Wer fürchtet einen der gerade so verbreiteten Liebesschinken im Horrorgewand vor zu finden, kann beruhigt sein. Es handelt sich hier um einen klassischen Horror- oder auch Dark Fantasy- Roman, und zwar einen der empfehlenswerten Sorte. Hardebusch schafft es, den Leser in die vorviktorianische Zeit zu entführen und die Gesellschaft der Salons und Theater erleben zu lassen.

Mir hat das Buch wieder richtig Lust auf Horrorlektüre gemacht, wobei es gerade nicht einfach ist, ein Vampir- oder Werwolfbuch zu finden, dass kein getarnter Nackenbeißer ist. (Wer den Ausdruck nicht kennt: Liebesromane, auf denen schmachtende Damen im Arm ihrer Liebsten vergehen, während diese aussehen, als würden sie gleich in den Nacken der Angebeteten beißen, werden als „Nackenbeißer“ bezeichnet. Das jetzt Vampire gerne die Hauptrolle des holden Recken übernommen haben, hängt sicher nicht mit dieser schon länger gebräuchlichen Bezeichnung zusammen.)

Die Werwölfe – Christoph Hardebusch
512 Seiten, Heyne
ISBN 9783453533165, 14,00 €

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