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Christoph Hardebusch

Besprechungen Phantastik

Christoph Hardebusch – Sturmwelten II. Unter schwarzen Segeln

28. August 2010

Wie so oft bei einer Fortsetzung ist es unmöglich, etwas über den Inhalt zu sagen ohne zu verraten, wer den ersten Band alles überlebt.  Also bitte auch hier wieder: einfach am Ende weiterlesen, wer den ersten Band nicht kennt. Oder einfach gleich den ersten lesen. ;)

Das schwarze Schiff ist ihnen zwar entkommen, aber die Sklaven sind befreit. Zusammen mit Roxane bringt Jaquento sie nach Lessan, wo sie hoffentlich die Möglichkeit bekommen, wieder in ihre Heimat zurück zu kehren. Roxane stellt sich dem Urteil der Obrigkeit, obwohl sie sich bewusst ist, dass sie das wahrscheinlich nicht nur ihre Offizierspatent kosten wird. Dass auch Jaquento der Strick droht, war ihr allerdings nicht bewusst. Sinao lernt von Manoel ihre Fähigkeiten zu nutzen, die die beiden auch schneller brauchen, als sie gedacht hätten. Mit Admiral Thyrane taucht eine neue Figur auf, die versuchen soll zu klären, was in der Sturmwelt vor sich geht. Thaynric möchte wissen, was das geheimnisvolle Schiff geladen hat, hinter dem anscheinend einige Parteien her sind. Währenddessen zettelt Franigo mehr oder weniger unfreiwillig einen Aufstand an, der die Verhältnisse in Hiscadi ins Wanken bringt. Es ist allerhand in Bewegung in den Sturmwelten. Wo wird all dies hinführen?

„Unter schwarzen Segeln“ ist ein typischer zweiter Band einer Trilogie. Hauptsächlich werden die Fäden des ersten Bandes weiter gesponnen, vieles wird erklärt, zum Abschluss kommt aber kaum etwas. Umso größer ist jetzt die Spannung auf den dritten Band „Jenseits der Drachenküste“, wo sich wohl endgültig alles zusammen fügen wird.

Viele Charaktere entwickeln sich in diesem Zwischenband ein ganzes Stück weiter. Franigo blieb mir zum Beispiel im ersten Band relativ fremd, jetzt verstehe ich ihn und seinen Zweck wesentlich besser. Auch das Magiesystem wird näher erläutert, ebenso einige politische Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Nationen. Ein paar neu eingeführte Personen erweitern das Spektrum um interessante Sichtweisen und sorgen für einiges an Abwechslung.

Wem der erste Band gefiel, der wird hier eine gelungene Fortsetzung finden, die dem Beginn der Reihe in nichts nach steht.

Mit der Sturmwelten-Trilogie ist Christoph Hardebusch fantastische Piraten-Fantasy gelungen, von der ich mich immer wieder gerne auf die Meere entführen lasse. Die vielen verschiedenen Charaktere dürften wohl für jeden etwas bieten, mein Liebling ist eindeutig Jaquento mit seinem ganz besonderen „Haustier“, der Echse Sinosh.

Der dritte und abschließende Band „Jenseits der Drachenküste“ erschien im August 2010.

Unter schwarzen Segeln, Sturmwelten II – Christoph Hardebusch

528 Seiten, Heyne

ISBN 9783453523975, 13,00 €

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Besprechungen Phantastik

Christoph Hardebusch – Die Werwölfe

3. Dezember 2009

Werwoelfe

Der junge Niccolo Viviani begibt sich auf die Grand Tour, er soll die Welt kennen lernen und in die Gesellschaft eingeführt werden. Am Genfer See begegnet er dabei Lord Byron und seinen Freunden, die einen sehr zweifelhaften Ruf haben. Nicht zu unrecht, wie sich bald heraus stellt. Ein dunkles Geheimnis umgibt ihre kleine Gruppe, in das auch Niccolo eingeweiht wird, das Geheimnis der Wolfsmenschen. Doch bevor sie ihn in ihre Gemeinschaft aufnehmen können, kommt ihnen die Inquisition auf die Spur und ist ihnen von nun an ständig auf den Fersen. Das Geheimnis der Wolfsmenschen lässt Niccolo nicht mehr los. Wenn es sie tatsächlich gibt, warum dann nicht auch andere vermeintliche Sagengestalten?

Die Werwölfe geben sich hier ein Stelldichein mit Vampiren. Doch Hardebusch hat es geschafft, die Handlung über den schon oft beschriebenen uralten Krieg zwischen Blutsaugern und Lykantrophen hinausgehen zu lassen. Auch die Inquisition darf in solch illustrer Gesellschaft natürlich nicht fehlen, wobei auch sie das ein oder andere dunkle Geheimnis birgt.

Wer einen Roman über das blutige Treiben von Werwölfen in Vollmondnächten erwartet, wird enttäuscht sein. Natürlich gibt es den ein oder anderen Zusammenstoß, wer „Die Trolle“ gelesen hat weiß auch, dass Christoph Hardebusch bei solchen Szenen nicht zimperlich ist. Aber es hält sich im Rahmen. Im Vordergrund steht die Suche Niccolos nach dem alten Wissen über Werwölfe, das die Kirche vor allen anderen versteckt. Wobei die Suche nach diesem Wissen einen guten Grund hat und natürlich alles andere als ungefährlich ist. Immer wieder Thema ist auch die Frage, ob und wie man Beziehungen zu „normalen“ Menschen führen kann, wenn man selbst ein Werwolf oder auch ein Vampir ist.

Wer fürchtet einen der gerade so verbreiteten Liebesschinken im Horrorgewand vor zu finden, kann beruhigt sein. Es handelt sich hier um einen klassischen Horror- oder auch Dark Fantasy- Roman, und zwar einen der empfehlenswerten Sorte. Hardebusch schafft es, den Leser in die vorviktorianische Zeit zu entführen und die Gesellschaft der Salons und Theater erleben zu lassen.

Mir hat das Buch wieder richtig Lust auf Horrorlektüre gemacht, wobei es gerade nicht einfach ist, ein Vampir- oder Werwolfbuch zu finden, dass kein getarnter Nackenbeißer ist. (Wer den Ausdruck nicht kennt: Liebesromane, auf denen schmachtende Damen im Arm ihrer Liebsten vergehen, während diese aussehen, als würden sie gleich in den Nacken der Angebeteten beißen, werden als „Nackenbeißer“ bezeichnet. Das jetzt Vampire gerne die Hauptrolle des holden Recken übernommen haben, hängt sicher nicht mit dieser schon länger gebräuchlichen Bezeichnung zusammen.)

Die Werwölfe – Christoph Hardebusch
512 Seiten, Heyne
ISBN 9783453533165, 14,00 €

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