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Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur Phantastik

Tad Williams / Deborah Beale – Die Drachen der Tinkerfarm

2. September 2009

Tinkerfarm

Lucinda und Tyler sollen den Sommer auf der Farm eines Onkels verbringen. Wirklich begeistert sind sie nicht von der Aussicht, zwischen Kühen und Schweinen ihre Ferien zu verleben. Doch dann kommt alles ganz anders.

Auf der „Ordinary Farm“ leben alles andere als ordinäre Tiere. Drachen und Einhörner sind nicht die einzigen fabelhaften Wesen, die sich auf dieser Farm tummeln. Auch ihre Bewohner sind ungewöhnlich. Wo kommen all die Fabelwesen her? Und wohin verschwand vor Jahren ihre Tante Grace? Vor allem Tyler lassen diese Geheimnisse keine Ruhe, er macht sich auf die Suche nach Antworten, was alles andere als ungefährlich ist.

Das Buch spielt in unserer Welt und gleichzeitig mit der Möglichkeit des Unmöglichen. Wer kann sich schon sicher sein, dass nicht irgendwo auf einer entlegenen Farm Drachen hausen?

„Die Drachen der Tinkerfarm“ ist ein spannendes und fabelhaftes Fantasybuch für Leser jeden Alters. Auch wenn es für Jugendliche geschrieben wurde, vermag es ebenso erwachsene Leser zu fesseln. Nicht nur durch die wunderschönen Beschreibungen der tierischen Bewohner der Farm, auch die Suche nach dem Geheimnis ihrer Herkunft ließ mich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Nicht zuletzt, da keine Magie im Spiel ist, mehr will ich hier aber nicht verraten.

Tad Williams schrieb dieses Buch zusammen mit seiner Frau Deborah Beale, vielleicht ist ihr zu verdanken, dass die für Williams typischen Einstiegsschwierigkeiten hier fehlen. Bisher musste ich mich noch in alle seine Bücher erst einmal einlesen, da er seine Welten sehr ausgefeilt beschreibt und dafür einfach Zeit und Platz braucht. Dies ist hier nicht so, man ist sofort drin in der Geschichte und möchte einfach nur noch weiter lesen.

Da „Die Drachen der Tinkerfarm“ der Auftakt zu einer neuen Reihe sind, kann ich mich schon auf die weiteren Bände freuen. Auch wenn es natürlich nicht verkehrt wäre, erschiene vorher noch der dritte Band zu „Shadowmarch“.

Allen Fantasylesern kann ich die „Drachen der Tinkerfarm“ wärmstens empfehlen. Lasst euch von den jugendlichen Charakteren nicht abschrecken, es ist wirklich mal wieder ein Buch das den Titel „All-Age-Fantasy“ wirklich verdient.

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Kristin Cashore – Die Beschenkte

28. August 2009

Beschenkte

Katsa ist eine Beschenkte. Manche Menschen werden mit einer besonderen Gabe geboren, man erkennt sie an den unterschiedlich farbigen Augen. Sie wurde mit der Gabe des Kampfes beschenkt, weshalb ihr Onkel sie gnadenlos als sein Werkzeug einsetzt. Sie soll jeden, der ihm im Weg steht, zur Ordnung rufen. Durch Folter oder auch Mord.

Als sie dem Prinzen Bo begegnet, der ebenfalls ein Beschenkter ist, trifft sie das erste Mal auf einen Menschen, der ihr ebenbürtig ist. Zusammen ziehen sie aus, um das Geheimnis um die Entführung von Bos Großvater zu lösen.

„Die Beschenkte“ wird mit dem Satz „für alle Leser von Stephenie Meyer“ beworben, was meiner Meinung nach nicht zutrifft. Es gibt zwar eine Liebesgeschichte, doch die ist hier eher nebensächlich. Viel mehr geht es darum, wie man mit einer besonderen Begabung umgehen kann. Das eine Begabung abhängig davon, wie man sie nutzt, wertvoll oder schädlich sein kann. Wie man damit umgeht, wenn man anders ist als alle anderen.

Katsa entwickelt sich im Laufe des Buches, sie ist kein starrer Charakter der einmal eingeführt, immer auf die gleiche Art und Weise agiert. Auch die beschriebene Welt ist nicht einfach schwarz weiß, wie man es oft in Jugendromanen findet, sondern weist viele Grautöne auf. Es wird immer wieder deutlich gemacht, dass alles zwei Seiten hat. Die Sprache ist für ein Jugendbuch recht anspruchsvoll, so dass auch erwachsene Leser Vergnügen bei der Lektüre haben. Katsas Alter vergisst man recht schnell, „Die Beschenkte“ ist ein gelungener Vertreter der „All Age Fantasy“.

Ich habe das Buch an nur einem Tag durchgelesen. Es liest sich schnell und flüssig, ist von Anfang an spannend und man möchte es nicht mehr aus der Hand lesen. Von dem Vergleich mit den „Biss“ Büchern sollte man sich nicht abschrecken lassen, mit denen hat es wirklich nichts gemeinsam. Wer wegen des Vergleichs überlegt das Buch zu kaufen: lasst euch von meiner Behauptung nicht abschrecken. Es ist anders als die Bücher von Stephenie Meyer, aber ein tolles Buch. Prinz Bo ist eine harte Konkurrenz für Edward, nur nicht so bissig.

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