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Abedi

Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur

Isabel Abedi – Lucian

15. Oktober 2009

Lucian

Rebecca kramt in einer Kiste mit Erinnerungsstücken und hält gerade ihren alten Teddybären namens Lu in Händen, als es geschieht. Es fühlt sich an wie ein hauchfeiner Riss, tief in ihrem Inneren. Da ist plötzlich ein Gefühl der Leere, das sie nicht deuten kann.

Kurz darauf taucht Lucian in ihrem Leben auf, der nicht weiß woher er kommt, alle Erinnerungen verloren hat. Wie durch Zufall begegnen sie sich immer wieder. Doch beide spüren eine gegenseitige Anziehung, die sie nicht mehr an den Zufall glauben lässt. In seiner Nähe fühlt Rebecca sich ganz. Was verbindet die beiden miteinander? Ist Lucian wirklich nur ein Mensch?

„Lucian“ ist ein zauberhafter Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Er handelt von der Liebe, doch nicht nur der zwischen Liebenden, sondern auch der zwischen Eltern und Kindern und ebenso zwischen Freunden. Wie in vielen Jugendromanen wird das Thema Freundschaft groß geschrieben, denn wer hilft mehr als eine Freundin, auf die man sich jederzeit verlassen kann, wenn die eigenen Eltern einem nicht mehr glauben.

Trotz der Tiefe der Emotionen kommt niemals das Gefühl von Kitsch oder übertriebener Tragik auf. Es ist auch kein klassischer Liebesroman, obwohl die Liebe zwischen Rebecca und Lucian das Hauptthema ist. Dank Lucians Geheimnis gehört es eher in die Richtung Mystery.

Das Rätsel um Lucians Herkunft ist es auch, das einen immer wieder weiter lesen lässt. Ganz langsam wird es aufgelöst. Selbst nach der Auflösung kommt aber keine Langeweile auf, ganz im Gegenteil. Denn dann geht es um Leben und Tod.

Die Erklärung von Lucians Existenz ist so schön, man wünscht sich es könnte wirklich so sein. Wer das Buch gelesen hat, weiß was ich meine.

Isabel Abedi hat wieder einmal einen wunderbaren Jugendroman geschrieben, an dem auch erwachsene Leser noch ihre Freude haben. Wenn sie bereit sind, sich auf die Welt der heutigen Jugend mit I-Pod und E-Mails einzulassen, sich gleichzeitig aber an die eigenen Empfindungen in dieser Zeit zu erinnern. Auch daran, wie schön und gleichzeitig schwer es sein kann, sich das erste Mal zu verlieben.

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