Monatsrückblick

Leserückblick September 2016

2. Oktober 2016

Gelesen450

Roman

Morten A. Strøksnes – Das Buch vom Meer
Zwei Männer auf der Jagd nach einem Eishai. Ein Buch über das Meer, Norwegen und Freundschaft. Schöne Atmosphäre trifft auf sehr viel Wissen, rund um das Meer und seine Bewohner. Mehr in der Besprechung.

Melanie Raabe – Die Wahrheit
Thriller ohne Blut, aber mit viel Spannung. Nach sieben Jahren, die ihr Ehemann als verschollen galt, kehrt er plötzlich zurück nach Hause. Doch die Freude wird schnell getrübt, sie ist sich sicher, das ist nicht ihr Mann, der da aus dem Flugzeug steigt. Ein Fremder will sich in ihrem Haus einnisten. Aber warum? Und warum glaubt ihr niemand? Sehr spannend, die letzten Seiten habe ich inhaliert, weil ich die Spannung kaum mehr aushielt.

Kim Kestner – Anima
Wie jedes Jahr fährt Abby mit ihrer Familie im Urlaub in den Freizeitpark Acadia. Doch dieses Mal wird alles anders, kaum dass Juspinn auftaucht. Als Magier wurde er fürs Sommerfest engagiert, verzaubert aber schnell alle Frauen im Park. Auch Abby fühlt sich von ihm angezogen. Aber was passiert mit den Menschen um sie herum, warum werden plötzlich alle so aggressiv? Ist Juspinn auch daran schuld? Jugend-Romantasy, die mir vor 20 Jahren sicher gut gefallen hätte. Heute ahnte ich das Ende bereits am Anfang, leider kam es dann auch genau so. Trotz etlicher Klischees aber auch ein paar wirklich schöne Szenen mit viel Action.

Angela Mohr – Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen
Ein Mädchen das nicht spricht und ein Junge, der öfter mal lieber erst denken sollte, bevor er er spricht. Oder handelt. Zufällig treffen sie sich in einem Zug und stranden an einem einsamen Bahnhof im gefühlten Nirgendwo. Dort kommen sie sich langsam näher und berichten nach und nach darüber, was sie dorthin brachte. Eine schöne, meistens ruhige, Geschichte über zwei Jugendliche, auf dem Weg zu sich selbst. Mit Irrwegen, den Folgen und dem Versuch, doch noch alles zurecht zu drehen. Traurig und schön in einem, empfehlenswertes Jugendbuch.

Angela Mohr – Ada, Im Anfang war die Finsternis
Ada lebt zusammen mit den anderen Sigelträgern abgeschieden in einem Dorf. Sie weiß, dass es ein Draußen gibt, aber nicht, wie es aussieht. Denn der Wald ist gefährlich, niemand kann das Dorf einfach so verlassen. Aber ab und an bringen die Heiler Menschen von draußen ins Dorf. So begegnet sie eines Tages Luca, der mit seiner Mutter vor dem gewalttätigen Vater geflohen ist. Luca bringt ihr Weltbild durcheinander, verstärkt die Zweifel, die Ada schon lange quälen. Starb ihr Bruder Kassian wirklich? Oder lebt er noch, dort draußen? Totgesagt von den Heilern?
Die Autorin wuchs selbst in einer christlichen Sekte auf und kennt den Prozess der Zweifel und der Abnabelung von allem, was man bisher kannt, gut. Das merkt man diesem Buch an. Ein wichtiges Thema, verpackt in eine Geschichte, die einen von der ersten Seite an mit auf die Reise nimmt. Noch ein empfehlenswertes Jugendbuch.

Alex Capus – Das Leben ist gut
Eine Woche im Leben eines Barbesitzers, dessen Frau gerade zu einem Jahr als Gastdozentin in Paris aufgebrochen ist. Viele kleine Episoden, um alte Freundschaften, neue Begegnungen, den Menschen an sich und einen Stierkopf. Fein beobachtet und mit angenehmem Humor zu Papier gebracht.

Tilman Rammstedt – Morgen mehr
Was, wenn man noch gar nicht geboren ist, aber weiß, dass die Eltern sich an einem ganz bestimmten Tag an einem ganz bestimmten Ort treffen müssen, damit es geschieht, beide aber gerade auf Irrwegen unterwegs sind? Dieses Abenteuer erlebt man hier mit dem Erzähler, der seine hoffentlich zukünftigen Eltern auf dem Weg zu seiner Entstehung begleitet. Einem ziemlich wahnwitzigen Weg, in dem drei Männer im Pelzmantel, ein seltsamer Koffer, ein neunmalkluger Junge, ein Schaf und eine ganz besondere Sekunde eine Rolle spielen. Großartiger Humor, man möchte am Ende gleich noch einmal von vorne beginnen.

Comic

Erik Kriek – In the Pines, Five Murder Ballads
Fünf Balladen rund um Tod und Rache in gezeichnete Geschichten verwandelt und neu interpretiert. Fasziniernde Zeichnungen, monochromatisch und auf den ersten Blick schlicht anmutend, aber doch voller inhaltlicher Tiefe. Besonderes Extra: die beiligende CD mit den entsprechenden Liedern.

Robin Thiesmeyer & Meta Bene – Es gibt mehr Sterne als Idioten
Immer wieder fasznierend, mit wie wenigen Strichen und Sätzen man so viel aussagen kann. Meistens lustig, manchmal traurig, fast immer wahr. Wer es nicht kennt, hier gibt es Einblicke.

Inio Asano – Gute Nacht Punpun Bd. 1
Manga-Reihe rund ums erwachsen werden, erzählt aus der Sicht von Punpun. Der selbst aber nie sichtbar wird, sondern als Strichmännchen-Vogel auftritt. Die Geschichte einer Kindheit, die nicht verklärt dargestellt wird. Punpun Papa verprügelt Punpun Mama, und dann steht da auch noch die erste Liebe vor der Tür. Viel zu viele neue Gefühle, mit denen Punpun erst einmal nicht wirklich klar kommt. Diese Reihe ist wirklich etwas Besonderes, wird weitergelesen.

Jiro Taniguchi – Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß
Die Geschichte einer Liebe entgegen aller Konvention. Die 37jährige Tsukiko begegnet nach Jahren ihrem ehemaligen Lehrer wieder. Sie treffen sich immer öfter, bei Sake und gutem Essen und kommen sich allmählich näher. Bleiben gleichzeitig aber auf Distanz, wie es sich für einen Sensei und seine Schülerin gehört. Doch irgendwann können sie die gegenseitige Anziehung nicht mehr leugnen. Gefühle in Bildern ausdrücken, das kann wohl kaum einer so gut wie Taniguchi. Der damit der perfekte Zeichner für die Adaption des bekannten Romans ist. Langsam und feinfühlig erzählt er diese ganz besondere Geschichte.

Joe Hill & Gabriel Rodriguez – Locke & Key Band 3, 4, 5 und 6
Großartige Horror-Comicreihe mit viel Spannung. Band 3 und 4 sind noch etwas ruhiger, Band 5 und 6 sollte man sich gleich zusammen kaufen. Hier entwickelt die Geschichte so viel Action, dass man einfach nur wissen möchte, wie es denn nun ausgeht. Viele Details aus den ersten Bänden spielen hier noch einmal eine Rolle, man spürt, dass die Serie am Stück konzipiert wurde. Es ist eine Geschichte, die über sechs Bände erzählt wird und mit jedem Band mehr Tiefe entwickelt. Da steckt so viel mehr drin, als man in den ersten beiden Bänden noch ahnt.

Ransom Riggs & Cassandra Jean – Miss Peregrines – Insel der besonderen Kinder (Comic-Adaption)
Großartige Zeichnungen, die perfekt zur erzählten Geschichte um eine Gruppe Kinder passen, die nicht nur aus der Art geschlagen sind, sondern auch aus der Zeit gefallen. Nach dem Tod seines Großvaters macht sich Jacob auf die Suche nach den Ursprüngen der merkwürdigen Geschichten, die der ihm als Kind erzählte. Sie scheinen einen wahren Kern zu haben, aber als er den entdeckt, mag er es immer noch kaum glauben.

 

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2 Kommentare

  • Antworten wortsonate 3. Oktober 2016 von 11:49

    Jiro Taniguchi kommt auf meine Leseliste

    • Antworten Papiergeflüster 3. Oktober 2016 von 12:42

      Der lohnt sich wirklich immer.

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