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Szenen eines Buchhändlerlebens

Szenen eines Buchhändlerlebens

Buchgeschichten: Inventur

20. Januar 2013

Alle Jahre wieder folgt auf das wuselige Weihnachtsgeschäft die Inventur. Alles muss erfasst, jede Postkarte und jede Rolle Geschenkpapier gezählt werden. Die Bücher können wir zum Glück scannen, ich habe auch noch die alte Methode mit Rechenmaschine und Fotoapparat erlebt. Fragt nicht.

Schon Wochen vorher fange ich an, mir Listen zu schreiben. Mit all den Dingen, die nicht gescannt, sondern von Hand gezählt und erfasst werden müssen. Damit auch ja keines vergessen wird. Das fängt bei den Kleinigkeiten wie den Postkarten im Lager an. Zu Weihnachten kauft natürlich niemand Sommerkarten, die liegen wohl verwahrt im Schrank. Da liegen sie gut, und werden gerne mal ignoriert.

Und endet meist mit den Dingen, die man das ganze Jahr vor Augen hat und deshalb gar nicht mehr bewusst wahrnimmt. Wie zum Beispiel dem lebensgroßen Skelett, das der Jahreszeit entsprechend gekleidet herum steht und eher als Kollege, denn als Inventar, angesehen wird. Es heißt übrigens Ferdinand und trägt zur Inventurzeit meistens noch seine Nikolausmütze.

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„Papiergeflüster“ jetzt als Buch!

18. Januar 2013

 

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Ihr mögt die Geschichten aus dem Buchhändlerleben? Jetzt gibt es sie als Buch!

„Papiergeflüster – Aus dem Leben einer Buchhändlerin“ ist bei Tubuk.digital erschienen. Aktuell als .pdf zum Einführungspreis von nur 0,99 €!

Demnächst aber auch als .epub und für den Kindle. Nicht digitale Leser müssen sich noch ein wenig gedulden, aber auch die werden noch das Vergnügen haben.

Auch wer immer fleißig auf „Ich mach was mit Büchern“ und hier auf Papiergeflüster mitgelesen hat, kennt noch nicht alle Geschichten. Das war auch der Grund, weshalb es auf Papiergeflüster zwischenzeitlich immer wieder still wurde, erst wurde noch fleißig geschrieben, dann noch einmal überarbeitet, die Korrekturen und Verbesserungsvorschläge des Lektorats eingearbeitet…

Ich hoffe ihr habt viel Spaß mit dem Ergebnis!

Vielen Dank an alle, die diese Idee Wirklichkeit werden ließen.

Papiergeflüster, Aus dem Leben einer Buchhändlerin – Simone Dalbert
Verlag:Tubuk.digital
0,99 € (kurzfristiger Einführungspreis)

 

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Buchgeschichten: Schwerer Abschied

6. Januar 2013

Vor zwei Jahren mussten wir die Filiale, in der ich lange Zeit gearbeitet hatte, schließen. Es hieß Abschied nehmen, von vielen lieb gewonnen Stammkunden. Keine leichte Zeit, da wird einem das Herz schon mal schwer. Man hat immerhin viel Zeit in diesen vier Wänden und mit den Kunden verbracht, viele regelmäßig getroffen.

Neben den Kunden, zu denen man mit der Zeit eine besondere Beziehung aufgebaut hatte, gab es auch die eine oder andere Überraschung. Man hat sich zwar regelmäßig gesehen, aber kaum ein Wort über das Geschäftliche hinaus gewechselt. Bis zu diesem letzten Tag. So manch einer hat uns unverhofft seine Wertschätzung ausgesprochen. Wir hatten einen Kunden, der anfangs sehr schwierig war, wir konnten ihn kaum zufrieden stellen. Aber mit viel Service und noch mehr Freundlichkeit hatten wir ihn irgendwann geknackt, von dem Tag an kamen wir alle prächtig miteinander aus. Das gerade dieser Kunde mir bei seinem letzten Besuch sagte, wie gerne er immer bei uns eingekauft hätte, hat unglaublich gut getan.

Mit so manchem Kunden hat man im Laufe der Jahre auch mal private Worte gewechselt. Nie wirklich persönlich, meist Small Talk, trotzdem lernte man sich einfach kennen. Man erzählte sich vom letzten Urlaub, oder auch dem nächsten, wenn ein Reiseführer gekauft wurde. Nach der Weihnachtsfeier, für die wir gemeinsam das passende Buch mit kurzen Geschichten gesucht hatten, wie sie bei den Kollegen ankamen, oder vom Apfelkuchen, den man letzten Wochenende gebacken hatte. Eine dieser ganz besonderen Kundinnen wusste, wohin ich gewechselt hatte und rief mich einige Monate nach der Schließung auf meiner neuen Stelle an. Einfach nur um zu fragen, wie es mir geht, ob alles in Ordnung ist. Ganz ehrlich, ich hätte heulen können. Solche Momente tun unglaublich gut.

Noch oft denke ich an den älteren Herrn, der tagtäglich bei uns seine Zeitung kaufte. Wenn die Zeit dafür war, wechselte man ein paar Sätze über das Wetter oder das Tagesgeschehen. Meistens hatte er sein „Düdle“ (fränkisch für Tüte) schon dabei, die Frage danach gehörte einfach zu unserem Tag. Er war immer einer meiner Lieblingskunden, auch wenn ich bis heute nicht weiß, wie er heißt, da er nie ein Buch bestellt hatte. Wie viel wir ihm wirklich bedeuten, wurde mir aber erst an unserem letzten Tag klar. Als er sich mit Tränen in den Augen von uns verabschiedete. Ich hoffe, er hat einen schönen Ersatz für uns gefunden, wo er auch täglich sein Düdle auspacken konnte.

Auf jedes Ende folgt ein Neuanfang und ich habe auch jetzt wieder viele tolle Kunden. Trotzdem denke ich noch oft und immer wieder gerne an all diese Menschen zurück, die mich in all den Jahren begleitet haben. Danke.

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Buchgeschichten: Wir können auch amazonisch

14. Dezember 2012

Normalerweise sind unsere Kundengespräche etwas ausführlicher. Manchmal ergibt es sich aber auch, mit wenigen Worten ein Buch an den Mann oder die Frau zu bringen.

Eine Kundin rief an und wünschte „Die Bienenkönigin“. Nach Kontrolle des übereinstimmenden Autorennamens durfte ich ihr dann „Die Bienenhüterin“ zurück legen. Eine Stunde später kam sie vorbei, um ihr Buch abzuholen und sie erzählte mir, dass sie allen möglichen Leuten „Die Bienenkönigin“ empfohlen hätte, dabei würde es ja gar nicht so heißen. Sie fand das Buch so großartig, was ich dann auch gleich bestätigen konnte, ich mochte es auch sehr gerne. Wir tauschten uns so begeistert über das Buch aus, dass eine andere Kundin neugierig wurde. „Über welches Buch sprechen sie gerade?“

Während nun die erste Kundin der zweiten „Die Bienenhüterin“ empfahl, ging ich zum Regal und nahm „Gute Geister“ von Kathryn Stockett heraus. Es folgte mein wohl kürzestes Beratungsgespräch. Ich reichte es Kundin Nummer eins mit den Worten: „Wenn Ihnen das gefiel, wird Ihnen dieses hier auch gefallen.“

Mehr musste ich gar nicht sagen, sie antwortet nur „Ist gekauft.“ So ähnlich läuft das wohl bei Amazon. Aber ohne den Spaß des persönlichen Austauschs über ein gelesenes Buch, begleitet von guter Laune und einem Lächeln.

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Buchgeschichten: Buchhändler als DAU

22. November 2012

Buchhändler stehen ja nicht nur im Laden und verkaufen Bücher. Zu einer Buchhandlung gehört heutzutage auch ein ordentlicher Online-Auftritt mit Online-Shop. Unsere Homepage musste nach ein paar Jahren, in denen sie brav ihren Dienst versah, neu gestaltet werden. Also suchten wir uns einen passenden Anbieter, der das Grundgerüst der Seite und den Shop schon mitbringt. Wie es aussehen soll und was sich alles auf der Seite befinden soll, wurde dann meine Aufgabe. Ebenso das Einrichten der Seite.

Dank bloggen kenne ich grundsätzlich CMS Systeme und habe mich auch recht schnell in das Drupal basierte System der Seite reingefunden. Ab und an habe ich aber auch die Programmierer zum staunen gebracht.

„Hallo Herr K., ich habe da ein Problem. Wo kann ich denn in dem Abholstellen eine Filiale wieder löschen?“

Schweigen bei Herrn K. Schweigen des Staunens, wie ich kurz darauf hörte.

„Ähm, also, da habe ich keinen Löschen Button eingebaut. Weil ich nicht gedacht hätte, dass man Abholstellen wieder löschen müsste. Interessant. Beim nächsten Update baue ich einen ein.“

Manchmal muss man einfach einen DAU (Dümmsten anzunehmenden User) über die Seite schicken, um auch noch den letzten Stolperstein zu finden. ;)

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