Bloggerleben

Bloggen und Alltag

10. November 2015

Mara von Buzzaldrins Bücher fragt:

„Und ihr? Wie macht ihr das eigentlich alles? Wie kriegt ihr Blog und Alltag unter einen Hut? Was hilft euch dabei, euch zu organisieren?“

Gute Frage, ich mache das jetzt schon so lange, dass vieles davon automatisch funktioniert. Aber wie?

Notizen

Notizen

Ideen für Blogartikel, einzelne Sätze für Rezensionen, Stichpunkte für den nächste Podcast… All sowas fällt mir gerne in Situationen ein, in denen ich gerade mal nichts arbeiten kann. Unter der Dusche, beim Zähneputzen, unterwegs zur Arbeit. Wenn die Gedanken frei sein dürfen, mehr oder weniger. Fragt nicht, wie oft ich schon fast die Gesichtscreme statt der Zahnpasta verwendet hätte. Diese Fragmente notiere ich mir, in Notizbüchern, auf Blöckchen, in der Notizen-App im Handy. Nicht alle davon werden jemals verwendet, manche erst Wochen oder Monate später, aber sie helfen mir, nicht ständig vor einem leeren Blatt zu sitzen. Irgendeinen der Fäden kann ich immer aufnehmen.

Zeit für Kreativität

Es gibt Zeiten, in denen ist einfach kein Raum für Kreativität. Gerade hatte ich wieder einige dieser Wochen. Auf der Arbeit geht es rund, die Restenergie reicht gerade noch für das Notwendigste im Haushalt und im Blog. Aber zündende Ideen? Einen Artikel einfach runterschreiben, weil er schon den ganzen Tag in den Gehirnwindungen vor sich hin gärte und jetzt in die Tastatur möchte? Fehlanzeige. Das ist dann einfach so, diese Zeit gibt es, das habe ich gelernt zu akzeptieren. Dann arbeite ich mit Reserven. Um Artikel zu schreiben, mit denen ich zufrieden bin, brauche ich kreative Zeiten.

Reserven

Als Buchhändlerin darf ich das eine oder andere Buch schon mal lesen, bevor es erscheint, muss aber so lange noch darüber schweigen. Darüber schreiben tue ich meistens gleich nach der Lektüre, dann fällt es leichter, als drei Bücher später. Außerdem veröffentliche ich nicht immer alle Rezensionen sofort, versuche sie etwas zu verteilen. So kommt es, dass ich meistens die eine oder andere Buchbesprechung auf Halde liegen habe. Die ich dann veröffentlichen kann, wenn gerade kein Raum für Kreativität ist.

Druck rausnehmen

Für mich persönlich ist ganz wichtig, dass ich mir mit dem Blog keinen Druck mache. Deshalb arbeite ich nur in Ausnahmefällen mit Rezensionsexemplaren. Die meisten meiner Bücher kaufe ich mir selbst. Weil ich sie dann lesen kann, wann ich will und nicht unbedingt besprechen muss. Seit ich das so handhabe, macht mir das Schreiben über Bücher wieder viel mehr Spaß. Für Dinge die Spaß machen, nimmt man sich eher die dafür notwendige Zeit. Mein Blog ist mein Hobby und das soll es auch bleiben.

Lesen was mir gefällt

Wenn ich ein Buch lesen muss, ist das nicht immer ein Genuss. Dienstlich kommt das oft genug vor, meine private Lektüre, und damit auch die fürs Blog, soll Vergnügen sein. Ich suche mir die Bücher nach Bauchgefühl aus, wonach mir gerade als nächstes ist, und breche sie auch radikal ab, wenn sie mir nicht gefallen. In der Zeit, in der ich mich mühsam durch ein Buch quäle, das mir nicht wirklich gefällt, lese ich drei Bücher, die mir gefallen. Wenn mir mal gar nicht Büchern ist? Lasse ich sie links liegen und mache etwas anderes. Das hält sowieso nie lange an, ohne Bücher geht es einfach nicht.

Sonntage

Sonntage sind Schreibtage. Samstags bin ich oft unterwegs, erledige das eine oder andere, kümmere mich um den Haushalt. Ist sonntags dann alles getan, ist Ruhe und Zeit für das Blog. Manchmal klappt das auch an Abenden unter der Woche, aber nicht immer. Die meisten meiner Artikel entstehen an Sonntagen.

Hörbücher

Bin ich viel in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, höre ich Bücher statt sie zu lesen. Die Haltestelle zu verpassen ist damit wesentlich unwahrscheinlicher, beim Umsteigen muss ich weder Buch noch E-Book-Reader verstauen, um sie im nächsten Bus wieder auszupacken, beim Warten an der Haltestelle frieren mir nicht die Finger ein und es gibt Bücher, die mir als Hörbücher tatsächlich sogar besser gefallen.

To Do Listen

Während ich diesen Artikel schrieb, hatte ich schon wieder vergessen, welche Buchbesprechung ich eigentlich schreiben wollte. Zum Glück hatte ich meine To Do Liste, auf meinem Schreibtisch liegen meistens mehrere Zettel. Mit langfristigeren und akuteren To Do Punkten. Sie zu notieren, erleichtert mein Gehirn. Und ich kann mit einem guten Gefühl zu Bett gehen, wenn auf der Liste zum Tag wieder alle Punkte abgehakt sind.

Andere Blogger

Sie motivieren, inspirieren, spornen an. Danke euch allen dafür.

Gar nicht

Manchmal klappt es auch einfach gar nicht. Die Bücher, über die ich gerne schreiben würde stapeln sich, aber ich finde keine Ruhe dafür. Oder ich komme gar nicht erst zum lesen, weil die To Do Listen voll mit anderen Dingen sind. Das ist dann auch in Ordnung, dann wird eben nicht gebloggt. Das musste ich aber erst lernen zu akzeptieren.

 

Auch Maike und Mareike von Herzpotential haben verraten, wie sie Blog und Alltag organisieren. Wie sieht es bei euch aus? Wie organisiert ihr Blog und Alltag?

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9 Kommentare

  • Antworten BücherMikado 11. November 2015 von 10:49

    Oh was bin ich erleichtert zu hören, dass auch andere nicht zum Bloggen oder gar lesen kommen. Ich habe immer wieder ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht dazu komme.

    In meinem Alltag fällt das Strukturieren ziemlich schwer. Mit zwei Kindern ist Zeit oft Mangelware und abends, wenn sie dann endlich im Bett sind, fallen mir eher die Augen zu. An bloggen oder gar lesen ist da gar nicht mehr zu denken. Und oft kommen viele Termine, vorwiegend Arzttermine aufgrund chronischer Erkrankungen, dazwischen und rauben mir noch mehr Zeit.

    Mit To-Do Listen versuche ich es auch, aber irgendwie stapelt sich immer alles. Ich habe ganz klar derzeit noch ein Priorisierungsproblom. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister :-D

    Viele Grüße
    Nicole

    • Antworten Papiergeflüster 14. November 2015 von 19:09

      Meine To Do Listen verlängern sich manchmal auch auf „magische“ Weise. ;)

  • Antworten tinelesemomente 14. November 2015 von 15:32

    Ein schöner Artikel, in dem ich mich an vielen Stellen wiederfinde. Insbesondere die Notizen und das Sonntagsritual – wobei es da bei mir weniger um’s Bloggen (das mache ich meist samstags), sondern ums Lesen geht. Sonntag ist Lesezeit. Punkt.

    Und auch das Annehmen von „Hmm, gerade geht gar nichts!“ lerne ich mehr und mehr.

    Was mir echt nicht gut gelingt, sind die vorgeschriebenen Posts, die ich veröffentlichen könnte, wenn gerade keine Zeit und Muße für Neues ist. Aber vielleicht bekomme ich das demnächst auch mal umgesetzt.

    Liebe Grüße, Tine :)

    • Antworten Papiergeflüster 14. November 2015 von 19:08

      Vorgeschriebene Posts funktionieren bei mir meistens gut mit Titeln, die sowieso schon länger erschienen sind, wenn es nicht so eilt mit der Veröffentlichung der Besprechung. Oder eben den Titeln, die ich noch verschweigen muss. ;) Wie so viele Gewohnheit und Übungssache. :)

  • Antworten Tasmetu 17. November 2015 von 13:24

    Ich finde es immer super interessant, wie andere Leute so bloggen. Da ich deinen Blog gerne mag und der Beitrag hier auch noch wunderbar strukturiert ist, habe ich mich echt darüber gefreut. :)
    Mir fehlen leider die Sonntage – ich bin an den WEs immer unterwegs und oft beide Tage gar nicht am Laptop. Aber auch ich schreibe oft Dinge vor – an kreativen Tagen schreibe ich oft mehrere Blogposts und dann habe ich unter der Woche weniger Stress.
    Das mit den Rezensionsexemplare überlege ich derzeit auch. Ich habe so viele ungelesene Bücher daheim und die will ich eigentlich auch alle lesen. Stattdessen lese ich aber dauernd Reziexemplare, weil die natürlich Vorrang haben. Also hier denke ich über Veränderung nach. :-)

    Sehr interessant, danke dafür! :-)

    • Antworten Papiergeflüster 17. November 2015 von 19:49

      Vielen Dank für das Lob. :)

  • Antworten fraupixel 4. Dezember 2015 von 09:28

    Ich finde deine Meinung zu Rezensionsexemplaren interessant. Mir geht es nämlich so, dass ich immer häufiger gefragt werde ob ich sowas annehme und darüber schreiben kann. Aber ich entscheide mich oft erst nach dem Lesen, ob ich überhaupt über das Thema bloggen möchte. Ich entscheide was ich schreibe und kein Sponsor.
    Ich hab in den letzten Wochen meine Bachelor-Arbeit geschrieben und hole jetzt in der Blogosphäre alles nach, was ich verpasst habe. Auch das Bloggen, dass etwas liegen geblieben ist, weil die ganze kreative Schreibarbeit in der BA verbraucht wurde.
    Ich finde, man sieht deinem Blog an, dass du da wirklich deinen Weg zwischen Arbeit und Schreiben gefunden hast. Es ist eine tolle Inspiration!

    • Antworten Papiergeflüster 4. Dezember 2015 von 20:20

      Mir geht es genauso, ich entscheide oft erst nach der letzten Seite, ob ich darüber blogge oder nicht. Diese Freiheit ist mir auch wichtig, so kann ich Bücher auch entspannter einfach abbrechen, wenn sie mir gerade nicht gefallen.
      Vielen Dank für das Lob. :) Wünsche Dir viel Spaß beim wieder in die Bloggerwelt eintauchen. :)

  • Antworten [Sonntagsleserei]: November 2015 | Lesen macht glücklich 6. Dezember 2015 von 15:08

    […] lässt die Bastarde los. Bei den Phantasienreisen gibt es den”kleinsten Kuss der Welt”. Bloggen und Alltag beschäftigte das Papiergeflüster (und nicht nur sie). Ein Interview mit Mara von buzzaldrins. Und 10 Dinge, die man für das Bloggen braucht, […]

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