Bücherwelt

Wohin wandern die Lesefreunde-Bücher?

23. April 2012

 

Von der Lesefreunde-Aktion zum Welttag des Buches habe ich ja schon oft genug berichtet. Anfangs war ich noch etwas skeptisch, 30 Bücher sind nicht wenig. Da ich in Unterfranken lebe, kam es für mich nicht in Frage, die Bücher einfach auf der Straße zu verteilen. Hier wird man ja schon des Wahnsinns verdächtigt, wenn man mal spontan freundlich ist. Nachdem ich den Bericht von Literaturcafé gelesen habe, der versuchte seine Bücher zu verschenken und sich damit verschiedenster Vergehen verdächtig machte, bin ich froh, andere Wege gewählt zu haben.

Da wäre zum Beispiel die Dame, die ich jeden Morgen im Bus sehe. Immer mit einem Buch vor der Nase. An diesem Tag hatte sie zufällig keines dabei, weil sie es gerade beim Frühstück beendet hatte. Ja, man gerät ins Gespräch, wenn man einfach mal rüber geht und sagt “Entschuldigung, Sie haben heute gar kein Buch dabei. Darf ich Ihnen eines schenken?” Demnächst werde ich sie dann fragen, wie es ihr gefallen hat.

Oder meine nette Friseurin, mit der ich schon oft über Bücher geredet habe. “About a Boy” hatte ich ihr sogar schon mal als Buchtipp empfohlen. Also bekam sie jetzt eines von mir geschenkt, vielleicht kann ich sie ja damit von meinem Lieblingsautor überzeugen. Eine Freude habe ich ihr auf jeden Fall gemacht, sie hatte keinen besonders guten Tag. Der mit dieser kleinen Geste gleich ein wenig heller wurde.

Die Kollegin, die eigentlich nur Thriller liest, und die andere Kollegin, die eigentlich nur Sachbücher liest, bekamen auch ein Buch geschenkt.

Als ein Teil des Bloggerstammtischs am Samstag zu einer Lesung ging, habe ich auch einige mitgenommen. Und keines kam mehr mit nach Hause. Eines wurde sogar gleich angeschmökert.

Ein paar wanderten auch in die Post und sind jetzt auf dem Weg zu alten Freunden. Ein kleines Lebenszeichen mit dem man gleichzeitig eine Freude macht, eine schöne Kombination, oder?

Ich wollte meine Bücher einfach gerne Menschen vermachen, die sie wahrscheinlich auch lesen. Sie sind zu schade, um im nächsten Altpapiercontainer zu landen oder als Tischstütze zu dienen.

Drei Bücher habe ich noch übrig. Und würde sie gerne meinen Bloglesern vermachen. Wer bis hierher durchgehalten hat, hat sich eine Belohnung verdient. Schreibt einfach einen kleinen Kommentar. Alle Kommentare bis Sonntag Abend, den 29. April, 22.00 Uhr, kommen in den Lostopf, aus dem die drei Gewinner gezogen werden.

9 Kommentare

  • Antworten moggadodde 23. April 2012 von 21:45

    Ich bin schon kräftig am Schmökern … vielen Dank dafür!

  • Antworten Katharina 23. April 2012 von 21:52

    Mir gefällt dein Blog und vor allem den Einstieg mit den Unterfranken fand ich echt lustig 😉 Mir gehts mit den “mumpflerten” Nürnbergern auch so ^^

    • Antworten Emily 23. April 2012 von 21:56

      @Katharina: Danke 🙂 Bist Du auch “neigeschmeckt”?

  • Antworten Emily 23. April 2012 von 21:54

    @moggadodde: Sehr gerne geschehen! Bin mir auch ziemlich sicher, dass der Hornby Dir gefällt. 🙂

  • Antworten buechermaniac 24. April 2012 von 08:29

    Ich bin auch eine der Buchschenkerinnen und habe gestern in Zürich Bücher verschenkt. Wie es mir bei der Aktion ergangen ist, kann jeder hier nachlesen http://lesewelle.wordpress.com/2012/04/23/lesefreunde-schenken-lesefreude. Ich sehe schon, dass du absolut richtig vorgegangen bist. Bei mir sind noch vier Exemplare von “Kleiner Mann – was nun?” von Hans Fallada übrig. Ein Buch lege ich einer alten Bekannten heute noch in den Briefkasten, die liest auch sehr gerne. Bei mir wurde der Postversand sehr teuer, denn über 2cm dicke Couverts gehen nicht mehr als Brief durch, sondern müssen als Paket frankiert werden. Bei vier Paketen ging das ganz schön ins Geld. Ich hoffe deshalb sehr, dass ich den Beschenkten eine Freude bereiten konnte und dass ich von ihnen ein Zeichen erfahren werde.

    LG buechermaniac

  • Antworten Nova 24. April 2012 von 09:36

    Ohhh…ich würde es sehr gerne lesen und da es nicht auf Englisch ist (wie mein High fidelety buch), würde ich es auch ganz durchlesen. Ich liebe ja Nick Hornby’s “A long way down” und “Slam” fand ich auch nicht schlecht.
    Da deine Buchempfehlungen meist meinem Lesegeschmacktreffen, würde ich mich über das Buch freuen.
    Liebe Grüße
    Nova

  • Antworten Bücherliebhaberin 24. April 2012 von 10:28

    Es gibt viele Blogger, die sich gerade für dieses Buch entschieden haben – irgendwas muss ja dran sein. Würde mich freuen, wenn ich auch mal reinschmöckern könnte. Ich selbst verschenke auch gerade 30 Bücher von Irène Némirovsky. Trotz der vielen kritischen Stimmen find ich die Aktion klasse.

    Lieben Gruß
    Bücherliebhaberin

  • Antworten Mel 25. April 2012 von 21:11

    Hallo zusammen!
    Die Bücher sind wirklich überall unterwegs. Zwei Kolleginnen von mir haben eine Kiste mit 30 Büchern zugeschickt bekommen direkt ins Büro, einem Bürger- und Tourismusbüro und wussten gar nichts damit anzufangen. Aus lauter Verzweiflung haben sie überall rumtelefoniert, Schulen und ähnliches, weil sie hinter den 30 gleichen Büchern einen Klassensatz Unterrichtsmaterial vermuteten. Nachdem sie schon die Hälfte der Bücher an den Mann bzw die Frau gebracht hatten, rief eine Dame an, ob ihre Bücher bei ihnen angekommen wären. Die letzten 15 Bücher gingen dann unter ihrer Hand noch an ihre eigentlich vorbestimmten Besitzer.

    Ich bin leider keine Buchverschenkerin, versuche nur anderen dabei zu helfen, ihre Bucher noch unterzubringen.

    Scheint nicht so leicht zu sein, auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann, dass jemand solche Bücher einfach ablehnen kann. Ich würde mich doch freuen, wenn es einigermaßen meinen Lesegeschmack trifft und jemand an mich denkt und mir eine Freude machen möchte.

  • Antworten Emily 30. April 2012 von 08:43

    Das Los hat sich für Nova, Katharina und Bücherliebhaberin entschieden. 🙂 Bitte schickt mir eure Adressen an emily(at)papiergefluester.com. Dann machen sich die Bücher diese Woche noch auf den Weg.

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