Besprechungen Krimis und Thriller

Volker Klüpfel, Michael Kobr – Milchgeld

6. August 2009

Das bisher recht beschauliche Leben mit eher undramatischen Verbrechen hat für Kommissar Kluftinger plötzlich ein Ende, ein Mord ist geschehen. In seinem Heimatort. Da kann einem der Appetit auf Kässpatzen schon mal vergehen. Auf der Suche nach dem Mörder gewinnt er Einblicke in die örtliche Milch- und Käsewirtschaft, in der nicht alle eine so milchweiße Weste haben, wie es auf den ersten Blick scheint.

Nach mehreren Lobeshymnen im Literaturschock-Forum habe ich mich an diesem Krimi versucht. Allerdings traf er nicht ganz meinen Krimigeschmack. Das lag nicht an der Qualität des Buches, daran gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Wer gerne Krimis mit Lokalkolorit liest, vielleicht auch noch das Allgäu und seine Bewohner kennt und mag, der ist hier gut aufgehoben. Der Fall wurde logisch gelöst, Spannung kam auch durchaus auf.

Nur mag ich persönlich Krimis lieber, deren Hauptaugenmerk auf dem Kriminalfall liegt. Gerne lese ich nebenbei auch etwas aus dem Privatleben der Ermittler, verfolge ihre Entwicklung über mehrere Bände hinweg. Aber eben nur in einem gewissen Maß. Hier war das Verhältnis zwischen Fall und Privatleben etwa 50 zu 50, das Wort Kässpatzen tauchte ziemlich sicher genauso oft auf wie das Wort Mörder, vielleicht sogar ein paar Mal mehr. Außerdem fehlte mir das Miträtseln, gegen Ende bekam man den Schuldigen doch recht schnell serviert, konnte selbst gar nicht auf die Lösung kommen. Auch die etwas einseitige Erzählweise, fast nur aus Kluftingers Sicht, fand ich zu wenig abwechslungsreich. Mehr Kapitel aus der Sicht der Verdächtigen hätten mir besser gefallen.

Aber all das ist wie gesagt eine ganz persönliche Meinung, in mein doch recht enges Raster fallen leider nicht all zu viele Krimis. „Milchgeld“ war nett, aber die folgenden Bände werde ich vorerst nicht lesen. Trotzdem kann ich gut nachvollziehen, dass die Bücher vielen Leser gefallen, ich hatte beim Lesen auch des öfteren die Landschaft des Allgäus vor Augen. Wie treffend die Allgäuer beschrieben wurden, kann ich leider nicht beurteilen. Aber Lust mir die Gegend mal anzusehen, kam durchaus auf.

2 Kommentare

  • Antworten Nina 7. August 2009 von 12:08

    Hm, ich hab auch immer mal wieder mit dem Buch geliebäugelt, aber wenn ich deine Rezi so lese, vermute ich, dass es meinen Krimigeschmack auch nicht ganz trifft.

  • Antworten Emily 7. August 2009 von 19:03

    @Nina: wenn Du es mal testen willst, borge ich es Dir gerne. Wofür gibt es Büchersendungen. 😉

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