Belletristik Besprechungen

Veronika Peters – Das Meer in Gold und Grau

26. September 2011

Katia hat, nicht ganz unschuldig, von einem auf den anderen Tag ihre Arbeit und ihre Wohnung verloren. Kurzerhand beschließt sie, an die Ostsee zu fahren und eine Tante zu besuchen, von der sie bisher nur gehört hatte. Ruth ist die Halbschwester von Katias Vaters und führt an der See das Strandhotel Palau. Eigentlich wollte Katia nur über ein Wochenende bleiben, es wurden ein paar Monate daraus. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie etwas gefunden, wofür sie sich engagieren und wo sie bleiben möchte. Aber so idyllisch das alte Strandhotel auch sein mag, die Zeit geht an niemandem spurlos vorbei.

„Das Meer in Gold und Grau“ ist ein wunderbares Buch, nachdem man am liebsten sofort seinen Koffer packen würde, um ein Hotel wie dieses zu suchen. Das Palau wird so atmosphärisch beschrieben, dass man sich in die alten Zimmer hinein versetzt fühlt, den Duft alten Holzes zu riechen meint. Seine Bewohner sind ebenso alt und nicht immer ganz einfach wie das Hotel selbst. Vorallem Katias Tante Ruth ist schon ein ganz eigener Menschenschlag. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Die dreißigjährige Katia wird von allen wie ein Küken behandelt und muss erst beweisen, dass sie auch kein Kind mehr ist. Obwohl sie oft aneinander geraten, versteht sie sich erstaunlich gut mit ihrer Tante. Man muss die Menschen eben so nehmen wie sie sind.

In Palau lernt Katia, was ihr wirklich wichtig ist und leistet so einiges, was sie sich vorher niemals zugetraut hätte. Sie hat endlich ihren Weg gefunden. Stehen bleiben kann sie aber nicht, denn auch im Strandhotel läuft die Zeit weiter und für manche läuft sie ab.

Ein wunderschönes und berührendes Buch, perfekt um sich im Herbst damit in den Lesesessel zu kuscheln und sich für ein paar Stunden an die Ostsee zu träumen.

Das Meer in Gold und Grau – Veronika Peters
285 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442311682, 19,99 €
Hardcover

1 Kommentar

  • Antworten Christine 28. September 2011 von 20:17

    Schön, auch mal eine andere Meinung zu dem Buch zu lesen. Ich habe es nicht ganz so gut bewertet wie du, mochte es aber auch.

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