Belletristik Besprechungen

Tommy Krappweis – Das Vorzelt zur Hölle

26. März 2012

 

Tommy Krappweis berichtet von den Campingurlauben seiner Kindheit. Die für den absolut nicht campinggeneigten Tommy wahre Torturen waren. Was seine Eltern nie verstehen konnte, wurde Tommy doch während ihres ersten abenteuerlichen Campingurlaubs gezeugt. Wie kann daraus ein Nicht-Camper entstehen? Aber es war so, Tommy wäre lieber mit seinen Büchern, Pumuckl-Kassetten und Legofiguren zu Hause geblieben. Wurde aber alle Jahre wieder in den, von Vater Krappweis liebevoll selbst ausgestatteten, Campingbus verfrachtet und ins „Egal-es-ist-überall-heiß-und-scheiße-Land“ kutschiert. Um Abenteuer zu bestehen, die mehr als einmal alles andere als ungefährlich waren. Vater Krappweis hielt nämlich wenig von gut besuchten und gepflegten Campingplätzen mit einem Minimum an Komfort. Lieber campte er wild, in möglichst einsamen Ecken des gerade besuchten Landes.

Dass Tommy Krappweis über jede Menge Humor verfügt, hat er mit „Bernd das Brot“ und bei „RTL Samstag Nacht“ zur Genüge bewiesen. Eine gute Portion dieses Humors findet sich auch in diesem Buch, in dem er das Trauma, das die abenteuerlichen Campingurlaube ihm verpassten, verarbeitet. Aber nicht nur Tommy kommt zu Wort, auch Werner Krappweis, sein Vater, steuert seine Sicht der Dinge bei. Die Tommys Geschichten aber nicht relativiert, das war wirklich so und vielleicht noch schlimmer. Wenn Werner Krappweis über seine ersten Camping-Urlaube berichtet, erscheint es einem fast wie ein Wunder, dass Tommy überhaupt das Licht der Welt erblickte. Vater Krappweis ist ein eindeutiger Kandidat für den Darwin-Award und hatte schon mehr als einmal verdammt viel Glück.

„Das Vorzelt zur Hölle“ ist ein einziges Anti-Camping-Argument, bei dem man mit Lach-Muskelkater rechnen muss. Extrem lustige Lektüre für alle, die gerne mal einen kleinen Ausflug in die Campingwelt der 70er Jahre unternehmen möchten und eine ganz klare Urlaubs-Lektüren-Empfehlung

„Das Vorzelt zur Hölle“ – Tommy Krappweis
250 Seiten, Knaur Verlag
ISBN 9783426784761, 8,99 €
Taschenbuch

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