Belletristik Besprechungen

Thomas Mann – Buddenbrooks

30. Januar 2009

buddenbrooks

Über drei Generationen begleitet man die Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook, erlebt mit ihnen ein paar Jahre des Aufschwungs, bevor man sie während der Zeiten des Verfalls durch allerlei Tiefen begleitet.

„Buddenbrooks“ ist einer der ersten Klassiker, an den ich mich freiwillig herangetraut habe. Seit der Schulzeit habe ich darum leider eher einen Bogen gemacht, da ich dachte, ich würde sie ohne Erläuterung sowieso nie wirklich verstehen. Mit diesem Buch wurde ich eines besseren belehrt. Sicher habe ich nicht alle Ebenen des Romans erfasst und vieles nicht mitbekommen. Aber ich wollte auch keine Lektürehilfe nebenher lesen, sondern einfach die Geschichte genießen. Und das kann man bei Thomas Manns 750 Seiten starkem Werk erstaunlicherweise sehr gut. Ich ließ mich in die Jahre zwischen 1835 und 1877 entführen, tauchte ein in die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse und erfuhr viel über das Leben zu dieser Zeit. Die ausführliche Beschreibung eines Schultages von Hanno Buddenbrook zum Beispiel lies einen die Räume vor sich sehen und sie sogar regelrecht riechen, man konnte lebhaft mit dem armen Hanno mitfiebern, der nur unzureichend auf die Abfragen vorbereitet war.

Dank der „Buddenbrooks“ habe ich gelernt, dass auch Klassiker einen gut unterhalten können und keineswegs schwer verständliche Lektüre sein müssen. Diesem Buch verdanke ich, dass ich Lust auf mehr bekommen habe. Effi Briest von Theodor Fontane liegt schon auf dem SUB. Außerdem überlege ich ernsthaft auch „Der Zauberberg“ von Thomas Mann zu lesen, den es ebenfalls in der wunderschönen leinengebundenen Sonderausgabe gibt.

Nachdem ich meinen Kollegen erzählte, dass ich meinen ersten „Mann“ gelesen habe, beide verehren Thomas Mann, konnten sie sich nicht einigen, welchen seiner Romane ich als nächstes lesen sollte. Kollege E. empfahl mir die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“, da ich sicher nicht eintausend Seiten über die Tuberkulose lesen wolle. Kollege J. vertrat allerdings die Meinung „Der Zauberberg“ sei das mit Abstand beste Buch von Mann. Jetzt darf ich also beide lesen, um anschließend zu entscheiden, wer Recht hatte. Bis Ende des Jahres habe ich mir als Frist erbeten, ab und an will ich ja auch noch etwas anderes lesen. Die haben sie mir auch großzügig gewährt. Aber welcher soll der erste sein?

2 Kommentare

  • Antworten Lilly 31. Januar 2009 von 18:40

    Wirklich schöne Klassiker sind auch die Liebesromane von Jane Austen und den Bronte-Schwestern.

    Schade, dass der Schulstoff so angelegt ist, dann man trocken analysieren und Verbindungen zur Geschichte finden musste. So hat mir lesen auch keinen Spaß gemacht.

    Letztendlich ist es aber so, dass viele Klassiker so viel schöner sind, als moderne Literatur, einfach weil sie zeitlose Themen viel tiefer angepackt haben.
    Am liebste lese ich dann über Frauen, die unabhängig sein wollen und scheinbar unerreichbare Männer ^^

  • Antworten Emily 1. Februar 2009 von 19:34

    Von Jane Austen liegt “Emma” auch schon auf dem SUB, von Charlotte Bronte hat sich “Jane Eyre” dazu gesellt. Ausgerüstet bin ich, ich muss sie nur endlich lesen. 😉

    Nachdem ich mir klar gemacht hatte, dass viele der Autoren damals ja eigentlich auch unterhalten wollten, konnte ich lockerer an die “Buddenbrooks” heran gehen, ohne schlechtes Gewissen die Analyse zu vernachlässigen.

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