Besprechungen Phantastik

Thomas Finn – Der Funke des Chronos

13. August 2008

FunkeChronos

Inhalt:

Ohne Vorwarnung verschlägt es Tobias in die Vergangenheit. Genauer gesagt 150 Jahre zurück, in das Hamburg der Biedermeierzeit. Dort landet er auch gleich in seltsamen Verschwörungen, in die ein unheimlicher Serienmörder ebenso verwickelt ist wie auch eine Loge der Freimaurer und eine Reihe von Alchimisten und Erfindern. Neben all diesen Verschwörungen muss er auch noch seine Zeitmaschine wieder finden. Plötzlich befindet er sich inmitten des großen Brandes, der damals die Hamburger Innenstadt verwüstete.

Meine Meinung:

Thomas Finn wollte mit diesem Buch eine Hommage sowohl an H.G. Wells als auch an das verlorene Hamburg der Vergangenheit schreiben. Beides ist ihm sehr gut geglückt.

Es gelingt dem Autor ein sehr atmosphärisches Bild der damaligen Zeit zu zeichnen, man fühlt sich mitten in der Stadt einer anderen Zeit. Und bekommt ein Gefühl für dieses Hamburg, von dem heute nicht mehr viel zu sehen ist, dank des verheerenden Brandes 1842.

Finn hat in jahrelangen Recherchen viele interessante Details entdeckt und sehr schön im Buch untergebracht. Ganz nebenbei erfährt man zum Beispiel von einem ausgestopften Grönländer, da damals die Wirtsstube eines Gasthauses „verziert“ hat, und den es wirklich gegeben hat.

Der Kriminalfall und die Verschwörung, die die Haupthandlung des Buches ausmachen, sind durchweg spannend, immer wieder sorgen die Wendungen für neue Erkenntnisse. Man kann miträtseln und folgt den Charakteren voller Spannung auf ihrem Weg.

Sehr gut gefielen mir auch die sprachlichen Besonderheiten, Charaktere der niederen Schichten sprachen grundsätzlich Mundart. Auch als nicht Hamburger war verständlich was sie sagten, und es fühlte sich einfach richtig an. Dieses Stilmittel passt nicht in allen Büchern, aber hier war es perfekt gewählt und eingesetzt.

Vor allem Jochen Borchert wird mir dank dessen wohl lange im Gedächtnis bleiben, ein Konstabler wie man ihn sich passender kaum vorstellen kann. Ein Stammbaum seiner Familie wäre eine lustige Ergänzung gewesen.

Positiv sind auch die Karten, dank derer man sich im Verlauf des Buches noch besser orientieren kann.

Es war ein toller Zeitreiseroman, der viel zu schnell zu Ende ging. Man wünscht sich eine Zeitmaschine, um ihn noch einmal genießen zu können.

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