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Zweiter Weltkrieg

Besprechungen Gezeichnetes

Ari Folman & David Polonsky – Das Tagebuch der Anne Frank (Graphic Novel)

12. November 2017

Die Geschichte von Anne Frank muss ich euch hier nicht erzählen, zumindest in Grundzügen dürfte sie den meisten bekannt sein. Ari Folman und David Polonsky haben sie jetzt als Graphic Novel umgesetzt.

Natürlich konnten sie nicht das gesamte Tagebuch von Anne Frank zeichnen, das wären ungefähr 3500 Seiten geworden. Aber sie wählten wichtige Stellen in Annes Leben aus, die deutlich machen, wie ihr Leben im Versteck aussah, wie sie selbst mit der ständigen Angst des Entdeckt Werdens und auch dem Erwachsen werden umgeht. Sie verliebt sich, erinnert sich an ihre erste Liebe, und erzählt all das ihrem Tagebuch Kitty, das ihr die beste Freundin ersetzt. Weiterlesen

Belletristik Besprechungen

J. L. Carr – Ein Monat auf dem Land

28. Dezember 2016

monataufdemland

Tom Birkin erinnert sich Jahre später an diesen einen Monat im Sommer 1920, den er auf dem Dorf Oxgoldby verbrachte. Im Auftrag einer Dame, die in ihrem Testament verfügte, dass das übertünchte Wandgemälde in der örtlichen Kirche freigelegt werden soll. Stück für Stück legt Tom ein Meisterwerk mittelalterlicher Kunst frei und wird ein Teil der Dorfgemeinschaft. Menschen, die nur so viel von ihm wissen, wie er bereit ist, ihnen zu erzählen. Dass seine Frau Vinny ihn sitzen ließ, verschweigt er vorerst. Sein Trauma, dass er aus den Schützengräben des ersten Weltkriegs mitbrachte, kann er nicht verbergen. Aber nach und nach bessern sich die Zuckungen in seinem Gesicht, dieses neue Leben scheint ihm gut zu tun. Könnte es nur ewig so weitergehen. Weiterlesen

Belletristik Besprechungen

Kristin Hannah – Die Nachtigall

19. September 2016

nachtigall

Vianne und Isabell sind Schwestern, könnten aber unterschiedlicher kaum sein. Vianne ist verheiratet, hat eine Tochter, arbeitet als Lehrerin und kümmert sich um ihre Familie. Isabell ist von klein auf wild und unangepasst, haut aus einer Schule nach der anderen ab, riskiert gerne mal viel und weiß nicht, wann sie besser schweigen sollte. Als der zweite Weltkrieg kommt und die Deutschen Frankreich besetzen,  versuchen die beiden sich zu arrangieren. Viannes Mann wird eingezogen und landet in Kriegsgefangenschaft, sie versucht alles um ihre Tochter Sophie zu schützen und einfach nur zu überleben. Was schwierig genug ist, in einem besetzten Ort, mit einem deutschen Offizier, der in ihrem Haus einquartiert wurde. Aber Isabell kann den Kopf nicht einziehen. Sie schließt sich dem Widerstand an und verhilft abgeschossenen Piloten zur Flucht aus Frankreich. Sie wird die „Nachtigall“, von den Nazis gesucht und gehasst. Weiterlesen

Belletristik Besprechungen

Péter Gardós – Fieber am Morgen

1. Oktober 2015

FieberamMorgen

Miklós hat das KZ überlebt und wurde wie hunderte andere Ungarn nach Schweden gebracht, um dort wieder gesund zu werden. Doch der Arzt macht ihm keine Hoffnung, maximal sechs Monate gibt er ihm noch. Seine Lunge sei zu sehr angegriffen, aber Miklós lässt sich davon nicht entmutigen. Er schreibt Briefe an junge Frauen aus seiner Heimatstadt, die jetzt ebenfalls in Schweden in Krankenlagern sind. 117 Briefe schreibt er, zwanzig Frauen antworten ihm. Aber nur ein Brief berührt ihn. Mit Lili beginnt er einen regen Briefaustausch, sie verlieben sich ineinander. Was wenn sie erfährt, dass er nur noch sechs Monate zu leben hat? Weiterlesen

Besprechungen Gezeichnetes

Barbara Yelin – Irmina

22. Juni 2015

Irmina

Irmina macht in London eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin, weil sie selbständig sein möchte. In Deutschland wird das Mitter der 1930er Jahre nicht mehr gerne gesehen, eigentlich wollte Irmina studieren, aber Frauen gehören dort an den Herd. In London lernt sie den Stipendiaten Howard aus der Karibik kennen, wie sie ein Außenseiter in der englischen Gesellschaft. Irmina merkt bald, dass geflohene Deutsche besser angesehen werden als sie, die sie einfach nur im Ausland lernen und arbeiten möchte. Die politische Situation zwingt Irmina, nach Deutschland zurück zu kehren. Wo sie immer wieder aneckt, weil sie das Regime kritisiert. Will sie hier überleben und es zu etwas bringen, muss sie sich anpassen. Was ist ihr wichtiger? Die persönliche Integrität, oder eine angesehene Stellung in der Gesellschaft? Weiterlesen

Belletristik Besprechungen

Anthony Doerr – Alles Licht, das wir nicht sehen

12. Mai 2015

AllesLicht1

August 1944, das von den Deutschen besetzte Saint-Malo wird von den Amerikanern befreit. Die meisten Bewohner haben sich vor dem Angriff aufs Land gerettet, aber nicht alle. Die blinde Marie-Laure wartet auf dem Dachboden auf die Rückkehr ihres Onkels. Nur wenige Straßen weiter flüchtet der junge deutsche Soldat Werner vor den Bomben in den Keller des Hotels, in dem sie hausen.
Nur vier Jahre zuvor sahen ihre Leben noch so anders aus. Marie-Laure lebte mit ihrem Vater in Paris und genoss die Zeit in dem Museum, in dem er arbeitete. Werner lebte in Essen in einem Waisenhaus, den Vater verlor er an Schacht 9, sobald er 15 Jahre alt wäre, würde er auch in der Zeche arbeiten müssen. Aber seine Begeisterung für Technik eröffnet ihm einen anderen Weg. Weiterlesen