Belletristik Besprechungen

Sven Regener – Neue Vahr Süd

18. Januar 2010

neuevahrsued

„Neue Vahr Süd“ erschien nach „Herr Lehmann“, spielt zeitlich aber vor ihm. Frank Lehmann hat schlicht und ergreifend verschlafen zu verweigern. Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich dem Dienst am Vaterland zu stellen. Gleichzeitig zieht er von zu Hause aus, in eine mehr als chaotische WG mit einigen seiner Freunde. Man könnte fast von Glück reden, dass er nur am Wochenende dort hausen muss. Auch wenn ihm das Leben in der Kaserne nicht wirklich zusagt. Warum müssen die einen auch andauernd anschreien? Nebenbei gibt es noch Verwicklungen in der Gefühlswelt, er ist nicht der einzige, der sich für Sibille interessiert. Und da ist ja auch noch Birgit.

Das zweite Werk von Sven Regener gefiel mir noch besser als Herr Lehmann. Es enthält einen köstlichen Humor, der einen auch bei Szenen, über die man im realen Leben besser nicht lachen würde, zum grinsen bringt. Ob die Bundeswehr so war wie sie hier gezeichnet wird, kann ich nicht beurteilen. Die Beschreibungen decken sich aber mit Berichten von Freunden, die ebenfalls da durch mussten und etliche Klischees sind natürlich auch erfüllt. Man möchte wirklich nicht in Lehmanns Haut stecken, der so gar nicht in das Bild des gehorsamen Soldaten passt. Das ist das faszinierende an Regeners Geschichten. So schräg sie auch scheinen mögen, man kann sich gut vorstellen, dass sie trotzdem tagtäglich, irgendwo in Deutschland, genau so geschehen. Oder Anfang der 80er geschehen sind, ein wenig Nostalgie ist für alle, die die Zeit erlebt haben, auch enthalten.

1 Kommentar

  • Antworten Zimtfisch 22. Januar 2010 von 10:52

    Oh ja, ich habe dieses aus der Lehmann-Trilogie auch am meisten geliebt – es ist sowas von herrlich…und mir geht es auch so das ich viele Beschreibungen wiedererkenne von Freunden die beim Bund waren.

    Einfach genial 🙂

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