Besprechungen Krimis und Thriller

Sebastian Fitzek – Nachtwandler

15. März 2013

Nachwandler

Leon hat einen furchtbaren Verdacht. Hat er seine Frau geschlagen? Während er schlief? Er wurde vor Jahren schon einmal wegen Schlafstörungen behandelt. War er wieder als Schlafwandler unterwegs und hat ihr etwas angetan? Warum sonst sollte sie sonst plötzlich ihre Sachen packen und verschwinden? Mit deutlichen Spuren von Gewalt im Gesicht. Er besorgt sich eine Kamera, mit der er sich selbst in der Nacht filmt. Und entdeckt noch viel Schlimmeres. Eine Tür im Schlafzimmer, die ihn in geheime Gewölbe führt. Von dem er nichts weiß, wenn er wach ist. Was wird er hier finden?

„Der Nachtwandler“ lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Es war wieder einmal ein unglaublich spannendes Buch, das ich am Stück gelesen habe. Ständig begleitet von den Fragen: Was ist da los? Schläft er wirklich? Ist er wach? Wie kann das alles sein?

Fitzek spielt mal wieder meisterlich mit seinen Lesern, „Der Nachtwandler“ ist der pure Albtraum auf Papier gebannt. Manche Szenen gingen selbst mir unter die Haut, ich bin eigentlich eine recht abgebrühte Leserin, die nicht mehr so leicht zu schockieren ist. Fitzek schaffte es. Aber nicht, weil ich so sehr mit dem Charakter mitgelitten hätte, der blieb mir eigentlich bis zum Ende ziemlich gleichgültig, ich wollte nur wissen, wie es sich auflöst.

Und das war für mich dann auch der Haken am Buch. Die Auflösung ist logisch und es lässt sich alles bisher Geschehene damit erklären. Aber sie wirkt mir persönlich etwas zu konstruiert, zu unwahrscheinlich. Wirklich beängstigend ist für mich an Büchern, wenn es wirklich so geschehen könnte. Das fehlte mir hier, dafür kam zu viel zusammen. Aber das ist ein rein persönlicher Eindruck, anderen Lesern geht es wahrscheinlich ganz anders. Das betraf auch nur die letzten Seiten, vorher hatte ich das Buch in einem unglaublichen Tempo gelesen und jede Seite verschlungen. Fitzek spielt hier mit Ängsten, die wir gerne vor uns selbst leugnen. Spannung pur.

Also trotz kleiner Mäkelei ein sehr gelungener Spannungs-Schmöker, für den man nicht zu empfindlich zu sein sollte. Perfekt, um das hoffentlich letzte Winterwochenende auf der Couch zu verbringen. Ein Sternchen extra gibt es für das gelungene Cover mit der etwas anderen Klappenbroschur.

Der Nachtwandler – Sebastian Fitzek
318 Seiten, Knaur Verlag
ISBN 9783426503744, 9,99
Taschenbuch

2 Kommentare

  • Antworten Nova 17. März 2013 von 10:28

    …oder das erste Wochenende auf dem Balkon? Ich muss ja zugeben, dass mich deine Rezension neugierig gemacht hat.
    Alles Liebe,
    Nova

    • Antworten Emily 18. März 2013 von 06:39

      Bei Frühling auf dem Balkon wäre natürlich noch schöner 🙂

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