Besprechungen Krimis und Thriller

Sebastian Fitzek, Michael Tsokos – Abgeschnitten

11. Oktober 2012

 

Der Gerichtsmediziner Paul Herzfeld findet in einer grausam zugerichteten Leiche einen Zettel mit einer Handynummer. Und dem Namen seiner Tochter. Hannah wurde entführt, will er sie wieder sehen, darf er seinen Kollegen vom BKA nichts verraten. Paul begibt sich alleine auf die Suche nach seiner Tochter, die zu einer grausamen Schnitzeljagd wird. Denn der Täter versteckte nicht nur diesen Hinweis in einer Leiche. Allerdings befindet sich der nächste Hinweis auf Helgoland, das gerade wegen eines heftigen Orkans vom Festland abgeschnitten ist. Wird Paul seine Tochter trotzdem noch rechtzeitig finden?

„Abgeschnitten“ ist ein heftiger Thriller, in dem der Mitautor und Gerichtsmediziner Michael Tsokos deutliche Spuren hinterlassen hat. Waren in den bisherigen Thrillern von Fitzek die Vorstellungen der Taten oft grausam, so sind es hier die eindeutigen Beschreibungen. Für Zartbesaitete ist der Roman nicht geschrieben, aber wer Simon Beckett ohne Probleme lassen kann, kommt auch hiermit zurecht. Ich habe die Sektion der zweiten Leiche beim Frühstück gelesen.

Neben den blutigen Details kommt auch die Spannung mal wieder nicht zu kurz. Wie immer gilt auch hier: keinen Fitzek lesen, wenn man eigentlich schlafen gehen sollte. Man kann dieses Buch oft einfach nicht zuschlagen, man muss einfach wissen, wie es weiter geht! Gegen Ende wurde das Stilmittel „am Ende des Kapitels einen fiesen Satz einbauen“ etwas überreizt und ich konnte mich doch mal vom Buch lösen, aber es blieb bis zur letzten Seite spannend. Die Handlung endet logisch, ohne wirklich vorhersehbar zu sein.

Hinter der Geschichte steckt mehr als nur ein Thriller. Warum werden Sexualtäter zu geringeren Strafen verurteilt als Steuerhinterzieher? Eine Frage, die schon auf der ersten Seite aufgeworfen wird und sich durch den ganzen Thriller zieht. Eine mehr als berechtigte Frage.

Ein erstklassiger Thriller mit verdammt hohem Spannungspotential, den man nur beginnen sollte, wenn man genügend Zeit dafür hat. Aus der Hand legen kann man ihn nämlich nicht mehr, egal was die Uhr sagt.

Abgeschnitten – Sebastian Fitzek, Michael Tsokos

398 Seiten, Droemer Verlag
ISBN 9783426199268, 19,99 €
Hardcover

3 Kommentare

  • Antworten Nova 15. Oktober 2012 von 11:25

    hatte ich auf der Buchmesse in der Hand und dachte: “ach kaufste ein anderes Mal…”. Nach deiner Rezension glaube ich hol ich es doch schneller als ich dachte!
    Liebe Grüße
    Nova

  • Antworten Papiergeflüster » Fitzek zu vergeben 15. Oktober 2012 von 20:52

    […] Hier findet ihr meine Rezension zum Buch. […]

  • Antworten Papiergeflüster » Monatsrückblick Oktober 2012 3. November 2012 von 18:58

    […] – Sebastian Fitzek/Michael Tsokos – Abgeschnitten […]

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