Belletristik Besprechungen

Sarah Kuttner – Mängelexemplar

5. April 2009

Karo steht mitten im Leben, als ihr dieses plötzlich ein Bein stellt. Gerade noch war sie die toughe und lustige Karo, die zwar gerne mal unnötig explodiert, sonst aber eigentlich ganz normal ist. Dann verliert sie ihren Job und ihre Beziehung geht in die Brüche. Plötzlich kommen lange vergrabene Gefühle hoch und bahnen sich ihren Weg, der in eine Depression und Panikattacken führt. Karo muss einsehen, dass sie krank ist und Hilfe braucht. Die sie selbstverständlich auch bekommt, nach einiger Rangelei mit ihren Gefühlen bekommt sie auch das Leben erstmal wieder in den Griff.

Von Sarah Kuttner hatte ich mir nicht besonders viel erhofft, von dem Thema des Buches umso mehr. So ging ich gespannt an das Buch heran, bekam aber was man eben bekommt wenn man Gut und Schlecht mixt, etwas Durchschnittliches.

Das Buch liest sich ganz gut und schnell weg, der Stil ist ok. Nicht wirklich überragend, aber auch nicht so, dass man es am liebsten weg legen würde. Die Handlung fängt ganz gut an, allerdings bleibt das Thema „Depression“ recht oberflächlich. Als Karo in ihrem Bekanntenkreis davon erzählt, stößt sie nur auf Verständnis, niemand hat ein Problem damit. Niemand weiß plötzlich nicht mehr, wie er mit ihr umgehen sollte. Die wichtigsten Menschen sind sofort voller Verständnis 24 Stunden am Tag für sie da und helfen ihr durch die schwierige Zeit hindurch. Ich würde gerne mal wissen, wer wirklich soviel Glück und nur so tolle Freunde hat. Für meinen Geschmack wird auch die Hilfe durch Tabletten zu sehr geschönt, wirft man ein paar Pillen ein bekommt man schon alles wieder in den Griff.

Es war ein typisches „gelesen und vergessen“ Buch, das nur wenig Spuren bei mir hinterlassen hat. Die zweite Hälfte glich auch eher einem Frauenroman, statt der Depression waren die neuen Männer das Thema. Ich bin froh, dass ich es nur ausgeliehen und nicht gekauft hatte. Als Taschenbuch für 8,95 Euro wäre es in Ordnung gewesen, aber 14,95 Euro für ca. 250 Seiten durchschnittlicher Lektüre? Da kommt einem doch der Verdacht, dass hier Geld mit dem Namen der Autorin gemacht werden soll.

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