Besprechungen Krimis und Thriller

Robert Harris – Angst

4. Januar 2012

 

Alex Hoffmann wird nachts in seiner extrem gut gesicherten Villa überfallen. Nur knapp entgeht er einem Attentat. Kannte der Einbrecher den Code der Alarmanlage? Den kaum jemand außer Alex selbst kennt? Das ist nur der Beginn einer Reihe seltsamer Begebenheiten, die alle auf das gleiche hinaus laufen: jemand will Alex Hoffmanns Leben zerstören. Ist es Neid? Denn Hoffmann hat einen Algorithmus entwickelt, der Angstparameter auswertet und damit in Aktiengeschäften horrende Gewinne erzielt.

Ein wenig Wirtschaftswissen, oder zumindest keine Berührungsängste mit Wörtern wie Hedgefonds und ähnlichem, sollte man für dieses Buch mitbringen. Die wirtschaftlichen Zusammenhänge werden auch so erklärt, das Nicht-Bänker es verstehen, aber erst ein wenig später. Der Spannung tut dies aber keinen Abbruch, wesentlich sind erstmal andere Geschehnisse.

Abgesehen von den wirtschaftlichen Aspekten, handelt das Buch von den möglichen Folgen, wenn ein Computerprogramm seinen Erschaffer überflügelt. Es trifft Entscheidungen, die kein Mensch so gnadenlos treffen würde, und hat damit Erfolg. Wo ist die Grenze? Wie weit kann ein Programm Einfluss auf das reale Leben nehmen?

Robert Harris hat es mal wieder geschafft, einen sehr spannenden Thriller zu schreiben. Der beim Leser die unangenehme Frage zurück lässt: „Was wäre wenn es wirklich möglich ist?“ Wer weiß schon sicher, zu was Computerprogramme inzwischen in der Lage sind. Dieses beklemmende Gefühl lässt einen auch nach der Lektüre nicht so schnell wieder los.

Angst – Robert Harris
384 Seiten, Heyne
ISBN: 9783453267046, 19,99 €
Hardcover

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