Besprechungen Krimis und Thriller

Rita Mae Brown – Die kluge Katze baut vor

5. Februar 2009

Ein neuer Fall für Mrs. Murphy, Pewter und Tucker, die den Menschen mal wieder meistens eine Nasenlänger voraus sind.

Über den Fall an sich will ich gar nicht mehr berichten, er ist in dem Buch sowieso nebensächlich. Den Klappentext kann man mal wieder getrost vergessen, nirgendwo findet sich eine kopflose Leichen zwischen den Rebstöcken. Einen dermaßen dicken Fehler im Klappentexte finde ich ziemlich peinlich für den Verlag, dann doch lieber noch unbedeutende Lobhudelei anderer Autoren.

Die Krimireihe von Rita Mae Brown & Sneakie Pie Brown habe ich früher sehr gerne gelesen. Es hat immer wieder Spaß gemacht in das gemütliche Crozet zurück zu kehren und zusammen mit Hund und Katze über die Mordfälle zu grübeln. Nebenbei bekam man noch wunderbare Szenen aus dem Leben Crozets und seiner Bewohner geboten.

All das fehlte mir in diesem Buch. Mit ein Grund, weshalb ich es mal wieder mit einem ihrer Bücher versuchen wollte, war die im Klappentext angekündigte Hochzeit zwischen Harry und Fair. Hat er es also doch endlich geschafft, sie noch einmal zu überzeugen. Die Hochzeit fand auch tatsächlich statt, auf den ersten sieben Seiten und sehr unspektakulär.
Das erste Mordopfer taucht erst ungefähr in der Mitte des Buches auf. Bis dahin finden sich seitenweise Vorträge über Weinanbau in Virginia und Diskussionen über Terrorangriffe. Nichts gegen gründliche Recherche, aber man muss nicht jedes Wort, das man irgendwo gelesen hat, im Roman unterbringen. Wer der Mörder ist war kurz nach dem Auftauchen der Leiche eigentlich auch schon klar. Da Harry nicht mehr im Postamt arbeitet, fielen auch die netten Szenen aus dem Alltag Crozets komplett weg. Viele alte Charaktere tauchten nur noch am Rand auf, die Szenen wurden von neuen Charakteren beherrscht, die einfach nicht das „nach-Hause-kommen-Gefühl“ hervorriefen.

Der Schreibstil war holperig, mit den Charakteren wurde ich gar nicht richtig warm. Obwohl ich über viele von ihnen früher gerne gelesen habe.

Kurz: Mir hat an diesem Buch einfach alles gefehlt, weder hatte es die Wohlfühlatmosphäre der ersten Bände dieser Reihe, noch ist es ein spannender Krimi. Das war leider mein letzter Versuch mit einem Buch von Rita Mae Brown.

3 Kommentare

  • Antworten Ralf 9. Februar 2009 von 17:06

    Hmmm. Die Bücher habe ich früher auch ganz gern gelesen, war eine nette Entspannungsliteratur.

    Aber nach dem, was du erzählst, werde ich mir die Enttäuschung ersparen, denn das “Drumherum” war das Schönsten an den Büchern.

    Schade.

  • Antworten Emily 10. Februar 2009 von 08:51

    @Ralf: Das Buch sucht ein neues Zuhause (das Regalfach ist sowieso voll 😉 ). Wenn Du es doch nochmal versuchen, und Dir eine eigene Meinung bilden willst, sag Bescheid.

  • Antworten wölkschen 15. August 2009 von 18:05

    also so schlimm fand ich es nicht, z.B. Harry ist einfach eine praktische Person, da kann eine Hochzeit schon mal kurz sein. Grenzig findig wird die Reihe erst, wenn Katzen Auto fahren. Trotzdem: liebes kleines Crozet dich muss man immer noch mögen.

  • Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: