Besprechungen Phantastik

Peter V. Brett – Das Flüstern der Nacht

10. September 2010

„Das Flüstern der Nacht“ ist die Fortsetzung zu „Das Lied der Dunkelheit“. Noch immer treiben allnächtlich die Horclinge ihr Unwesen und machen den Menschen das Leben schwer, die sich nur mit Siegeln vor ihnen schützen können. Doch das ist nicht mehr die einzige Sorge der Bewohner von Thesa. Eine Armee krasianischer Wüstenkrieger überfällt den Norden, angeführt von Jardir, der sich selbst zum Erlöser ernannt hat. Er will die Menschen einen, natürlich unter seiner Herrschaft, um die Dämonen zu besiegen. Im Norden sehen die Menschen jedoch Arlen als Erlöser, auch wenn dem der Gedanke nicht besonders gefällt. Noch weniger gefällt Jardir, dass es einen anderen Erlöser geben soll. Werden die Dämonen weiterhin die Nacht regieren, weil die Menschen aus lauter Eitelkeit nicht einig sind?

Wie schon in „Das Lied der Dunkelheit“, gibt es auch hier verschiedene Handlungsstränge, die gegen Ende aufeinander treffen. Der Leser erfährt mehr über Jardir, wie er aufwuchs und zu dem wurde, der er heute ist. Wir haben schon in „Das Lied der Dunkelheit“ von ihm gelesen, als Arlen in Krasia weilte und dort den Kampf gegen die Dämonen lernte. Auch wie es Arlen, Rojer und Leesha weiterhin ergeht, wird natürlich berichtet. „Das Flüstern der Nacht“ ist ein klassischer Zwischenband, in dem sich die Personen weiter entwickeln und einige Hintergründe erklärt werden. Langweilig ist es deshalb aber bei weitem nicht.

Peter V. Brett hat hier epische High Fantasy geschaffen, die mit detailliert ausgearbeiteten Welten zu begeistern weiß. Gleich zwei völlig unterschiedliche Kulturen werden beschrieben, mit den üblichen Missverständnissen, wenn sie aufeinander treffen.

An manchen Stellen wurde für meinen Geschmack mit den Fremdwörtern etwas übertrieben. Man blickt zwar auch ohne Glossar relativ schnell durch wer oder was Sharum, Kaffit und Dama sind. Aber es gibt Seiten, auf denen diese Begriffe, inklusive verschiedener Rangordnungs-Vorsilben, in so gut wie jedem Satz vorkommen. Das hat den Lesefluss immer wieder gehemmt, auch wenn das Verständnis kein Problem war.

Trotz dieses kleinen Makels für mich eine der besten aktuellen High-Fantasy Reihen, die mich wirklich begeistert hat. Auf die Fortsetzung müssen wir wohl noch ein Weilchen warten, aber es lohnt sich. Lasst euch nicht von den 1000 Seiten abschrecken, es sind 1000 Seiten Lesevergnügen, bei denen man am Ende betrübt feststellt, dass sie viel zu schnell vorüber gingen.

Das Flüstern der Nacht – Peter V. Brett
1008 Seiten, Heyne
ISBN 9783453526112, 16,00 €

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