Belletristik Besprechungen

Peter S. Beagle – In Kalabrien

14. Februar 2018
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Claudio Bianchi lebt zurückgezogen auf seinem Hof in den Bergen Kalabriens. Zu hoch für die Touristen am Meer, zu weit unten für die Skigebiete. Der einzige Mensch, den er regelmäßig sieht, ist der Postbote. Seine Katzen, der Hund, die Kühe und Ziegen sind Claudio auch wesentlich angenehmere Gesellschaft als Menschen. Doch eines Abends taucht ein Einhorn in seinem Weinberg auf. Und verändert sein ganzes Leben.

„In Kalabrien“ ist eigentlich gar keine Fantasy, das Vorkommen einer mystischen Gestalt findet man oft genug auch in der allgemeinen Literatur. Dort würde ich auch dieses Buch verorten, definitiv können es auch Leser genießen, denen Phantastik nicht zusagt. Denn auch wenn das Einhorn der Auslöser für all die Veränderungen in Bianchis Leben ist, geht es eigentlich viel mehr um diese Veränderungen. Und wie es dazu kam, dass er sich so komplett von allen anderen Menschen entfernte.

Peter S. Beagle schrieb vor vielen Jahren auch „Das letzte Einhorn“. „In Kalabrien“ handelt zwar wieder von einem Einhorn, ist aber so ganz anders, viel mehr in der wirklichen Welt angesiedelt. Trotzdem aber nicht weniger zauberhaft. In einer wunderbaren Sprache erzählt er von diesem rauen Bauern, der abends in der Stube heimlich Gedichte schreibt. Er erzählt von langsam wachsendem Vertrauen, der Geduld die dafür notwendig ist und dem Mut, für seine Liebsten alles zu geben.

Große Gefühle, eindeutig, aber gänzlich ohne Kitsch. Ein Buch, das sich wunderbar warm anfühlt, wie eine Umarmung. Dieses Buch hat mich nach Wochen zum ersten Mal wieder an den Rechner gebracht, um eine Rezension zu schreiben, weil ich euch einfach davon erzählen wollte. Eines dieser immer seltener werdenden Bücher, die mich noch wirklich begeistern.

In Kalabrien – Peter S. Beagle
Deutsch von Oliver Plaschka
Hobbit Presse
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4 Kommentare

  • Antworten Elke Schneefuß 15. Februar 2018 von 16:37

    Das klingt verheißungsvoll… doch woran liegt es, dass es uns immer seltener gelingt, Bücher zu finden, die uns restlos begeistern? Mir geht es genauso, ich bin schnell dabei und schnell enttäuscht, manchmal sogar erschüttert über das, was haufenweise in den Buchhandlungen liegt…der Frust wächst…

    • Antworten Papiergeflüster 15. Februar 2018 von 20:27

      Ich denke, es liegt daran, dass wir schon so viel gelesen haben. Man wird anspruchsvoller, weil man so vieles schon kennt.

  • Antworten Sören 23. Februar 2018 von 12:57

    Als begeisterter Leser von Beagle (zumindest Einhorn/Drei Damen) & Freund der Sprachkraft Plaschkas (wer sonst könnte Beagle übersetzen?) prinzipiell ein Text für mich… dennoch hab ich die Sorge, dass die Mafiageschichte recht aufgesetzt sein könnte & die Liebesbotschaft etwas süßlich (wie ich es auch in englischen Besprechungen las) … wie sah das für dich aus?

    • Antworten Papiergeflüster 23. Februar 2018 von 19:37

      Ich empfand weder die Mafiageschichte als aufgesetzt, noch die Liebesbotschaft als süßlich. Aber das ist Geschmackssache und hängt sehr vom Leser ab. Eine Garantie kann ich Dir daher leider nicht geben. 🙂

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