Besprechungen Phantastik

Paul Hoffman – Die linke Hand Gottes

17. August 2011

Cale wächst in einem Kloster des Erlöserordens auf. Von einem Leben vor der Klosterzeit weiß er nichts mehr. Er kennt nur den Namen, den die Mönche ihm gaben: Thomas Cale. Und auch nur den Drill, dem sie hier alle tagtäglich ausgesetzt sind. Denn die Jungen sollen zu Kämpfern ausgebildet werden. Nicht alle überleben das harte Training mit vielen Entbehrungen und noch mehr Gewalt. Aber Cale ist stark. Doch eines Tages beobachtet er etwas ungeheuerliches, handelt unüberlegt und hat keine andere Wahl mehr als die Flucht aus dem Kloster. Noch nie ist es jemandem gelungen, den Suchtrupps der Erlösermönchen für immer zu entkommen. Wird es Cale gelingen?

„Die linke Hand Gottes“ ist der erste Band einer Trilogie. Mit der Welt hatte ich an manchen Stellen so meine Probleme. So werden Städtenamen aus unserer Welt verwendet, aber die Lage der Städte kann nicht mit den mir bekannten übereinstimmen. Immer wieder tauchen Begriffe aus unserer Welt auf, wie Hugenotten und Lollarden. Der Erlöser-Glauben hat deutliche Parallelen zum Christentum. Und dennoch ist es eine ganz andere Welt. Solche Mischungen liegen mir nicht unbedingt. Anspielungen auf bekannte Glaubensarten und ähnliches gerne. Aber die Verwendung bekannter Namen mit anderer Bedeutung sollte einem deutlichen Zweck dienen, den ich hier noch nicht erkannt habe. So wirkt es eher unkreativ. Warum einen neuen Städtenamen ausdenken, wenn ich sie auch einfach Memphis oder York nennen kann?

Trotz dieses kleinen Ärgerpunktes hat mich das Buch gefesselt. Cale ist ein spannender Charakter. Zu einer Tötungsmaschine erzogen, gnadenlos, aber doch nicht ohne Herz. Das beweist er immer wieder. Auch die Materazzi als Herrscher in Memphis und ihre Gesellschaftsstruktur haben mich fasziniert. Dass der Schreibstil nicht immer besonders flüssig wirkt, liegt wahrscheinlich an der Übersetzung.

„Die linke Hand Gottes“ ist richtig schöne epische Fantasy, die noch viel Raum für weitere Entwicklungen bietet. Ich bin gespannt wie es im nächsten Band, „Die letzten Gerechten“, weiter geht. Vielleicht wird dort ja auch noch das ein oder andere Rätsel aus diesem Band gelöst.

Die linke Hand Gottes – Paul Hoffmann
478 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442312320, 17,95 €

1 Kommentar

  • Antworten Papiergeflüster » Blog Archiv » Ziemlich fantastisch 20. August 2011 von 15:17

    […] ich aber nicht wirklich fantastisch. Nach 200 Seiten habe ich jetzt aufgegeben. Der erste Band, “Die linke Hand Gottes”, hatte mich schon nicht vollständig überzeugt. Die Fortsetzung begann zwar sehr gut, […]

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