Besprechungen Phantastik

Patrick Rothfuss – Der Name des Windes

3. Juni 2009

„Der Name des Windes“, die Königsmörder Chronik (erster Tag) erzählt Kvothes Geschichte, der jetzt als Wirt eine Taverne betreibt. Doch so ruhig war sein Leben nicht immer, ganz im Gegenteil. Schon jung war er auf sich selbst gestellt, und hat sich all das was er hat, hart erkämpfen müssen. Zum Beispiel auch die Möglichkeit, an der Universität zu studieren um Arkanist zu werden. Sein großes musikalisches Talent hilft ihm, über die Runden zu kommen. Doch er hat viele Feinde, die ihm das Leben schwer machen und sogar nehmen wollen. Aber auch einige Freunde, die versuchen ihn vor den größten Torheiten zu bewahren.

Viele seiner Abenteuer werden in diesem Band nur angedeutet und erst in den folgenden ausführlicher erzählt. Hier liest man über Kvothes Jugendjahre und seine Zeit an der Universität. Was gerne mal zu Vergleichen mit Harry Potter geführt hat, die aber dermaßen weit hergeholt sind, dass man sie am besten gleich wieder vergisst. Dieses Buch hat nichts mit Harry Potter gemeinsam. Ich würde es eher auf eine Ebene mit Robin Hobbs „Weitseher Saga“ oder auch G. R. R. Martins „Das Lied von Eis und Feuer“ stellen. Sowohl vom gekonnten Aufbau her, als auch von der anspruchsvollen Sprache.

Patrick Rothfuss schafft eine wunderbare Atmosphäre, in der man das Gefühl hat, sich zusammen mit den Protagonisten in der Gaststube zu befinden. Die Wärme des Feuers zu spüren, den Duft des Eintopfs zu riechen und das raue Holz der Theke unter den Händen zu fühlen. Das und die ausführliche Charakterzeichnungen sind es, die für mich die Qualität dieses Buches ausmachen.

Die Welt an sich ist eine klassische Fantasy-Welt mit mittelalterlichem Vorbild. Eine interessante Idee fand ich die Form der Magie, für die man hier kein magisches Potential braucht, sondern Intelligenz und Wissen.

Kleinere Sprachmerkwürdigkeiten, die ich auf die Übersetzung schiebe, habe ich hier gerne verziehen, da der Rest des Buches sehr stimmig war. Aber Wörter wie Gully und Straßenverkehr gehören nicht wirklich in einen Fantasy-Roman, auch „Ladys first“ wirkte leicht unpassend.

Lange bin ich um dieses Buch herum geschlichen, bereue aber nicht, es mir dann doch gegönnt zu haben. Patrick Rothfuss gehört ab sofort zu den Autoren, deren Bücher ich mir im Hardcover leiste. Den zweiten Band auch sicher so schnell wie möglich nach Erscheinen, worauf ich schon jetzt ungeduldig warte.

Im Bereich der Fantasy war „Der Name des Windes“ seit langem mal wieder ein richtiges Highlight für mich.

3 Kommentare

  • Antworten Auglia 4. Juni 2009 von 10:10

    Das hört sich toll an. Bisher hat mich allerdings noch die Dicke des Buches abgeschreckt, da ich noch kein Fantasy-Buch gelesen habe, das in diese Richtung tendiert…

  • Antworten Emily 4. Juni 2009 von 18:46

    @Auglia: Man mekrt gar nicht, wie dick es ist. Ganz im Gegenteil, am Ende wünscht man sich noch einige Seiten mehr. Es ist auf jeden Fall ein guter Einstieg in die Fantasy, man ist hinterher nur vielleicht zu verwöhnt für die Massen-Fantasy. 😉

  • Antworten anjasi 5. Juni 2009 von 17:53

    Das klingt super. Da ich ein Fan der Weitseher-Saga bin kommt das gleich mal auf die Leseliste.

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