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Paolo Giordano – Die Einsamkeit der Primzahlen

17. Mai 2011

Primzahlen sind anders als alle anderen Zahlen. Einsam stehen sie zwischen ihnen, immer ein wenig am Rand. Ab und an finden sich aber Primzahlpaar. Primzahlen die sich nahe stehen, aber niemals wirklich zusammen finden. Mattia, dem Mathematik alles bedeutet, sieht sich und Alice als ein solches Primzahlpaar. Sie kennen sich seit Jahren, sind sich näher als allen anderen Menschen und bleiben doch immer auf Abstand. Liegt es daran, dass beide furchtbare Erlebnisse in ihrer Kindheit hatten? Alice wird ihr Leben lang an den Folgen eines Unfalls leiden, an dem sie ihrem Vater die Schuld gibt. Mattia verlor seine Zwillingsschwester, als er eigentlich auf sie aufpassen sollte. Ein Fehler, den er sich nie verzeihen wird. Kein leichter Weg für die beiden, können sie sich gegenseitig helfen ihn zu beschreiten?

Lange habe ich überlegt, ob ich das Buch lesen soll oder nicht. Jetzt bin ich froh, das Hörbuch gehört zu haben. Daniel Brühl liest die Geschichte der beiden so wunderbar, dass auch etwas schwierigere Passagen mich nicht abschrecken konnten. Es ist kein leichtes Buch für nebenbei, viele Szenen haben mich wirklich erschüttert. Aber es ist beeindruckend und bringt seine Leser oder Hörer zum nachdenken. Was eine unbedachte Tat für Folgen für ein ganzes Leben haben kann. Wie sehr hat man seinen Weg selbst in der Hand?

Wer die Geschichte weder hören noch lesen möchte, sollte vielleicht ins Kino gehen. Dort wird demnächst die Verfilmung des Buches starten. Auf irgendeine Weise sollte man sich diese Geschichte auf jeden Fall zu Gemüte führen, wenn man sich gerade nicht nur berieseln lassen, sondern auch beeindrucken lassen will. Ich würde von allen Varianten die Hörbuchversion empfehlen, die Daniel Brühl zu einem Erlebnis macht.

Hörbuch

Die Einsamkeit der Primzahlen
Autor Paolo Giordano
Sprecher Daniel Brühl
Länge 6 Stunden 17 Minuten (gekürzt)
Genre: Zeitgenössische Literatur

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 17,95 €)

4 Kommentare

  • Antworten Christine 19. Mai 2011 von 08:19

    Ein Buch, das ich auch unbedingt noch lesen möchte.
    Ich bin leider nicht so der Hörbuchmensch, schlafe dabei immer ein, aber ich denke, dass mir auch die schriftliche Version gut gefallen wird.

    • Antworten Emily 19. Mai 2011 von 18:23

      @Christine: im Bett könnte ich auch kein Hörbuch hören. Da würde ich auch einschlafen. 😉 Meistens höre ich auf dem Weg zur Arbeit, oder auch mal beim Wäsche bügeln oder Geschirr spülen. Der Nachteil daran ist nur, dass ich seit dem weniger Musik höre.

      @Konstantin: Mir hat wirklich sehr gut gefallen, wie er liest. Viel Spaß damit 🙂

  • Antworten Konstantin [derschoeneblog.de] 19. Mai 2011 von 17:57

    Vielen Dank für diese Rezension. Das Buch/Hörbuch stand bei mir eh schon auf dem SuB und nach deiner Rezension werde ich mich dann wohl für das Hörbuch entscheiden. Beim reinhören habe ich bereits feststellen können, das Daniel Brühl (den ich eigentlich nicht so sehr mag) das ganz wunderbar zu machen scheint.

    @Christine
    Ich kenne das Problem mit dem Einschlafen bei Hörbüchern. Ich kann daher nur dazu raten dir Situationen zu schaffen, in denen du Hörbücher hörst und eben nicht einschlafen kannst. Ich beispielsweise höre sie gern beim Kochen (das ich leidenschaftlich gern tue) oder beim spazieren gehen (ist auch gleich noch eine sportliche Aktivität, die ja bei Leseratten auch schnell zu kurz kommt 🙂

  • Antworten Christine 22. Mai 2011 von 16:32

    Hmmm, da habt ihr natürlich eigentlich recht. Ich habe früher immer mit Hörspielkassetten gepuzzlet, das könnte ich im Herbst mal wieder anfangen. 🙂
    Wenn ich dann mit dem Kopf auf den Tisch knalle, werde ich wenigstens direkt wieder wach 😀

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