Ransom Riggs – Die Insel der besonderen Kinder

Jacobs Großvater erzählt fantastische Geschichten über seine Vergangenheit. Er hätte zusammen mit anderen Kindern auf einer Insel gelebt. Diese Kinder waren alle etwas ganz besonderes, sie konnten schweben oder waren unglaublich stark. Als Jacob älter wird, tut er diese Erzählungen als Märchen ab. Bis er seinen Großvater nach einem Überfall schwer verletzt auffindet. Was hat Jacob im Gebüsch verschwinden sehen? War es doch eines der Monster, vor denen sein Großvater solche Angst hatte? Dessen letzte Worte verfolgen Jacob noch lange, er soll die anderen suchen und sie warnen. Gibt es diese Insel und die Kinder wirklich?

„Die Insel der besonderen Kinder“ handelt nicht nur von besonderen Kindern, es ist auch ein ganz besonderes Buch. Jacobs Großvater hat Fotos der Kinder, die Jacob schnell als manipuliert abtut. Jedes im Buch erwähnte Bild ist auch im Buch enthalten. Selbst handschriftliche Texte finden sich zwischendurch. Das verhilft dem Text zu einer unglaublichen Atmosphäre und passt wunderbar zu dem insgesamt liebevoll gestalteten Buch. Für die eine oder andere Gänsehaut sorgen die Fotos auch mal.

Die Geschichte hat ein bisschen was von X-Men mit einem Schuss Peter Pan, dazu eine Zeitschleife und schon hat man einen wirklich spannenden Plot mit etlichen Überraschungen. Es ist keine klassische Fantasy, aber mit einem eindeutig fantastischen Touch. Endlich auch mal wieder keine fantastisch angestrichene Romanze, Männer können hier beruhigt mitlesen. Die düstere Stimmung passt gut für die kommenden winterliche Lesestunden.

„Die Insel der besonderen Kinder“ ist eine kleine Perle, die mich von der ersten Seite an fesselte. Wenn man viele Bücher liest, wird es immer schwieriger, welche zu entdecken die „neu“ sind. Dieses hier passt in kein Schema und hat mich mit einer ganz neuen Mischung verschiedener Ideen überrascht. Mein Buchtipp für alle, die es gerne mal etwas anders mögen.

Die Insel der besonderen Kinder – Ransom Riggs
416 Seiten, PAN
ISBN 9783426283684, 16,99 €
Hardcover

Ursula Poznanski – Saeculum

Bastian hatte bisher wenig mit Mittelaltermärkten und Rollenspielen zu tun. Das ändert sich, als er Sandra kennen lernt. Und schon findet er sich für fünf Tage mitten im Wald wieder, ohne die Bequemlichkeiten des modernen Lebens. An sich gar nicht so verkehrt, mal ein paar Tage fern ab der Zivilisation. Wäre da nicht der Fluch, der über dem Waldstück liegen soll. Anfangs tun die meisten den noch als Hirngespinst ab. Aber schon in der ersten Nacht verschwinden Teammitglieder spurlos, geheimnisvolle Botschaften tauchen auf. Aus dem Live-Rollenspiel wird schnell bitterer Ernst, es geht um Leben und Tod. Können sie dem Fluch entkommen? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter?

Wenn ihr mit „Saeculum“ beginnt, nehmt euch Zeit, es wird euch nicht mehr loslassen. Man merkt deutlich, dass sich die Autorin intensiv mit der Welt des Rollenspiels auseinander gesetzt hat. Aber nicht nur Mittelalter-Freunde und Rollenspieler werden diesen Roman verschlingen. Die Situation wird schnell heikel und die Spannung steigt bis zum Ende immer weiter an. Nie kann man sich sicher sein, ob man nicht vielleicht doch an den Fluch glauben sollte. Er wäre die logischste Erklärung für viele Merkwürdigkeiten.

Wer schon „Erebos“ mochte wird von „Saeculum“ begeistert sein. Man spürt deutlich, dass die Autorin sich noch mal um einiges weiter entwickelt hat, obwohl „Erebos“ schon fantastisch war. Den Figuren wird zwar ein bestimmtes Alter zugeordnet, sie agieren allerdings relativ alterslos, so dass ich immer wieder vergas, wie alt sie eigentlich sein sollen. Das macht dieses Jugendbuch auch für etwas ältere Leser noch attraktiver. Man hat keinerlei Mühe, sich in die Charaktere hinein zu versetzen.

Genau das richtige Buch, um sich an einem stürmischen Herbsttag mal wieder so richtig zu gruseln! Ein Thriller mit hohem Gänsehautniveau.

Saeculum – Ursula Poznanski
493 Seiten, Loewe
ISBN 9783785570289, 14,95 €

Mal sachlich

Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich den Vortrag von Herrn Thomas Wanhoff zu seinem Buch “Wa(h)re Freunde” besucht und war begeistert. Der Untertitel des Buches lautet “Wie sich unsere Beziehungen in sozialen Online-Netzwerken verändern”. Ein spannendes Thema, das mir im eigenen Leben auch immer wieder begegnet.

Deshalb wird es jetzt mal wieder Zeit für ein Sachbuch, nachdem ich in letzter Zeit fast nur Romane gelesen habe. Herr Wanhoff gehört nicht zu denen, die Facebook & Co. verteufeln, was ihn mir schon mal sympathisch macht. Soziale Netzwerke sind das, was wir daraus machen. Wenn ich bewusst damit umgehe, empfinde ich sie auch nicht als Gefahr, sondern als große Bereicherung. Worauf man achte sollte, erläutert der Autor auch in diesem Buch. Aber es ist keine Anleitung, wie man Facebook benutzt, sondern eine allgemeine Sammlung an Informationen über verschiedene Netzwerke, ihre private und ihre wirtschaftliche Nutzung. Wie man es letztendlich nutzt, bleibt jedem selbst überlassen.

Andreas Eschbach – Hide Out

„Hide Out“ ist die Fortsetzung zu „Black Out“ und schließt nahtlos daran an. Das notwendigste wird zwar kurz wiederholt, es empfiehlt sich aber, den Vorgänger gelesen zu haben.

Chris fühlt sich im Lager nicht wirklich wohl. Wer den ganzen Tag am Rechner saß, kann sich mit den primitiven Bedingungen im Camp kaum anfreunden. Seine Fähigkeiten werden aber wieder nützlich, als beschlossen wird, dass die Menschen über die Bedrohung durch die Kohärenz informiert werden müssen. Zum Beispiel mit Hilfe einer Mail, die an unendlich viele Mailadressen auf einmal raus geht. Als Chris ein Internetcafé aufsucht, um diesen Schritt vorzubereiten, erwischt es ihn eiskalt. Sein Chip verbindet sich mit der Kohärenz, er verliert die Kontrolle. Wie kann es sein, dass er seinen Chip nicht mehr kontrollieren kann? Während die kleine Gruppe weiterhin versucht, dem FBI zu entkommen, bleibt die Kohärenz nicht untätig. Sie verleiben sich ihre Freunde und Angehörige ein. Wem können sie noch trauen?

„Hide Out“ ist ein typischer Zwischenband, in dem zwar viel passiert, aber wenig wirklich Neues auftaucht. Die Kohärenz wird mächtiger und man erfährt mehr über ihre Beweggründe. Was will sie mit all den Menschen, die sie miteinander vernetzt? Aber auch ihre Gegner bleiben nicht tatenlos und bereiten einen massiven Gegenschlag vor. Es erinnert ein wenig an das Wettrennen zwischen Hase und Igel. Wer wird der Erste sein?

Der zweite Band steigt gleich mitten in die Handlung ein, schnell hat man die erste Spannungspitze erreicht und es wird nicht die letzte sein. Die Trennung des Handlungsstrangs sorgt für Abwechslung, das Ende macht einem schon jetzt richtig Lust auf den dritten und letzten Band, „Time Out“. Auch wenn Eschbach es sich am Ende ein bisschen leicht gemacht hat, aber für spontane Wendungen, die es seinen Helden einfacher machen, ist er ja bekannt. In einem Jugendthriller kann ich ihm das auch gut verzeihen.

Spannend, kurzweilig und vielleicht gar nicht so unmöglich, wie man im ersten Moment denkt.

Hide Out – Andreas Eschbach
450 Seiten, Arena
ISBN 9783401065878, 17,99 €
Hardcover

Monatsrückblick Oktober 2011

Gelesen:

- Bernd Perplies – In den Abgrund, Magierdämmerung III

Sehr gelungener Abschluss der Magierdämmerung-Trilogie. Nicht nur mit wirklich spannendem Endkampf, es gab sogar noch ein paar neue Charaktere, wie zum Beispiel den fliegenden Holländer und sein Schiff. Ich werde Rupert, das wiederbelebte ausgestopfte Krokodil vermissen.

- Sebastian Fitzek – Der Augenjäger

Die Fortsetzung zu “Der Augensammler” und sogar noch spannender. Lieber erst anfangen zu lesen, wenn man ein wenig Zeit hat, weil man es nicht mehr weglegen möchte.

- Christoph Marzi – Memory, Stadt der Träume

Interessante Geschichte mit meist recht farblosen Charakteren. Die Grundidee der Geister auf dem Friedhof war etwas zu deutlich bei Neil Gaiman ausgeliehen um originell zu sein.

- Tommy Krappweis – Götterdämmerung, Mara und der Feuerbringer III

Abgesehen von einer für mich unnötigen Love-Story so toll wie die ersten beiden Bände, germanische Mythologie in frechem Witz gut verpackt. Ratatösk ist und bleibt mein Lieblingsfeind.

- Andrea Stoll – Der kalte Himmel

Beeindruckende Geschichte einer Mutter, die um die Anerkennung ihres Sohnes kämpft, der ander ist. In einer Zeit, als Authismus noch kaum bekannt war, auf einem urbayerischen Dorf schon gar nicht.

- Walter Moers – Das Labyrinth der träumenden Bücher

Leider etwas enttäuschend, weil es 400 Seiten Ouverture sind. Wunderschön illustriert wie immer, aber stellenweise ziemlich zäh. Da hätte ich lieber gewartet, bis der nächste Band auch fertig ist.

- Jeffrey Eugenides – Die Liebeshandlung

Eine nicht ganz einfache Dreiecksgeschichte entspinnt sich auf dem College zwischen Madeleine, Mitchell und Leonard. Wer gehört zu wem? Drei junge Menschen auf der Suche nach dem richtigen Weg, nicht nur in der Liebe. Fesselnd geschriebener Schmöker mit Anspruch, den ich nicht mehr aus der Hand legen wollte.

- Andreas Eschbach – Hide Out

Gelungene Fortsetzung zu Black Out. Wie in Mittelteilen üblich, entwickeln sich die gegnerischen Seiten weiter und beäugen sich meistens nur, bis auf kleinere Scharmützel. Verspricht viel Spannung für den dritten Teil, Time Out.


Gehört:

- Bill Bryson – Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge

Wer sich ein wenig dafür interessiert, wie Menschen früher lebten und warum wir heute leben wie wir leben, wird viel Spaß damit haben!

- Sara Gruen – Wasser für die Elefanten

Wunderbar atmosphärisches Buch über Liebe und Freundschaft, vor dem Hintergrund einer Zirkusmanege. Ein Elefant spielt auch mit. ;)

Bill Bryson – Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge (Hörbuch)

Bill Bryson nimmt seine Leser oder Hörer mit auf einen Rundgang durch sein Haus. Ein altehrwürdiges Heim, das vor etlichen Jahren von einem englischen Landpfarrer gebaut wurde. Bill Bryson erzählt, inspiriert von dem Raum, in dem er sich gerade aufhält, über alles mögliche, was die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte erlebt und geprägt hat. Dabei macht er sich Gedanken um scheinbar selbstverständliche Dinge, wie zum Beispiel, warum auf dem Tisch meistens Salz und Pfeffer stehen. Warum gerade die und keine anderen Gewürze?

Warum wurden die Menschen sesshaft? Wie hat man früher gelebt und was hat man gegessen? Welche Mode war modern? Wie entdeckte und behob man den Skorbut? Wo bekamen die Mediziner frische Leichen her? Unendlich viele Themen schneidet Bryson in diesem nicht wirklich kurzen Werk an. Aber wer sich ein wenig dafür interessiert, wie Menschen früher lebten, wird hier wunderbar unterhalten und ganz sicher noch so einiges lernen, was so in keinem Geschichtsbuch steht. Vieles davon hat noch heute Einfluss auf unsere Lebensart. Auch vor weniger angenehmen Themen wie Geschlechts-Krankheiten und verdorbenem Essen, das sich auf dem Teller bewegt, schreckt Bryson nicht zurück. So erhält man ein unglaublich plastisches Bild der Vergangenheit, ohne Schönfärberei.

Rufus Beck gibt dem Buch eine Stimme, die ganz wunderbar passt. Es war mein erstes Hörbuch mit ihm, ich verstehe jetzt gut, warum viele seine Hörbücher so mögen. Eine Stimme, der man stundenlang lauschen könnte.

“Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge” ist eines der Bücher, die man immer wieder hören oder lesen kann und jedes Mal etwas findet, was einem zuvor entgangen ist. Ich werde es dieses Jahr sicher unter den einen oder anderen Weihnachtsbaum legen.

Hörbuch

Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge
Autor Bill Bryson
Sprecher Rufus Beck
Länge 19 Stunden 53 Minuten (ungekürzt)
Genre: Bildung & Wissen

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible im Flexi-Abo für 9,95 €

Jan Weiler liest weihnachtlich in Würzburg

© Enno Kapitza

Kolumnist und Romanschreiber Jan Weiler kommt mit seinem Weihnachtsprogramm am 12. Dezember 2011 in den Saalbau Luisengarten. Auf Einladung von “Literatur deluxe” präsentiert er diesmal die schönsten Weihnachtsgeschichten aus “Maria, ihm schmeckt’s nicht” und seiner Serie “Mein Leben als Mensch.”  Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr.

Spätestens wenn der Adventskalender hängt, läuft der Countdown:
Weihnachten droht mit allen Konsequenzen für Figur und Nervenkostüm. Da muss man als Glühweinhasser auf den Weihnachtsmarkt und als Nikolaus in die Schule. Da verwandeln sich Kinder in Wunschmonster und Ehefrauen in backende Nervenbündel. Und natürlich wird das Fest nicht stiller, wenn auch noch der italienische Schwiegervater zu Besuch kommt, um als Hexe verkleidet die Kinder zu bescheren.

Karten für die Lesung gibt es ab sofort in der Tourist Information im Falkenhaus, Tel: (0931) 37 23 98.

Endlich wieder aufwärts

Die letzten Bücher waren nicht schlecht, aber so wirklich umwerfend gut leider auch nicht. Sie haben mich ganz gut unterhalten, aber selten dazu geführt, dass ich nach dem Essen noch lange am Tisch saß um weiter zu lesen. Das hat sich jetzt endlich wieder geändert.

Meine Rettung aus dem Tal der Durchschnitssbücher ist Jeffrey Eugenides mit “Die Liebeshandlung”. Ein wunderschöner Roman über die Liebe, die Literatur, die Liebe zur Literatur und das Collegeleben Anfang der Achtziger Jahre. Endlich kann ich mich wieder kaum von einem Buch lösen und würde am liebsten immer nur weiter lesen.

Walter Moers – Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Hildegunst von Mythenmetz hat sich auf die Lindwurmfeste zurückgezogen und es sich auf seinen Lorbeeren gemütlich gemacht. Bis ihn eines Tages ein Brief erreicht, der ihn aus seiner lethargischen Bequemlichkeit reißt. „Der Schattenkönig ist zurückgekehrt.“ Abgesendet aus der Ledernen Grotte, der Heimat der Buchlinge. Mythenmetz macht sich auf den Weg nach Buchhaim, das er seit 200 Jahren nicht mehr betreten hat. Erstaunt muss er feststellen, dass die Stadt sich nach dem großen Brand damals sehr verändert hat. Er trifft alte Bekannte und lernt allerhand Neues kennen, zum Beispiel den Biblionismus oder auch den Puppetismus. Hier in Buchhaim kann er seiner Vergangenheit nicht entkommen, er muss sich ihr stellen. Im Labyrinth der Träumenden Bücher.

„Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist eines der schönsten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Voller wunderbar skurriler Ideen rund um die Welt der Bücher und des Lesens, verwoben mit einer spannenden Geschichte. Letztere fehlte mir leider in der, freudig erwarteten, Fortsetzung „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“.

Rein optisch überzeugt das Buch wieder einmal und verwöhnt den Leser mit wunderbaren Illustrationen von Walter Moers selbst. Durch den Inhalt musste ich mich ab und an ziemlich durchbeißen. In großen Teilen des Buches ergeht sich Mythenmetz in Erinnerungen an seinen letzten Aufenthalt in Buchhaim. Danke für die Auffrischung meiner Erinnerungen, aber ganz so viel hätte es dann doch nicht sein müssen. Man könnte sich fast sparen „Die Stadt der Träumenden Bücher“ vorher zu lesen. Alles Wichtige wird hier, oft mehr als einmal, wiederholt.

Damit wird der Platz für neue Ideen im Buch schon knapp. Es gibt einige tolle Stellen und bei den Ausführungen über den Biblionismus und sogar die Geschichte des Puppetismus kam das gute alte Moers-Lesegefühl auf. Leider stehen die am Anfang und am Ende des Buches, die Mitte zieht sich stellenweise ziemlich. Die Ausflüge von Mythenmetz durch Buchhaim und die Erkundung seiner Geschichte sind leider kein wirklich spannender roter Faden durch die Handlung des Buches.

Meine Hoffnung auf ein Wiedersehen mit den Buchlingen wurde leider nicht erfüllt, der Titel „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ ist eigentlich auch ein wenig irreführend, „Buchhaim, wie der Phoenix aus der Asche“ wäre passender gewesen. Aber wohl nicht so verkaufsfördernd. Im Labyrinth spielt nur das letzte Kapitel, das dann mit einem Satz endet, den ich euch hier nicht verraten möchte. Der mich aber laut aufstöhnen und das Buch mit leichter Enttäuschung beenden ließ. Wahrscheinlich soll er die Vorfreude auf das nächste Buch wecken, hinterließ bei mir allerdings einen etwas schalen Nachgeschmack.

An skurrilen Ideen und wahnwitzigen Situationen mangelt es nicht in „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ und die wirklich gelungenen Illustrationen trösten über die weniger gelungenen Stellen auch ein wenig hinweg. Mit so manch anderem, wirklich großartigen, Werk von Walter Moers lässt es sich aber bei weitem nicht vergleichen.

Das Labyrinth der Träumenden Bücher – Walter Moers
430 Seiten, Knaus Verlag
ISBN 9783813503937, 24,99 €
Hardcover

Joy Fielding – Herzstoß

Marcy wurde kurz vor der geplanten Hochzeitstagsreise von ihrem Mann verlassen. Also fährt sie kurzerhand alleine nach Irland. In einem Pub meint sie plötzlich, ihre Tochter Devon gesehen zu haben. Was nicht sein kann, schließlich starb Devon vor zwei Jahren bei einem Bootsunfall. Aber ihre Leiche wurde nie gefunden. Könnte es nicht doch sein, dass sie einfach nur alles hinter sich lassen wollte und der Unfall fingiert war? Marcy hat nur noch ein Ziel, sie will Devon finden.

Vor Jahren hatte ich schon einige Romane von Joy Fielding gelesen, die mich auch immer wieder gefesselt hatten. Allerdings hatten sie ein grobes Grundmuster immer gemeinsam, weshalb ich irgendwann doch andere Autoren vorzog. „Herzstoß“ war seit längerem mal wieder mein erster Fielding, und ich hatte Spaß damit. Das Grundmuster ist noch immer vorhanden und lässt sich mit „Traue niemandem“ ganz gut zusammenfassen. Das tat der Unterhaltung aber keinen Abbruch.

Joy Fielding zeichnet mal wieder gekonnt verzweifelte Charaktere und legt Spuren, bei denen auch skeptische Leser ins Grübeln kommen. Könnte es vielleicht doch sein? Die ein oder andere kleine Gänsehaut war auch inbegriffen. Für alle die gerne Kriminalliteratur ohne Brutalität und übertriebenes Blutvergießen lesen möchten, ist Joy Fielding noch immer ein guter Tipp.

Herzstoß – Joy Fielding
379 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442312061, 19,99 €
Hardcover