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Eigentlich wollte ich euch ja nicht schon wieder mit einem Stöckchen nerven. Aber wenn alle es tun, kann ich einfach nicht anders. Zumindest mache ich aus zwei Dingen einen Blogeintrag ;)

Momentan in allen Blogs unterwegs ist die Frage: Wer bist Du im Wunderland? Meine Antwort darauf:

Außerdem beschäftigen sich viele gerade mit der Frage, ob es eine Lesepersönlichkeit gibt. Meine Antworten auf 30 Eigenheiten, die angeblich uns Lesern gemeinsam sind:

1. Leser sind Katzenliebhaber.
Stimmt.

2. Leser sind sonnenscheu.
Nein, ich liebe die Sonne und vermisse sie in langen und dunklen Wintern wie diesem sehr.

3. Leser sind Bauchmenschen.
Wer mich kennt, dürfte gerade laut gelacht haben. Eindeutiges “Nein”.

4. Leser sind romantisch.
Leider auch nein, womit ich wohl schon so manchen Mann zur Verzweiflung getrieben haben dürfte. ;-)

5. Leser sind solange kinderlieb, bis das Lieblingsbuch mit Buntstiften verschönert ist.
Wer das Lieblingsbuch in Greifnähe von Kindern legt ist selbst schuld. Dafür habe ich meinen Kopf. ;-)

6. Leser sind Sammler, nicht nur von Büchern.
Nicht wirklich, die Lesezeichen zählen eigentlich zur Büchersammelleidenschaft. Sonst wird nichts wirklich gesammelt.

7. Leser lieben Kuchen und Kaffeeklatsch.
Kuchen ja, Kaffee nein, Klatsch nein, insgesamt also ein “Nein”. Stammtisch ist mir lieber. ;-)

8. Leser haben beruflich mit Menschen zu tun.
Ja, und den Beruf auch unter anderem aus diesem Grund gewählt.

9. Leser essen bio.
Nein.

10. Leser schreiben selber oder haben es als Kind gemacht.
Nein, nur dieses Blog. Ich bin mir meiner nicht vorhandenen Fähigkeiten bewusst.

11. Leser waren als Kind Einzelgänger und Stubenhocker.
Nein, immer unterwegs mit Freunden. Wir hatten sogar eine Straßenbande ;-)

12. Leser haben gute Freunde, aber davon nicht viele.
Wer viele gute Freunde hat sollte mal testen, wie gut die wirklich sind. Richtig gute Freunde sind selten, dafür um so wertvoller.

13. Leser spielen gerne.
Ja.

14. Leser sind hilfsbereit und gut.
Das müssen andere beurteilen.

15. Leser träumen gerne (auch Tageträume).
Ja.

16. Leser fahren kleine Autos.
Er ist klein, sogar ziemlich klein. Also “Ja”.

17. Leser lasen im Kindesalter gern unter der Bettdecke.
Nein, ich durfte schon immer lesen so lange ich wollte.

18. Leser bevorzugen lieber Bücher als Filme usw. im TV.
Für einen guten Film lege ich auch mal ein Buch bei Seite, ich mag beides.

19. Leser haben immer ein Buch dabei, wenn sie länger unterwegs sind.
Natürlich, was denn sonst?

20. Leser lesen auch anderes neben Büchern gerne.
Wenn es Buchstaben hat, wird es gelesen.

21. Leser haben mit den Augen Probleme.
Leider ein “Ja”.

22. Leser können sich Stundenlang in einem Buchladen aufhalten.
Das hier alle “Ja” antworten ist doch klar.

23. Leser haben mindestens 2 signierte Bücher im Regal stehen.
Nein, kein einziges.

24. Leser haben bestimmt schonmal für einen Romanhelden geschwärmt.
Nein, Schwärmerei ist mir als Kopfmensch fremd. Schon immer gewesen.

25. Leser haben schon mal Orte in den Bücher bereist.
Wenn dann nur zufällig,  nie gezielt.

26. Leser haben ihre Stammautoren und wechseln nur selten.
Nein, ich lese gerne immer wieder mal etwas neues.

27. Leser besuche gerne Veranstaltungen rund um Bücher.
Natürlich, warum auch nicht.

28. Leser verleihen nur ungern ihre liebgewonnenen Bücher.
Es gibt tatsächlich Bücher, die ich nie verleihen würde. Aber das sind nur wenige, ganz besondere.

29. Leser sind Nachtmenschen.
Dämmerungsmensch. Eindeutig kein Morgenmensch, aber auch kein richtiger Nachtmensch.

30. Leser würden sich nie von liebgewonnenen Büchern trennen.
Von den liebgewonnen nicht, von anderen schon.

Das wären 15 eindeutige Neins und ein paar halbe. Der typische Leser bin ich damit wohl nicht, Leser bleibe ich aber trotzdem ;-)

Die Schatten haben gesiegt

Nachdem ich gestern Abend lange gegrübelt habe, welches Buch das nächste sein soll, haben jetzt die Schatten gesiegt. “Das verlorene Symbol” von Dan Brown hat mich doch nicht wirklich gereizt. Aber spontan angesprochen hat mich ein Buch, das schon länger auf dem SUB liegt. “Die Schatten über Ombria” von Patricia A. McKillip.

Zu der Autorin brachte mich ein Freund, der mir die “Riddle-Master” Trilogie schenkte. Im Deutschen als “Erdzauber” erschienen. Als ich “Die Schatten von Ombria” irgendwann einmal günstig als Restposten sah, konnte ich nicht widerstehen. Heute bin ich froh darum. McKillip schreibt keine “Popcorn”-Fantasy, die sich einfach mal schnell nebenbei lesen lässt. Auch “Die Schatten über Ombria” fesseln mich mit ihrer anspruchsvollen Sprache in einer märchenhaften Welt.

Erst scheint die Geschichte noch einem Standardplot zu folgen. Der Fürst von Ombria liegt im Sterben, sein fünfjähriger Sohn ist noch zu jung um die Regentschaft zu übernehmen. Er ist nicht der einzige, der jetzt um sein Leben fürchten muss. Denn Domina Perle will die Gelegenheit nutzen, nach ungezählten Jahren endlich herrschen zu dürfen. Doch Ombria ist keine Stadt wie jede andere. In den Schatten existiert eine weitere Stadt, zum Teil versunken in der Zeit. Nur wenige können zwischen den Städten wandeln.

Die Schatten über Ombria – Patricia A. McKillip
293 Seiten, Klett-Cotta
ISBN 9783608932010
Hardcover

Die Magier lassen sich Zeit

Eigentlich hatte ich gehofft, am Wochenende schon “Die Magier von Montparnasse” von Oliver Plaschka lesen zu können. Einige Glückliche hatten ihre Exemplar von Vorablesen schon im Briefkasten. Meiner blieb leider bisher leer.

Als Zwischendurchlektüre hatte ich “Mein fast perfektes Leben” von Jonathan Tropper angefangen, nach 180 Seiten aber wieder bei Seite gelegt. Nicht weil es schlecht wäre, aber es ist mir gerade viel zu deprimierend. Vielleicht wird es ja noch positiver, darauf wollte ich aber nicht mehr länger warten. Neben der zu erwartenden Trauer finden sich auch noch einige scheiternde Beziehungen, eine alkoholkranke Mutter und ein Vater der nach einem Schlaganfall geistig nicht mehr immer in dieser Welt zu Hause ist. Zuviel Traurigkeit, vorallem gleich im Anschluss an ein so positives Buch wie “Der Glücksdiabetiker”.

Was mir jetzt über den Sonntag helfen wird, weiß ich noch nicht. Momentan stehen die Chancen ganz gut, dass ich Dan Browns “Das verlorene Symbol” mal anlese. Auch wenn es eindeutig über meiner selbst gesetzten 350 Seiten Grenze liegt. Ich werde es für “Die Magier von Montparnasse” ja sowieso unterbrechen müssen.

Gluecksdiabetiker

Paul hat es mal wieder geschafft, er hat seine Freundin Sonja vergrault. Und zwar so richtig. Dummerweise stellt er fest, dass er Glücksdiabetiker ist, er kann kein Glück verwerten. Dafür braucht er Glücksinsulin, sein ganz persönliches, was ja nur Sonja sein kann. Er muss sie überzeugen, zurück zu kommen. Was nach DEM Brief gar nicht so leicht sein wird. Also schreibt er ihr ein Lied. Als er und sein Freund Axel damit tatsächlich einen Talentwettbewerb gewinnen, nimmt das Grauen seinen Lauf. Sie geraten in die Mühlen der Popindustrie. Doch was nimmt man nicht alles auf sich, um die Frau seines Herzens davon zu überzeugen, dass man noch eine Chance verdient hat. Ob er sie bekommt?

Um ehrlich zu sein, bin ich recht skeptisch an das Buch herangegangen. Wenn Humor drauf steht mag der zwar auch drin stecken, trifft aber nicht immer ganz meinen eigenen Humor. Die ersten Seiten kamen mir dann auch eher wie ein Gagfeuerwerk vor, immer einer nach dem anderen. Doch dann kam die Geschichte selbst in Schwung, ich erwischte mich immer öfter bei einem breiten Grinsen und gegen Ende auch mal dem ein oder anderen lauten Lachen. Ich hatte mich jedes Mal darauf gefreut, wenn ich endlich weiter lesen konnte. Weil dieses Buch einfach gut tut.

Großartig waren die Beschreibungen, wie Paul und Axel zum One Hit Wonder und Sommerhit gepuscht werden, wo sie selbst doch ihr Lied gar nicht mehr freiwillig hören würden, nachdem ein Musikproduzent es „überarbeitet“ hatte. Sie sollen am Ballermann auftreten, vor den ganzen besoffenen und verblödeten Malletouris? Aber ihr Produzent, der ja immerhin Chief Creative Double Executive Consulting Senior Manager ist, wird schon wissen, was das Beste für sie ist. Zynische Kommentare zu ihrer eigenen Karriere liest man so einige.

Zwischendurch hat es mich ein wenig an die Bücher von Tommy Jaud erinnert. Wer dessen Werke gerne liest, wird hiermit auch seinen Spaß haben. Aber wo Jaud mehr auf Humor setzt, gibt es hier auch ein paar Gefühle zu entdecken. Nicht übertrieben, nicht kitschig, einfach nur schön. Beim Zuschlagen des Buches blieb ein wohlig warmes Gefühl des Glücks zurück. Eine kleine Dosis Glücksinsulin.

Der Glücksdiabetiker – Lars Lindigkeit
218 Seiten, Eichborn
ISBN 9783821860756, 14,95 €

nation

Mau hat es geschafft, er hat seinen Stamm als Junge verlassen um als Mann zurück zu kehren. Doch kurz bevor er endlich bei seiner Familie ankommt, spült eine Riesenwelle über das Eiland hinweg. Es scheint, als sei er der einzige Überlebende. Abgesehen von Daphne, dem „Geistermädchen“, deren Schiff von der Welle auf die Insel getragen wurde. Gemeinsam versuchen sie zu überleben, bis nach und nach Überlebende anderer Inseln eintreffen. Mau kann sich nicht mit dem abfinden, was geschehen ist. Er hadert  mit den Göttern, die seinem Leben bisher einen Sinn gaben. Gleichzeitig übernimmt er die Verantwortung für alle Ankommenden, obwohl er doch gerade erst noch ein Junge war.

„Eine Insel“ spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die „Hosenmenschen“ befahren die Weltmeere und halten sich für die Überlegenen. Doch was wäre, wenn andere Völker schon viel früher die Meere bereist hätten? Was, wenn die naiven Inselvölker alles andere als tumbe Kannibalen sind, die nur an ihren Kochtopf und dessen Füllung denken? Denn selbst den Kannibalen gibt Pratchett Ehrgefühl und Anstand mit. Maus Zweifel an allem bisher gewesenen und seine Diskussionen mit einem alten Priester sind schon als philosophisch zu bezeichnen. Die Annäherung der beiden Welten der „Hosenmenschen“ und der Insulaner bietet viel Stoff für Gesellschaftskritik, in der für Pratchett typischen satirischen Art. Auch wenn es diesmal kein Scheibenweltroman ist.

Auch wenn es als Jugendbuch verkauft wird, ist „Eine Insel“ genauso ein Buch für Erwachsene. Jede Altersgruppe wird in diesem Buch etwas für sich finden.

Ein sehr schöner Abschluss war der letzte Satz im Anhang, zum Stichwort „Thinking“:

“This book contains some. Whether you try it at home is up to you.”

Eine Insel – Terry Pratchett
Englischer Originaltitel: Nation
448 Seiten, Manhattan
ISBN: 9783442546558, 19,95 €
Hardcover

Da mir nach Humor war und sowohl Klappentext als auch Besprechungen im Internet den versprechen, lese ich seit gestern Abend “Der Glücksdiabetiker” von Lars Lindigkeit.

Paul hat es mal wieder geschafft, er hat seine Freundin Sonja vergrault. Und zwar so richtig. Dummerweise stellt er fest, dass er Glücksdiabetiker ist und Sonja sein Glücksinsulin. Er muss sie überzeugen, zurück zu kommen. Was nach DEM Brief gar nicht so leicht sein wird. Also schreibt er ihr ein Lied. Jetzt muss er nur noch damit berühmt werden, damit sie es auch mit bekommt…

Auf den ersten Seiten kam ich noch relativ schwer rein. Aber jetzt hat es mich gepackt und ich habe mich schon das ein oder andere mal mit einem breiten Grinsen erwischt. Wer gerne mal was Lustiges zwischendurch liest, dürfte hiermit gut bedient sein. Rezension folgt natürlich noch.

Der Glücksdiabetiker – Lars Lindigkeit
219 Seiten, Eichborn
ISBN 9783821860756, 14,95 €

Wirklich geworfen wurde es nicht, aber man trifft es gerade auf den verschiedensten Blogs. Zum Beispiel bei Libromanie. Da konnte ich nicht widerstehen, hier sind meine Antworten:

1.) Was liest Du gerade?
“Dämonenhunger“ von Timothy Carter. Nette Jugendfantasy, gut zum Abschalten zwischendurch.

2.) Welches Buch hat Dich zuletzt stark beeindruckt?
“Eine Insel“ von Terry Pratchett. Ein Buch das sowohl für Erwachsene als auch für Kinder sehr viel zu bieten hat. So unglaublich viele Gedanken, die man verfolgen kann. Oder man lässt einfach nur eine tolle Geschichte um den Mut, die Dinge in die Hand zu nehmen, auf sich wirken.

3.) Sammelst Du irgendetwas?
Lesezeichen. Jedes Buch bekommt ein passendes aus der inzwischen recht großen Auswahl heraus gesucht.

4.) Schreibst Du Widmungen in Bücher?
Nein. Wenn dem Beschenkten das Buch nicht gefällt, sollte er es ohne Probleme weiter verschenken können. Damit es einen Leser findet, der Spaß daran hat.

5.) Schreibst Du Deinen Namen in Deine Bücher?
Nein, nur wenn ich sie verleihe und befürchten muss, dass irgendwann niemand mehr weiß, wem das Buch ursprünglich mal gehört hat.

6.) Welches Buch hast Du doppelt?
“Der Herr der Ringe“ steht zweimal auf Deutsch (in verschiedenen Übersetzungen) und einmal auf Englisch in meinem Regal. Die „Osten-Ard-Saga“ steht ebenfalls auf Deutsch und Englisch hier. Außerdem habe ich mir von Jasper Ffordes „Der Fall Jane Eyre“ ein zweites Exemplar angeschafft, das ich verleihe. Dieses Buch lässt sich so schwer beschreiben, man muss es einfach versucht haben. Da ich meine Lieblingsbücher aber nicht gerne her gebe, gibt es davon das Wanderexemplar, das gerade auch wieder unterwegs ist.

7.) Von wem würdest Du Dir gern was vorlesen lassen?
Von jemandem mit einer angenehmen Stimme. Wer das sein könnte weiß ich nicht.

8.) Sitzt Du im Kino lieber am Gang oder in der Mitte?
In der Mitte.

9.) Welche ist Deine liebste Romanfigur?
Schon in diesen „Freundschaftsbüchern“ habe ich die Frage nach der Lieblingsfarbe, der Lieblingsmusik und so weiter nicht gemocht. Ich mag viele Romanfiguren, aus verschiedensten Gründen. Es gibt aber keine „liebste“.

10.) Nach welchem System ordnest Du Deine Bücher daheim?
Nach Genre, darin noch mal nach Autor geordnet. Die Bücher eines Autors stehen dann meist nach Erscheinungsdatum sortiert. Es sei denn, es ist eine Reihe, die steht dann natürlich entsprechend ihrer Reihenfolge.

11.) Lesen: vor dem ins Bett Gehen oder nach dem Aufstehen?
Sowohl als auch, wann immer Zeit dafür ist.

12.) Welches Buch würdest Du Deinem größten Feind schenken?
Warum sollte ich ihm mit einem Buch eine Freude machen wollen? ;-)

13.) Hardcover oder Paperback?
Beide haben Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil der Hardcover ist ihr Preis. Daher gönne ich mir die nur von ganz wenigen Autoren.

14.) Zeitung aus Papier oder im Netz?
Papier ist mir da immer noch lieber, weil ich die Artikel dann intensiver lese. Am Bildschirm husche ich eher mal eben so drüber.

15.) Von welchem Buch bist Du zum ersten Mal so richtig gefesselt worden?
Den Titel weiß ich leider nicht mehr, Google half mir auch nicht weiter. Ich bilde mir ein, es hieß „Ein Jahr mit Bimbo“. Ein Mädchen soll ein Jahr lang bei ihrem eher eigenbrötlerischen Onkel leben, dort bekommt sie einen Hund, Bimbo eben. Oder auch nicht, sollte ich mich bei dem Titel täuschen. Der Hund ist allerdings nur ein Nebencharakter, hauptsächlich geht es darum, wie das Mädchen mit seinem Onkel zu Recht kommt, und ihre Freundschaft zu einer älteren Dame.

16.) Deine liebste Literaturverfilmung?
“Der Herr der Ringe“. Auch wenn viele anders darüber denken, meiner Meinung nach eine gelungene Verfilmung.

17.) Tägliche oder wöchentliche Pflichtlektüre?
Verschiedene Blogs und andere Literaturseiten im Internet.

18.) Bevorzugte Urlaubslektüre?
Kommt ganz auf die Zeit und die Situation an. Grundsätzlich aber nichts anderes, als ich sonst zu der Zeit auch gelesen hätte.

Wer ebenfalls nicht widerstehen kann, bediene sich.

Autoren-Mitschmatsch

Über die “Für alle Leser von (beliebigen Autor einsetzen)”-Empfehlungen in den Verlagsvorschauen schüttele ich ja oft genug den Kopf. Man fragt sich, ob die Leute, die diese Empfehlungen aussprechen, überhaupt jemals etwas von den Autoren gelesen haben. Wahrscheinlich gibt es einfach eine Highscore Liste in jedem Verlag, getrennt nach Genres. Da fischt man sich dann die gerade bekannten und beliebten Autoren heraus und setzt sie willkürlich in den Verlagsvorschauen ein. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Heute fand ich eine besonders “gelungene” Mischung. “Für alle Fans von Stephenie Meyer, Sergej Lukianenko und Bernhard Hennen”. Wer die drei zusammen gewürfelt hat, kann noch nie etwas von ihnen gelesen haben. Ganz egal wie man zu den Autoren stehen mag (zwei davon lese ich sehr gerne), sie schreiben absolut nicht miteinander vergleichbare Bücher. Wie kann man Romantacy mit russischer Dark Fantasy oder High Fantasy vergleichen? Ich würde nicht mal Hennen (”Die Elfen”) und Lukianenko (”Wächterreihe”) mischen wollen. Dann noch ein “Biss”-chen Meyer dazu und das ganze wäre unlesbar. Welches Buch dermaßen beworben wurde, verschweige ich mit Absicht. Das klang nämlich eigentlich ganz interessant und überhaupt nicht nach einem der drei genannten Autoren.

Nachdem in der gleichen Vorschau auch noch Robin Hobb (”Weitseher Zyklus”) mit Christopher Paolini (”Eragon”) verglichen wurde, habe ich sowieso aufgehört, diese Empfehlungen zu lesen. Robin Hobb hat eine fantastische und komplexe Welt erschaffen, mit Charakteren von bisher selten gefundener Tiefe. Christopher Paolini hat den “Herrn der Ringe” mit “Star Wars” in einen großen Kessel gekippt und mal kräftig umgerührt. Für solche Vergleiche gehört man eigentlich den Drachen vorgeworfen.

AnhalterGalaxis

Athur Dent dachte, dieser Tag könnte gar nicht mehr schlimmer werden. Statt gemütlich seinen Morgenkaffee zu trinken, findet er sich im Matsch liegend vor einer Planierraupe wieder, die gerade sein Haus dem Erdboden gleich machen will. Doch es kommt tatsächlich noch schlimmer, nur wenig später wird er von einem Freund quasi entführt, in letzter Sekunde, bevor die gesamte Erde vernichtet wird.

Schon findet er sich auf einem Raumschiff voller Vogonen wieder, die einen äußerst seltsamen und quälenden Poesiegeschmack haben. Und das ist erst der Anfang ihrer abenteuerlichen Reise, bei der ihnen der intergalaktische Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ und ein Handtuch unentbehrliche Helfer sind.

Douglas Adams ist einfach genial. Wer kein Problem mit skurrilen Handlungen hat, sollte ihn unbedingt lesen. Hinter all dem Irrsinn steckt immer wieder erstaunlich viel Logik und auch Wissen. Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen, die Sätze wirklich zu lesen. Manch einen muss man auch zweimal lesen, um ihn zu verstehen. Es lohnt sich aber immer. Selbst in beiläufig eingestreuten, manchmal scheinbar sinnlosen, Zwischenbemerkungen findet sich oft ein weiterer Punkt, der einen zum schmunzeln oder auch breiten grinsen veranlasst.

Leider ist Douglas Adams sehr früh gestorben. Zum Glück kann man seine Werke immer wieder lesen, und dabei immer wieder etwas Neues entdecken. Neben der Anhalter Reihe kann ich auch „Die letzten ihrer Art“ sehr empfehlen. Ein Reisebericht zu inzwischen selten gewordenen Tierarten.

Per Anhalter durch die Galaxis – Douglas Adams
423 Seiten, Heyne Verlag (Doppelband Per Anhalter durch die Galaxis/Das Restaurant am Ende des Universums)
ISBN 9783453406933, 8,00 €
Taschenbuch

Magisches Losglück

Kaum zu glauben, ich hatte Glück und bekomme von vorablesen.de “Die Magier von Montparnasse” von Oliver Plaschka! Obwohl über 500 Leseeindrücke dafür abgegeben wurden, da hatte ich wirklich mal Losglück.  Eigentlich wollte ich gerade ja kein Buch über 350 Seiten lesen, aber da ich die ersten 40 Seiten schon in der Leseprobe gelesen habe, passt es gerade so noch in den erlaubten Rahmen. ;-)

Die ersten Kapitel haben auch so sehr Lust auf mehr gemacht, dass ich wahrscheinlich schwach geworden wäre und es mir gekauft hätte. Oliver Plaschka schafft eine wunderbare Atmosphäre, die mich an den Film “Prestige” erinnerte. Wer den noch nicht kennt, sollte ihn unbedingt bei Gelegenheit schauen. Ein fantastischer Film über “wahre” Magie und die Kunst der Täuschung. In die “Magier von Montparnasse” geht es um Zauberer, die wirklich zaubern können. Dies zwar eigentlich nicht tun sollten, aber ein Notfall zwingt Ravi diese Regel zu brechen.

Für “Fairwater oder die Spiegel des Herrn Bartholomew” hatte Plaschka 2008 den deutschen Phantastik Preis gewonnen. Zu Recht, das Buch ist etwas ganz besonderes. Deshalb freue ich mich schon sehr sein neues Werk.

Vorher lese ich aber noch einen heute eingetroffenen Tauschling, “Dämonenhunger” von Timothy Carter. Das wurde mir so überzeugend empfohlen, dass ich es jetzt doch mal testen wollte. Das Cover hatte mich schon länger neugierig gemacht. Es hat auch nur 298 Seiten. ;-)

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