Leserückblick Juli 2015

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Der Juli war ein Monat voller Buch-Highlights, eines schöner als das andere. Wahrscheinlich habe ich deshalb auch das eine abgebrochen, das mich nicht wirklich begeistern konnte, die Messlatte hing hoch.

Gelesen:

– Anne Kanis – Nichts als ein Garten
Die Geschichte einer Sängerin, die von der großen Karriere träumt, während sie in der Rathauskantine Kaffee ausschenkt und auf Firmenfeiern singt. Aber auch die Geschichte einer Kindheit in der DDR und der Veränderungen nach der Wende. Wunderschön geschrieben, einmal angefangen nicht mehr wegzulegen.

– Markus Heitz – AERA
Wöchentlich erscheinende eBook Serie, Dark Fiction mit viel Spannung und der grandiosen Idee, die Götter einfach mal auf der Welt auftauchen zu lassen. Götter, die gefälligst Aufmerksamkeit wollen. Dazwischen ein Atheist als Ermittler von Interpol. Das bringt Spaß. Mein Zwischenfazit lest ihr hier. Weiterlesen

Karin Kalisa – Sungs Laden

SungsLaden

Der kleine Minh soll ein Kulturgut aus der Heimat seiner Familie zum Schulfest mitbringen. Seine Freunde bringen eine Samowar oder ein Akkordeon samt Liedgut mit, er seine Großmutter Hiền und eine über achtzig Jahre alte Holzpuppe. Eine Puppe aus Feigenholz, gebaut für das Wassertheater. Die Puppe und Hiền stehen auf der Bühne und erzählen den Kindern ihre Geschichte. Wie es damals war, als sie aus Vietnam in die DDR kamen, um hier zu arbeiten. Diese kleine Vorführung bringt schnell den ganzen Prenzlauer Berg in Bewegung. Die Kunstlehrerin möchte unbedingt solche Puppen bauen und sucht Hilfe bei einem vietnamesischen Schreiner. Auf einmal begegnen sich Bewohner des gleichen Viertels anders, nehmen sich nach Jahren erstmals wirklich gegenseitig wahr. Kegelhüte werden plötzlich modern, Affenbrücken aus Bambusstäben überbrücken nicht nur Straßenschluchten, viele kleine Geschichten nehmen ihren Lauf, um in einem wunderbaren Finale zu gipfeln. Weiterlesen

Harper Lee – Gehe hin, stelle einen Wächter

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„Gehe hin, stelle einen Wächter“ spielt zwanzig Jahre nach „Wer die Nachtigall stört“. Dem Klassiker, den Harper Lee vor 55 Jahren veröffentlichte, für den sie unter anderem den Pulitzer-Preis erhielt, bis heute ihr einziges Buch. Bis das Manuskript von „Gehe hin, stelle einen Wächter“ gefunden wurde, das sie vor „Wer die Nachtigall stört“ schrieb.

Jean Louise Finch, aus der Nachtigall als Scout bekannt, lebt inzwischen in New York und besucht ihren Vater in Maycomb. Ihr Bruder ist vor ein paar Jahren gestorben, Atticus leidet an Rheuma, seine Schwester Alexandra ist bei ihm eingezogen, um ihm zu helfen. Scheint in den ersten Tagen noch alles wie all die Jahre zuvor zu sein, muss Jean Louise schon bald feststellen, dass sich doch einiges in Maycomb verändert hat. Es gibt einen Bürgerrat, dem auch ihr Vater und ihr Jugendfreund Henry angehören, in dem übelste rassistische Reden gehalten werden. Ihr Vater ein Rassist? Der Atticus, der vor zwanzig Jahren viel riskierte, als er einen Farbigen vor Gericht vertrat? Weiterlesen

Appollo/Tanquerelle – Die Diebe von Karthago

DiebeKarthago

Die beiden desertierten Söldner Horodamus und Berkan treffen bei einem Überfall auf die Diebin Tara. Die gerade auf dem Weg nach Karthago war, um dort de Tempelschatz zu stehlen, bevor die Römer die Stadt nach langer Belagerung einnehmen. Ihr Plan ist gar nicht so schlecht, sie kann die beiden nicht besonders hellen Möchtegern-Diebe als Komplizen gewinnen und damit beginnt ein Abenteuer, das die beiden sich eigentlich ganz anders vorgestellt hatten. Mitten in einer besetzten Stadt einen Goldschatz zu rauben, auf den auch die ansässige Diebesgilde scharf ist, ist ein Tanz auf Messers Schneide. Ob da alle ihren Kopf auf den Schultern behalten? Weiterlesen

Markus Heitz – AERA (ein Zwischenfazit)

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„AERA – Die Rückkehr der Götter“ ist die neue eBook Reihe von Markus Heitz, heute erscheint der vierte Teil, den Prolog könnt ihr euch kostenlos herunterladen. Zum Beispiel hier.

AERA spielt nur ein paar Jahre in der Zukunft, nämlich 2019. Die Welt wie wir sie kennen, hat sich trotzdem extrem verändert. Denn vor ein paar Jahren tauchten plötzlich überall auf der Welt die verschiedensten Entitäten auf. Mal mehr, mal weniger körperlich, aber in einem sind sie sich aber gleich, sie wollen verehrt werden. Wird ihnen das verwehrt, werden sie ungemütlich. Christen haben es in diesen Zeiten nicht leicht, denn drei Götter sind bisher nicht auf der Welt aufgetaucht: der HERR, Allah und Jahwe. Weiterlesen

Die Buchkolumne im ARD-Buffet

KarlaOstern

Karla Paul, in Buchkreisen auch bekannt als Buchkolumne, empfiehlt schon lange und in verschiedensten Formaten Bücher. Seit neuestem auch im Fernsehen. Im November 2014 gab sie ihre ersten Buchtipps im ARD-Buffet, heute wurde schon die dritte Sendung mit ihr ausgestrahlt. Das wird sicher nicht die letzte Sendung sein, was fatal für meinen Geldbeutel wird. Auf Karlas Buchtipps konnte ich mich bisher immer verlassen.

Welche Bücher stellte Karla dieses Mal vor? Wenn ihr die Sendung verpasst habt, schaut sie euch in der Mediathek unbedingt an. Zu Karlas Buchempfehlungen gehört auch Karla, hört ihr zu, lasst euch verführen. Aber ihr müsst nicht mitschreiben, hier findet ihr die Titel, die Karla für den Sommer empfahl, passend zur französischen Wochen bei der ARD: Weiterlesen

Boulet / Pénélope Bagieu – Wie ein leeres Blatt

WieeinleeresBlatt

Eloïse sitzt auf einer Bank. Mehr weiß sie gerade selbst nicht von sich selbst. Nicht einmal, dass sie Eloïse heißt, das verrät ihr der Ausweis in ihrer Handtasche. Warum sitzt sie auf dieser Bank? Wer ist sie überhaupt? Was ist mit ihr geschehen? Sie geht zu der Adresse, die ihre Wohnung sein soll. Die Katze erkennt ihre Dosenöffnerin, es scheint wirklich ihre Wohnung zu sein. Eloïse durchsucht ihre vier Wände auf Hinweise, wer sie ist und was mit ihr geschah. Ganz schön unheimlich, wenn man überhaupt nichts mehr über sich selbst weiß. Hat sie eine Familie, die sie um Hilfe bitten könnte? Wer sind ihre Freunde? Wo arbeitet sie? Viel zu viele Fragen und zu wenige Antworten. Weiterlesen

Leserückblick Juni 2015

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Im Juni habe ich endlich mal wieder mehr Bücher zu Ende gelesen, die meisten unterliegen aber leider noch der Pressesperrfrist. Deshalb mal wieder ein eher kurzer Rückblick auf den letzten Lesemonat. Zu den beendeten Büchern kommen noch 46 angelesene, ich freue mich jetzt endlich die Zeit zu haben, die gefundenen Schätze in Ruhe zu lesen.

Gelesen:

– Michael Robotham – Bis Du stirbst
Robotham schafft es immer wieder, mich zu begeistern, noch hat mich keiner seiner Thriller enttäuscht. Er blickt in seelische Abgründe und packt sie in fesselnde Thriller, immer wieder grandios. Weiterlesen

Interview mit Markus Heitz zu “AERA”

Markus Heitz by Martin Höhne
Fotograf: Martin Höhne

Hallo Markus, nach dem lange ersehnten fünften Band der “Zwerge”-Reihe und vor der ebenso sehnsüchtig erwarteten Fortsetzung von “Exkarnation”« startest Du noch ein neues Projekt mit dem Titel “AERA”. Langeweile gibt es bei Dir wahrlich nicht. Was ist “AERA”?

Heitz AERA Cover“AERA” ist im Grunde eine Kombination aus zwei Ideen. Die ältere entstand 2009, wurde aber als Einzelidee verworfen. Es ging um ein modernes Sodom und Gomorrha und einen Ermittler, der dort agiert.

Die andere Idee kam etwas später, weil ich mich als Historiker fragte, was denn gewesen wäre, wenn Konstantin der Große damals die Schlacht im Zeichen des Kreuzes NICHT gewonnen hätte. Kein Sieg, keine Freiheiten für die Christen, und somit hätte es die Religion nie an die Spitze geschafft, aber alle anderen wären geblieben und nicht verschwunden.

Letztlich rückte 2012 näher, als es hieß, die Welt ginge unter, weil der Kalender der Maya zu Ende sei, mit Untergangsszenarien, die ich langweilig fand. Und so kam die Idee, die gesamte Götterschar zurückzubringen. Aber auch dazu hatte ich keine Zeit. Zu viele andere Projekte und Bücher.

Es wird doch sicher wieder einen Helden in “AERA” geben, stellst Du ihn uns kurz vor?

Aber natürlich. Er ist Deutscher und heißt Malleus Bourreau, ist Mittvierziger und Ermittler bei Interpol, den man allerdings auch als privaten Ermittler engagieren kann.

Der Clou: Er ist Atheist in einer Welt, die nur so wimmelt von Göttern. Das nennt man Plottwist! Weiterlesen

Barbara Yelin – Irmina

Irmina

Irmina macht in London eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin, weil sie selbständig sein möchte. In Deutschland wird das Mitter der 1930er Jahre nicht mehr gerne gesehen, eigentlich wollte Irmina studieren, aber Frauen gehören dort an den Herd. In London lernt sie den Stipendiaten Howard aus der Karibik kennen, wie sie ein Außenseiter in der englischen Gesellschaft. Irmina merkt bald, dass geflohene Deutsche besser angesehen werden als sie, die sie einfach nur im Ausland lernen und arbeiten möchte. Die politische Situation zwingt Irmina, nach Deutschland zurück zu kehren. Wo sie immer wieder aneckt, weil sie das Regime kritisiert. Will sie hier überleben und es zu etwas bringen, muss sie sich anpassen. Was ist ihr wichtiger? Die persönliche Integrität, oder eine angesehene Stellung in der Gesellschaft? Weiterlesen