Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur Phantastik

P. C. + Kristin Cast – Gezeichnet (Marked)

24. Februar 2010

Gezeichnet

Zoey lebt ein ganz normales Teenagerleben. Ärger mit den Eltern, vor allem dem Stiefvater, Ärger mit dem Freund, der zuviel trinkt, aber eine tolle beste Freundin, mit der sich all das gut aushalten lässt. Doch dann geschieht, was doch eigentlich nur anderen passiert. Sie wird gezeichnet, auf ihrer Stirn erscheint ein halbmondförmiges Mal. Damit ist klar, sie wird zu einem Vampyr, daran führt nur ein Weg vorbei, der Tod. Ihre Ausbildung zum Vampyr erhält sie im House of Night, einem Internat für Vampire. Dort findet sie schnell neue Freunde, mit denen zusammen sie sich gegen die Oberschnepfe der Schule, natürlich die Schönste und Beste von allen, zur Wehr setzt. Nicht zu vergessen Erik, Ex-Freund der Obertussi und jetzt an Zoey interessiert. Das kann ja nur Ärger geben.

Gezeichnet begegnet einem in der Bücherwelt gerade überall, nicht nur auf der Bestsellerliste. Das hatte mich neugierig gemacht. Ob der Hype gerechtfertigt ist, will ich nicht beurteilen. Es muss ja Leute geben, denen es gefällt, sonst wäre es ruhiger um das Buch geblieben.

Die Handlung ist ganz nett, aber nichts Neues. Ein ganz normales Menschlein wird aus seinem nicht unbedingt glücklichen Leben gerissen, landet auf einer Schule für Wesen seiner Art und ist dort auch noch was ganz besonderes, mit einem auffälligen Zeichen auf der Stirn. Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder? Ändern wir einfach das Geschlecht, statt Zauberern werden es Vampyre, schon steht ein Großteil der Geschichte von „Gezeichnet“. Gut gefallen hat mir aber die Verbindung zu indianischen Traditionen. Die Charaktere waren zum Großteil auch ganz sympathisch und gut ausgearbeitet, ich hatte eine ganz gute Vorstellung von ihnen.

Allerdings hatte ich die ganze Zeit Bilder einer amerikanischen High-School-Serie mit Vampyrbesetzung vor Augen. Es glitzert zwar niemand im Sonnenlicht, besonders gut aussehend sind sie aber natürlich alle. Hauptproblem der werdenden Wesen der Nacht ist wer mit wem, Machtspielchen wohin man sieht. Das hatte schon ein bisschen was von Beverly Hills 90210.

Was mich wirklich gestört hat, war die extreme Jugendsprache auf äußerst niedrigem Niveau. Nicht nur, dass ein Blow Job in nicht gerade intimen Örtlichkeiten ganz normal zu sein scheint. Ständig werden intime Körperteile auf einem Niveau tituliert, dass ich hier nicht wiederholen will. Ich habe einige neue Vokabeln gelernt, auf die ich hätte verzichten können. Vielleicht bin ich einfach zu alt für dieses Buch.

Band zwei werde ich nicht mehr lesen, auch wenn die Handlung gegen Ende noch mal recht spannend wurde und einen kleinen Funken Neugier entfachte, wie es denn weiter gehen mag. Aber ich will mir keine weiteren Bücher in diesem Sprachstil mehr antun.

Marked – P. C. Cast + Kristin Cast
A House of Night Novel
Titel der deutschen Übersetzung: Gezeichnet
306 Seiten, St. Martin’s Griffin
ISBN: 9780312360269, ca. 6,75 €
Softcover

7 Kommentare

  • Antworten Mandy 24. Februar 2010 von 11:33

    Du beschreibst das Buch genau so, wie ich es mir vorstelle und genau deshalb werde ich es mir auch nicht kaufen. Ich mag zwar wirklich Vampire, aber irgendwann ist Schluss. 🙂
    Und von eigenartigen Ähnlichkeiten und Audrücken konnte man bei Libromanie ja auch schon einiges erfahren.
    Ich kann durchaus verstehen, dass du die Reihe nicht fortsetzt. 🙂

    LG Mandy

    • Antworten Emily 25. Februar 2010 von 11:31

      @PiMi: Danke, damit ist auch der letzte Funken Neugier erloschen. 😉
      @Nina: Wieder einmal haben wir den gleichen Buchgeschmack bewiesen. 😉

  • Antworten PiMi 24. Februar 2010 von 17:24

    Bei mir hat die Neugier gesiegt und ich habe den zweiten Teil gelesen.

    Aber deine Entscheidung die Nachfolgeromane nicht zu lesen, kann ich nur befürworten, du verpasst nichts.

    Für mich ist jetzt auch Schluss mit House of Night.
    LG
    Miri

  • Antworten Nina 25. Februar 2010 von 00:34

    Bin ich also nicht die Einzige, die sich die Folgebände schenkt. 😉

  • Antworten Soleil 25. Februar 2010 von 13:27

    Achje. Schon bei Nina habe ich gesehen, dass das mit den Büchern dann nicht so der Bringer war. Gut, dass ich von meinem Exemplar im letzten Moment abgekommen bin.
    Reicht denn diese Sprache nicht im Fernsehen? Muss sie jetzt auch in Bücher einziehen?

  • Antworten nessi 25. Februar 2010 von 21:07

    Ohjeee.. schon wieder eine negative Rezi zu dem Buch. Vielleicht sollte ich doch überlegen, es von meiner Wunschliste zu streichen? Mhhh… na mal schauen, ob es mir irgendwann mal in der Bücherei in die Finger fällt.

    • Antworten Emily 26. Februar 2010 von 13:21

      @nessi: Oder es einfach testen. Es gibt ja auch einige, denen es gefällt.

    Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: