Belletristik Besprechungen

Natasa Dragnic – Jeden Tag, jede Stunde

22. März 2011

Im kroatischen Fischerort Makarska lernen sich Dora und Luka schon im Kindergarten kennen. Fortan kann sie nichts mehr trennen, fast nichts. Als Doras Eltern beschließen nach Paris zu ziehen, sind beide untröstlich. Durch einen Zufall treffen die beiden sich 16 Jahre später in Paris wieder und wissen sofort, dass sie füreinander bestimmt sind. Jetzt soll wirklich nichts sie mehr trennen können. Doch wieder hat das Schicksal andere Pläne und die beiden haben einen langen Weg vor sich.

„Jeden Tag, jede Stunde“ ist eine wunderschöne Liebesgeschichte. Tragisch, aber nicht kitschig. In einer wunderschönen Sprache aufs Papier gebracht. Oft melancholisch, die beiden haben es aber auch wirklich nicht leicht. Die ab und an vorkommenden Textwiederholungen haben nicht gestört, sondern sehr passend die Verbundenheit zwischen den beiden gezeigt. Auch wenn sie viele Kilometer trennen, so denken und fühlen sie doch oft dasselbe.

Zwei die sich suchen und nicht finden klingt nach Standardgeschichte, alles schon zigmal da gewesen. Natasa Dragnic schafft es aber, den Leser so sehr mit einzubeziehen, dass er mit den beiden leidet wie ein Hund, ohne dabei je pathetisch zu werden. Große Gefühle auf dem schmalen Grat zum Kitsch, viele Autoren setzen hier mal einen Schritt daneben, nicht so Natasa Dragnic. Manchmal ist das Leben einfach unberechenbar wie das Meer. Es wirft einen mal hier hin, mal dort hin, man kann nur wenig gegen seine Kräfte ausrichten.

Ein wunderbares Buch, das hoffentlich in diesem Jahr viele Menschen in den Urlaub begleiten darf. Wer die Möglichkeit hat, sollte es am Meer lesen, das für Dora und Luka immer wieder eine wichtige Rolle spielt.

Jeden Tag, jede Stunde – Natasa Dragnic
278 Seiten, DVA
ISBN 9783421045164, 19,99 €
Hardcover

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