Belletristik Besprechungen

Michel Birbaek – Die Beste zum Schluss

12. September 2010

Nachdem Mads mal wieder aufs übelste von der Liebe enttäuscht wurde, beschließt er, sich nicht mehr zu verlieben. Denn „eigentlich gibt es nur ein Problem: Partnerwahl durch Verliebtheit. […] es gibt wirklich Intelligenteres, als bei der Partnerwahl den gesunden Menschenverstand auszuschalten“. Also zieht er mit seiner besten Freundin und deren Kindern zusammen und bildet mit ihnen eine Patchworkfamilie, auf rein platonischer Ebene. Mit diesem Leben fühlt er sich auch sehr wohl, bis er eines Tages eine Frau trifft, die dieses Konzept in Frage stellt. Vielleicht ist sie die Eine? Die, für die es sich lohnt das Wagnis einer Beziehung und eventuellen Herzschmerzes einzugehen? Muss er sich jetzt entscheiden zwischen Freundschaft und Liebe? Gerade jetzt, wo ihn seine Freundin so sehr braucht, wie nie zuvor.

Birbaek in Bestform. Die Geschichte fängt locker leicht an, bis plötzlich der Ernst des Lebens auftaucht. Ernst ist ein Arsch. Aber er gehört nun mal dazu. Deshalb mag ich Birbaeks Bücher so gerne. Er malt keine rosarote Bonbonwelt, aber auch keine düsterschwarze Depriwelt. In seinen Büchern findet sich das Leben einfach so, wie es ist, mit Höhen und Tiefen. Immer wieder schafft er es starke Emotionen in Bilder zu fassen, ohne dabei jemals kitschig zu werden. Er scheut sich nicht, auch traurige Themen anzufassen, lockert sie mit Witz und spritziger Sprache auf, ohne sie lächerlich zu machen. Seine Bücher lese ich wirklich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Den Epilog dieses Buches werde ich so schnell nicht vergessen, das war gemein Herr Birbaek! Aber auch ein wunderschönes Ende für ein wunderbares Buch. Ich bin froh, dass statt seitenlanger Danksagungen schon der neue Roman in Arbeit ist und kann es kaum erwarten, wieder eine neue Portion Birbaek zu bekommen.

Die Beste zum Schluss – Michel Birbaek
349 Seiten, Bastei Lübbe
ISBN 9783785723975, 16,99 €
Hardcover

2 Kommentare

  • Antworten Laura 12. September 2010 von 19:38

    Wegen deiner Rezension hab ich schon “Nele & Paul” gelesen und liebe es abgöttisch.
    “Die Beste zum Schluss” hört sich auch sehr toll an! Ich würde es am liebsten jetzt sofort in den Händen halten:)

    • Antworten Emily 12. September 2010 von 20:27

      @Laura: Wenn Dir “Nele & Paul” gefiel, wird Dir auch “Die Beste zum Schluss” gefallen. Aber er hat ja auch schon ein paar andere Bücher geschrieben, die sich auch lohnen. Such mal im Blog nach Birbaek, es gibt zu jedem eine Rezension. 😉

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