Besprechungen Krimis und Thriller

Michael Tsokos – Zerschunden

8. November 2015

Zerschunden

In Berlin wird eine alte Dame in ihrer Wohnung ermordet und ausgeraubt. Eigentlich ein typischer Nachläufer-Fall, wäre da nicht die seltsame Schrift auf ihrem Bein. Scheinbar von ihrem Mörder angebracht, der ihr danach fein säuberlich die Strumpfhose wieder anzog. Damit wird sie ein Fall für Rechtsmediziner Fred Abel. Kurz darauf geschieht ein ähnlicher Mord in London, wieder in der Nähe des Flughafens. Der Mörder muss gefasst werden, bevor er weitere Opfer in ganz Europa ums Leben bringt. Fred Abel hat noch einen Grund, den Mörder schnell zu fassen. Hauptverdächtiger ist momentan ein alter Bekannter von ihm, dessen Tochter im Sterben liegt. Sein einziger Wunsch ist, sich von ihr verabschieden zu können. Ein Wunsch, den Abel ihm gerne erfüllen würde, aber es geht inzwischen nur noch um Tage.

„Zerschunden“ ist anders als viele Thriller, denn dieser hier beruht auf wahren Begebenheiten. Das macht ihn leider nicht weniger grausam, ganz im Gegenteil. Lese ich erfundene Thriller, beruhigt das Wissen, dass es keine reale Geschichte ist, durchaus. Diese Beruhigung fehlt hier. Als Rechtsmediziner weiß der Autor Michael Tsokos wovon er schreibt. Er quält seine Leser nicht mit extra detaillierten Beschreibungen, schont sie aber auch nicht. Empfindlichen Lesern würde ich von „Zerschunden“ abraten.

Mit Hilfe seines Co-Autors Andreas Gößling ist es gelungen, aus Fakten einen Thriller zu konstruieren, der nach allen Regeln des Genres funktioniert und begeistert. Teile der Geschichte sind natürlich erfunden, um das Ganze zusammen zu fügen. Im Nachwort erfährt der interessierte Leser, welche Teile real und welche Fiktion sind.

Ein vielversprechender Anfang einer neuen Reihe mit einem sympathischen und angenehm menschlichen Ermittler, es geht auch ohne zerbrochene Seelen mit Alkoholproblem. Bitte mehr davon.

"buchhandel.de/

Zerschunden – Michael Tsokos
430 Seiten, Knaur Verlag
ISBN 9783426517895, 14,99 €
Broschur

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eBook
ISBN 9783426434888, 12,99 €

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2 Kommentare

  • Antworten nellysleseecke 10. November 2015 von 14:37

    Hallöchen,
    ich bin ein großer Fan von Michael Tsokos, daher steht auch dieses Buch ganz oben auf meiner Must-Have-Liste. Ich mochte schon seine Sachbücher total gerne und richtig verliebt hab ich mich dann, als er gemeinsam mit Sebastian Fitzek “Abgeschnitten” geschrieben hat.
    Zu “Zerschunden” hab ich allerdings schon sehr gemischte Meinungen gelesen, aber lesen muss ich es auf jeden Fall 😀

    Alles Liebe, Nelly

    • Antworten Papiergeflüster 10. November 2015 von 19:27

      “Abgeschnitten” mochte ich auch sehr, seine Sachbücher kenne ich noch gar nicht. Viel Spaß mit “Zerschunden” 🙂

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