Besprechungen Krimis und Thriller

Michael Robotham – Sag, es tut Dir leid

3. Oktober 2013

Sagestutleid

Vor drei Jahren wurden Piper und Tash entführt, seitdem werden sie gefangen gehalten. Sucht noch jemand nach ihnen, oder haben ihre Familien schon alle Hoffnung aufgegeben?
Der Psychologe Joe O’Loughlin soll eigentlich nur einen Vortrag halten, auf der Fahrt nach Oxford sieht er, wie eine Leiche aus einem zugefrorenen See geborgen wird. Kurz darauf wird er von der Polizei gebeten, bei einer Ermittlung zu helfen. Ein Ehepaar wurde in seinem Haus ermordet, es gibt einen Verdächtigen, der psychologische Probleme hat. Kann er der Mörder sein? Ist es wirklich so einfach, oder gibt es vielleicht doch einen Zusammenhang zu dem ertrunkenen Mädchen?

Reicht es wenn ich euch sage, dass ich dieses Buch in zwei Tagen verschlungen habe, dafür sogar mein Mittagessen durch Kekse ersetzt habe, weil ich es nicht zum kochen beiseitelegen wollte?

Zum einen war es das Wiedersehen mit Joe und Ruiz, die einem mit jedem Band etwas mehr ans Herz wachsen. Aber auch wer die beiden noch nicht kennt, wird sich der Spannung dieses Buches nicht entziehen können. Das erste Kapitel beginnt mit Pipers Bericht, die erzählt wie sie und Tash gefangen gehalten werden. Diese Berichte finden sich immer wieder im Wechsel mit der eigentlichen Handlung. Als Leser weiß man so immer ein wenig mehr als die Ermittler, auch ein wenig mehr als Piper, und doch nie genug um auf die Lösung zu kommen. Das steigert die Spannung immer wieder zum richtigen Zeitpunkt, man will das Buch eigentlich weglegen und kann es einfach nicht, weil gerade wieder ein kleines Puzzlestückchen mehr enthüllt wurde.

Robotham schreibt nicht nur extrem spannend, seine Figuren sind auch unglaublich lebendig. Am Ende saß ich tatsächlich mit klopfendem Herzen und feuchten Augen da. Die Spannung war so groß, dass ich kaum wagte zu blinzeln, selten fordert mich ein Thriller auch emotional so sehr, wie dieser hier. Dass die Auflösung logisch und trotzdem überraschend war, muss ich bei Robotham eigentlich nicht mehr betonen, das ist bei ihm selbstverständlich.

Das perfekte Buch, um damit ein Wochenende zu verbringen, wenn man sonst nichts mehr vorhat. Wer damit erst einmal anfängt, ist verloren und wird erst nach 474 Seiten wieder aufhören können. Ein Thriller mit Niveau, ohne dass die Spannung darunter leidet, ganz in Gegenteil. Einfach großartig.

Sag, es tut Dir leid – Michael Robotham
474 Seiten, Goldmann Verlag
ISBN 9783442313167, 14,99 €
Broschiert

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1 Kommentar

  • Antworten Nova 3. Oktober 2013 von 18:54

    Schon zweimal in der Hand gehabt, nach der Rezension wird es wohl in die Tasche wandern…
    Danke,
    Nova

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