Belletristik Besprechungen

Martina Borger – Lieber Luca

31. Oktober 2010

Es gibt Tage, da trifft so viel zusammen, dass man nicht mehr an Zufall glaubt. Als Simone an einem solchen Tag gleich mehrmals an Luca erinnert wird, hört sie auf, die Erinnerungen zu verdrängen. Sie beginnt Briefe an Luca zu schreiben und die Vergangenheit damit zu verarbeiten. Sie erzählt ihm darin wie sie momentan lebt, aber auch wie sie die Jahre „vor der Eiszeit“ erlebt hat. Abschicken will sie diese Briefe allerdings nicht, sorgsam verwahrt sie alle in einer roten Keksdose.

„Lieber Luca“ ist ein wunderbares Buch über zwischenmenschliche Beziehungen. Wie oft reichen kleine Missverständnisse aus, Beziehungen zu zerstören. Wie oft verhindert Sturheit auf beiden Seiten eine Klärung und erneute Annäherung. Einer muss den ersten Schritt tun, auf dem Weg dahin begleitet der Leser die Briefschreiberin. Wer Luca ist und was zwischen ihnen geschah, erfährt man erst Stück für Stück im Laufe des Buches.

Auf das Buch stieß ich nur durch Zufall. Ein glücklicher Zufall, es wird nicht mein letzter Roman dieser Autorin gewesen sein. Man könnte meinen, ein Buch, das nur aus Briefen besteht, würde vielleicht langweilig werden. Aber weit gefehlt, hier versammeln sich die Briefe zu einem wunderbaren Buch, das nur einen Fehler hat, es ist viel zu schnell gelesen.

Lieber Luca – Martina Borger
206 Seiten, Diogenes
ISBN 9783257239171, 8,90 €

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