Besprechungen Krimis und Thriller

Markus Heitz – Totenblick

12. August 2013

Totenblick

Kriminalhauptkommissar Rhode wird mit seinem Team an einen ganz besonders gruseligen Tatort gerufen. Ein Mord, wie er ihn in all seinen Dienstjahren noch nicht sehen musste. Das Opfer wurde sorgfältig in einer detailreichen Kulisse drapiert, Vorlage war ein Gemälde. In einer Nachricht warnt der Mörder vor dem Totenblick. „Erfasst er Dich, gibt’s kein zurück!“. Ein Satz, den die Polizei erst ernst nimmt, als der erste ihrer Kollegen bei einem seltsamen Unglück verstirbt. Und er ist nicht der letzte.
Ares Löwenstein ist Personal Trainer und gerät über einen seiner Kunden zufällig in Berührung mit der Mordserie. Seiner Vergangenheit verdankt er einige praktische Bekanntschaften, wenn es um Ermittlungen geht, die die Polizei so nicht durchführen kann. Doch plötzlich ist er sehr viel näher von den Morden betroffen, als ihm recht ist.

Mit „Totenblick“ hat Markus Heitz einen reinen Thriller geschrieben. Da der Roman, wie schon „Oneiros“, in Leipzig spielt, bekommt der Bestatter Korff einen Gastauftritt. Das ist aber auch die einzige leicht mystische Facette in diesem Buch. Es ist ein Thriller mit allem was dazu gehört, aber auch allem, was ein typisches Heitz-Buch ausmacht.

Szenen bei denen es mit jedem Satz noch ein wenig ekliger wird. Die inzwischen obligatorische Sexszene, ohne die dem Buch nichts fehlen würde. Interessante Charaktere mit ungewöhnlichem Lebenslauf, die dem ganzen Farbe geben. Ein paar Charaktere um die es einem wirklich Leid tut, wenn sie ins Gras beißen. Spannung von der ersten Seite an, die einen bis zum Ende durchgehend einfach nur weiter blättern und ständig die Uhr vergessen lässt.

Wie bisher noch immer bei Markus Heitz, fühle ich mich auch von „Totenblick“ gut unterhalten. Auf leichtem Niveau, perfekt zum Abschalten nach einem langen Tag, aber trotzdem nicht dumm. Die Idee mit dem Totenblick und ihre Umsetzung im Thriller finde ich großartig, die Covergestaltung ebenso. Etwas zu sehr wurde mir auf der Erkrankung des Kriminalhauptkommissars herum geritten. Streckenweise liest man es auf jeder Seite und fragt sich, für wie beschränkt der Autor einen wohl hält, dass er es für nötig befindet, es so oft zu betonen. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt am Buch und lässt sich leicht verschmerzen.

Großartige Unterhaltung für alle, bei denen ein Thriller auch mal etwas härter sein darf. Wer danach neugierig auf Korff ist, dem empfehle ich „Oneiros“. Wer „Totenblick“ mochte und kein Problem mit Zwergen, Vampiren und Co. hat, der kann auch bedenkenlos zu allen anderen Büchern des Autors greifen.

Totenblick – Markus Heitz
521 Seiten, Knaur Verlag
ISBN 9783426505915, 9,99 €
Taschenbuch

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2 Kommentare

  • Antworten Oliver 12. August 2013 von 19:45

    Ich habe das Buch auch gerade im Urlaub gelesen. Hat mir auch wieder sehr gut gefallen. Wobei ich die Schilderung der Bilder für Heitz noch sehr zurückhaltend fand.

  • Antworten Tintenelfe 6. März 2016 von 14:04

    “Die inzwischen obligatorische Sexszene, ohne die dem Buch nichts fehlen würde.” – Der war gut! 😀
    Ich geb dir da völlig Recht, bei der musste ich sogar lachen.

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