Besprechungen Phantastik

Markus Heitz – Drachenkaiser

12. Januar 2010

drachenkaiser

„Drachenkaiser“ ist die Fortsetzung zu „Mächte des Feuers“ und schließt direkt an dessen Handlung an. Beide spielen in einer fiktionalen Parallelwelt, die auf unserer zur Zeit der zwanziger Jahre basiert. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass uralte Drachen heimlich, still und leise die Geschicke der Welt lenken. Ganze Staaten sind nur ihre Marionetten, die sie ohne Skrupel einsetzen um ihre Macht zu vergrößern.

Gegen diese Drachen kämpfen Silena und Grigorij noch immer, auch nach der großen Schlacht am Triglav gibt es noch genügend von ihnen zu beseitigen. Die Schwäche der zum Großteil besiegten Drachen der alten Welt lockt neue Feinde heran. Drachen aus dem fernen Osten wollen sich Europa unter die Krallen reißen. Doch Silena und ihre Mitstreiter haben da auch noch ein Wörtchen mitzureden, unverhofft bekommen sie auch Unterstützung von einem bisher unbekannten Drachentöter. Das ferne China ist ihnen bald nicht mehr so fern, wie sie annahmen.

„Mächte des Feuers“ gefiel mir sehr gut, „Drachenkaiser“ leider nicht mehr ganz so gut. Für meinen Geschmack gab es zu viele Handlungsstränge, die zwar am Ende alle zusammen fanden, aber anfangs oft zusammenhanglos waren. Die ganze Handlung wirkte leicht unrund, überraschende Wendungen teilweise etwas plump. Das Stilmittel des Cliffhangers am Kapitelende wurde meiner Meinung nach zu oft bemüht. Findet es sich an so gut wie jedem Kapitelende, baut es keine Spannung mehr auf, da ich, sobald es auch nur ein wenig spannend wird, sofort damit rechne, dass das Kapitel gleich zu Ende ist und ich die Auflösung erst Seiten später lesen werde.

Alles in allem war „Drachenkaiser“ eine nette Lektüre, das Setting in den 20er Jahren gefiel mir immer noch sehr gut. Die Drachen sind faszinierend beschrieben, es macht Spaß sich zu überlegen, was wäre, wenn all das nicht nur reine Phantasie wäre. Markus Heitz Fans werden auch mit diesem Buch sicher ihren Spaß haben, ich habe allerdings schon bessere Werke von ihm gelesen. Allen voran „Ritus“ und „Sanctum“, meine Lieblingsbücher dieses Autors.

Sehr gespannt bin ich auf “Judassohn”, das im März erscheinen wird. Darin treffen wohl Charaktere aus “Ritus”, “Sanctum”, “Kinder des Judas” und “Blutportal” aufeinander. Kleinere Überschneidungen gab es ja schon schon zwischen den Romanen. Seine Dark-Fantasy-Romane haben mir bisher noch immer sehr gut gefallen, Popcorn-Literatur vom feinsten, die man gar nicht mehr aus der Hand legen will.

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