Belletristik Besprechungen

Marie-Sabine Roger – Der Poet der kleinen Dinge

24. April 2012

Eine kleine Arbeiterstadt, das Leben hier ist eher traurig. Nur nicht für Gérard, denn er ist anders. Er kann sich über alles kaputt lachen, nimmt das Leben einfach wie es ist. Obwohl es gerade für ihn, mit zahlreichen körperlichen Gebrechen, nicht leicht ist. Als Alex bei ihnen zur Untermiete einzieht, wird es ein wenig leichter. Sie mag ihn, hört ihm zu, wenn er Gedichte aufsagt und nimmt ihn sogar mit an den Kanal.

Cédric und Olivier sind nicht mehr ganz jung, wissen aber noch immer nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Die Zukunft, die sie hier erwartet, schmeckt ihnen nicht. Eine Alternative haben sie aber auch noch nicht gefunden. Bis sie Alex kennen lernen, die für sie alle vier einen wagemutigen Plan schmiedet.

„Der Poet der kleinen Dinge“ ist eines der Bücher, in die man versinken kann um erst nach der letzten Seite wieder aufzutauchen. Ohne dass es einen mit großer Spannung fesseln würde, meistens ist es eine sehr ruhige Geschichte mit nur wenigen Spannungspitzen. Dafür mit umso mehr Gefühl für ganz wunderbare Charaktere geschrieben. Marie-Sabine Roger malt mit Worten so deutliche Bilder, man meint die Hühnerfabrik vor sich zu sehen, sie vielleicht sogar zu riechen

Die Botschaft ist ganz einfach: was im Leben zählt, sind die kleinen Dinge. Selbst wenn einem vieles verwehrt bleibt, es gibt immer etwas, woran man sich erfreuen kann. Und wer echte Freunde hat, dem kann es gar nicht mehr besser ergehen.

Eine Geschichte, die zu Herzen geht und den Leser mit einem wohlig warmen Gefühl des Glücks zurück lässt.  Wie schon „Das Labyrinth der Wörter“ zuvor wieder eine Geschichte, die von einer ungewöhnlichen Freundschaft und ihren unglaublichen Folgen erzählt.

Der Poet der kleinen Dinge – Marie-Sabine Roger
239 Seiten, Hoffmann und Campe
ISBN 9783455400953, 18,99 €
Hardcover

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