Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur Phantastik

Malinda Lo – Ash

8. November 2010

Schon kurz nach dem Tod ihrer Mutter heiratet Ashs Vater erneut, bald darauf verstirbt auch er. Ash ist von nun an ihrer Stiefmutter und ihren beiden Stiefschwestern ausgeliefert, die sie wie eine Hausangestellte behandeln und sich von ihr bedienen lassen. In einem Märchenbuch findet Ash Geschichten über Feen, die Menschen in ihr Reich entführen. Auch wenn das ihren Tod in der Menschenwelt bedeutet, versucht Ash immer wieder ins Feenreich zu gelangen. Sie schleicht sich in die Wälder, wo sie nicht nur auf den Feenmann Sidhean trifft, dort lernt sie auch Kaisa kennen, die königliche Jägerin. Mit beiden verbindet sie bald ein ganz besonderes Band. Wird es Ash gelingen, aus ihrem Dienstboten-Leben zu entfliehen?

Die Geschichte von Ash erinnert an vielen Stellen an die bekannte Geschichte von Aschenputtel. Allerdings gibt es hier keine gute Fee, die Aschenputtel drei Wünsche erfüllt. Sidhean ist ein Feenmann, der seine Hilfe an gewisse Bedingungen knüpft. Auch verliebt sich Ash nicht in den Prinzessen, sondern in dessen Jägerin. Beide Aspekte hätten eine sehr interessante Geschichte aus der Vorlage machen können, wenn die Charaktere mir nicht so fremd geblieben wären.

Man merkt keinen Unterschied zwischen der zwölfjährigen Ash und der achtzehnjährigen, es findet keinerlei Entwicklung statt. So dramatisch ihr Leben auch verläuft, ihre Emotionen blieben mir immer fern, berührten mich nicht. Weder wurde ihre Verzweiflung wirklich deutlich, als sie ganz alleine zurück blieb, noch ihre Gefühle für Kaisa. Hätte ich nicht schon aus Rezensionen gewusst, dass sie sich in eine Frau verliebt, ich hätte es erst registriert, als sie sich endlich küssten. Ich fand leider weder einen Zugang zu Ash, noch zu der Geschichte. Sehr gelungen war die Einflechtung der Elemente aus Aschenputtel, wie zum Beispiel Ashs Wunsch am Ball teilzunehmen und seine Erfüllung mit Hilfe von Feenmagie.

„Ash“ ist eine etwas andere Version von Aschenputtel mit interessanten Ansätzen, der leider das besondere Etwas fehlt, um die Magie der Geschichte zu entfachen. Die gelungene Mischung aus altbekannter Geschichte und neuen Ideen macht das Buch dennoch  zu einer netten Lektüre zwischendurch.

Ash – Malinda Lo
267 Seiten, PAN
ISBN 9783426283448, 12,99 €
Hardcover

6 Kommentare

  • Antworten Daniel 8. November 2010 von 22:30

    Huhu,

    du hast einen Award von mir für deinen Blog bekommen:
    http://papiertourist.blogspot.com/2010/11/one-lovely-blog-award.html

    LG
    Daniel

    • Antworten Emily 9. November 2010 von 07:57

      @Daniel: vielen Dank!

  • Antworten Pandora 8. November 2010 von 23:41

    Ich habe es heute auch beendet und bin froh, dass es mir nicht allein so ging. Es fühlte sich flach an, trotz schöner Sprache und gelungem Spiel mit den Elementen des Märchens.
    Das größte Problem der Liebesgeschichte zwischen Ash und Kaisa ist für mich, dass da keinerlei Chemie ist. Selbst zwischen Ash und den beiden Männern knistert es mehr als zwischen den beiden Frauen. Was ich ärgerlich finde, weil die Grundidee so reizvoll ist.

    • Antworten Emily 9. November 2010 von 07:57

      @Pandora: Danke, ich hatte auch schon Sorge, dass es an mir liegt. 😉

  • Antworten irina 9. November 2010 von 08:54

    Ich war ja ohnehin skeptisch, was “Ash” angeht, aber deine Rezension gibt jetzt den Ausschlag dafür, erst mal die Finger von diesem Buch zu lassen. Danke für diese klare, aufschlussreiche Besprechung!

  • Antworten mirjam 9. November 2010 von 11:13

    Ich liebäugle auch mit diesem Buch. Doch deine Rezension zeigt mir, dass es vielleicht doch nicht ganz das ist, was ich mir erhofft habe.

    Ich werde wohl lieber noch etwas Abwarten. Oder ich kaufe “nur” die Taschenbuch Ausgabe.
    (Ich muss gestehen: Ich liebe ja schöne Hardcovers, und dieses Cover finde ich ausgesprochen faszinierend)

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