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Lucinda Riley – Das Orchideenhaus (Hörbuch)

31. Dezember 2011

 

Julia erholt sich nach einem schweren Schicksalsschlag in der Nähe des Landsitzes, mit dem sie viele schöne Erinnerungen verbindet. Ihre Großeltern haben hier früher als Angestellte gelebt und Julia hat viel Zeit dort verbracht. Als bei Renovierungsarbeiten im alten Cottage ihrer Großeltern ein Tagebuch gefunden wird, kommt ein altes Familiengeheimnis zu Tage. Während der Leser Julia auf ihrem Weg zurück ins Leben begleitet, folgt Julia den Spuren ihrer Großeltern in längst vergangenen Zeiten.

Familienromane können durchaus angenehme Lektüre sein, mit der man es sich gemütlich machen und die Welt einfach mal Welt sein lassen kann. Mit „Das Orchideenhaus“ ist mir das allerdings nicht gelungen. Schon zu Beginn wird klar, dass so lange wie nur möglich verheimlicht wird, welcher Schicksalsschlag Julia getroffen hat. Dabei dürfte das den meisten Lesern nach kürzester Zeit klar sein, man wartet eigentlich nur noch auf die Bestätigung.

Den Charakteren bleibt kein Drama erspart. Drama gehört zu einem Familienroman dazu, aber es gibt eine gewisse Maximaldosis, die nicht überschritten werden sollte. Wem noch ein mögliches Drama einfällt, das in diesem Roman nicht vorkommt, der meine Hochachtung. Mir fällt wirklich keines mehr ein. Wenn man meint, jetzt ist es aber genug, wird noch eine Kelle draufgesetzt. Auch Liebesromane kann man mit mehr Niveau schreiben.

Wenn man bedenkt, wie schnell sämtliche handelnden Personen mit ihren Heiratsanträgen bei der Hand sind, muss man sich allerdings nicht wundern, dass keiner viel von Treue oder Vertrauen hält. Und keine Sorge, das Happy End bleibt natürlich auch nicht aus.

Mit der Sprecherin Simone Kabst wurde ich auch nach Stunden nicht warm. Sie lässt alle Personen unmotiviert durch die Gegend nuscheln, kaum Emotionen aufkommen.

Nach vielen wirklich tollen Hörbüchern, war ich vielleicht auch ein wenig verwöhnt. Aber dieses hier ist für mich der Hörbuchflopp des Jahres 2011.

Hörbuch

Das Orchideenhaus
Autor Lucinda Riley
Sprecher Simone Kabst
Länge 7 Stunden 15 Minuten (gekürzt)
Genre: Romane

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 10,95 €)

Im Flexi-Abo für 9,95 €

 

2 Kommentare

  • Antworten Nina. 2. Januar 2012 von 22:05

    Ich hab das Hörbuch letzte Woche auch endlich ausgehört und kann mich deiner Meinung nur anschließend. Das war echt nix. 🙁
    Gegen die Sprecherin konnte ich lange Zeit noch nicht mal was sagen. Sie war zwar nicht besonders gut, aber eben auch nicht richtig schlecht. Als ich dann aber zwischendurch ‘Das Labyrinth der träumenden Bücher’ gehört habe, das von Andreas Fröhlich absolut genial eingelesen wurde, ist mir aufgefallen, wir dröge Simone Kabst tatsächlich spricht. Irgendwie betont sie auch häufig Sätze falsch, sodass die Personen nicht gerade sympathisch wirken. Leider wirklich ein Flop auf ganzer Linie.

    • Antworten Emily 2. Januar 2012 von 22:11

      @Nina: Von Andreas Fröhlich hatte ich kurz zuvor “Wasser für die Elefanten” gehört. Zwischen ihm und Simone Kabst liegen Welten. Mir ging es auch oft so, dass ich dachte “Den Satz hätte ich ganz anders betont.” Die Szenen kamen dadurch bei mir oft “falsch” an. Leider traue ich mich jetzt nicht mehr an “Small Country” von Nick Hornby heran, weil sie davon auch einen Teil liest.

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