Belletristik Besprechungen

Lauren Groff – Die Monster von Templeton

24. Februar 2009

monstertempleton

Templeton ist eine nette kleine Stadt, man kennt sich und die Geschichten der alten Familien, die schon am Aufbau der Stadt beteiligt waren. Willie ist eine Nachfahrin des Gründers dieser Stadt, auf jeden Fall mütterlicherseits. Wer ihr Vater ist, versucht sie in diesem Roman herauszufinden. Dazu gräbt sie tief in der Geschichte ihrer Familie, und damit auch der Geschichte der Stadt, wobei sie so manches Monster der Vergangenheit weckt.

Wirkliche Monster sollte man hier allerdings nicht erwarten, die meisten Monster in diesem Buch sind sehr menschlicher Natur. Abgesehen von Flimmy, dem Seeungeheuer im Flimmerspiegelsee, und einem Geist, der Willie ab und an auf die Sprünge hilft. Ein wenig Mystik ist also schon vorhanden, aber nur sehr wenig. Der größte Teil des Buches dreht sich um Willie, die auf der Suche nach ihrem Vater auch sich selbst entdeckt. Dabei wird einem in interessanten Rückblenden die zweihundertjährige Geschichte der Stadt näher gebracht, in der zum Beispiel auch Chingachcook und Unkas eine Rolle spielen, die den meisten aus „Lederstrumpf“ von James Fenimore Cooper bekannt sein dürften.

Die verschiedenen Erzähler sorgen immer wieder für Abwechslung und verschiedene Einsichten in die Geschichte. Nicht nur Willie erzählt von ihrer Suche, auch viele ihrer Vorfahren kommen zu Wort und erzählen Teile der Geschichte. Auch in der Gegenwart ist Willie nicht alleine, hier dürfen vor allem die „Laufbrüder“, zu denen sie eine ganz besondere Beziehung hat, immer wieder von ihrer Sicht der Dinge berichten. So wird es niemals langweilig, man taucht tief in die Geschichte ein und sucht mit Willie zusammen nach der Lösung des großen Rätsels.
Ab und an könnte man ob der verworrenen Verwandtschaftsbeziehungen in Verwirrung geraten, doch immer gerade dann taucht wieder ein aktualisierter Stammbaum auf, der hilft den Überblick zu behalten.
Es ist mir ein paar Mal passiert, dass ich mich festgelesen hatte und das Buch wesentlich später weg legte als ich geplant hatte.

„Die Monster von Templeton“ sind nur schwer in einer Schublade unter zu bringen. Auf dem Cover steht unter anderem etwas von Schauerroman, das habe ich als weniger passend empfunden. Es ist ein historischer Roman und eine Familiensaga, mit einem Schuss Mystik. Auf jeden Fall eine empfehlenswerte Lektüre, die mir einige sehr schöne Lesestunden beschert hat.

Ebenfalls kurz erwähnt werden sollte das wunderschöne Cover, das sich ausnahmsweise mal wirklich auf das Buch bezieht. Das ist ja leider immer seltener der Fall, hier macht es aber richtig Spaß die einzelnen Elemente im Laufe der Lektüre zuordnen zu können.

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